Faszinierende Details

Riesig und beeindruckend – so stellen wir uns Dinosaurier vor. Wie die Urzeit-Giganten wirklich ausgesehen haben, können auch Experten nur vermuten. Doch in diesem tollen Buch bekommt ihr einen Eindruck davon,wie sie gewesen sein könnten. 15 unterschiedliche Dinosaurier schauen euch von den übergroßen Seiten an. Überraschend: Nicht alle waren wirklich riesengroß – auf den Einbandseiten könnt ihr die Unterschiede genau erkennen. Der Archäopteryx zum Beispiel war so klein, dass er lebensgroß in dem Buch abgebildet ist. Von den anderen Dinosauriern findet sich stets irgend ein Körperteil in Lebensgröße: Vom Triceratops etwa das Nasenhorn, vom Euoplocephalus ein Auge und vom Tyrannosaurus ein Zahn, der fast die gesamte Blatthöhe einnimmt. Dazu gibt es jeweils einen Streckbrief des Dinos, weitere Hintergrundinfos sowie „Spezialwissen“. Wisst ihr übrigens, dass nicht alle Dinosaurier ausgestorben sind? Die Vögel nämlich haben sich aus kleinen Raubsauriern entwickelt und gelten als echte Dinosaurier.

In diesem Buch sind nicht nur die Dinos gigantisch: Die Illustrationen sind wirklich sensationell und faszinierend: Vom kleinen Detail bis zum Ganzkörperportrait lassen die Arbeiten von Raimund Frey das Herz von Kindern und Erwachsenen höher schlagen. Inhaltllich erfährt man sehr viele Feinheiten, die auch Fans zuvor über die Urzeitechsen nicht bekannt waren. Eine begeisterte Leseempfehlung!

„Dinosaurier lebensgroß“ von Raimund Frey ist bei Coppenrath erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Kinderbücher

Fantastische Abenteuer im Märchenland

Diese Woche habe ich eine besondere Empfehlung für alle unter euch, die Märchen und fantastische Welten besonders lieben. Denn mit „Land of Stories“ begebt ihr euch zusammen mit den Geschwistern Alex und Conner auf eine wundervolle Reise …

Dabei war das vergangene Jahr für die Zwillinge Alex und Connor überhaupt nicht schön, sondern sehr traurig: Erst verloren sie ihren Vater, dann mussten sie aus ihrem schönen Zuhause ausziehen. Kein Wunder, dass sie fast gar nicht mehr daran denken, dass ihr zwölfter Geburtstag ansteht. Doch dieser Tag verändert alles, denn ihre Großmutter schenkt ihnen ein altes Buch – und wenig später landen sie dank dieses Buches mitten im Märchenreich. Sie müssen allerdings recht schnell feststellen, dass hier nicht nur ihre Lieblings-Prinzessinnen, Feen und Magie wirklich existieren – leider gibt es auch böse Hexen, Wolfsrudel und Trolle, die nicht besonders freundlich sind. Gewitzt entkommen die Kinder jedoch jeder Gefahr. Wer außer ihnen würde schon auf die Idee kommen, die Hexe aus dem Lebkuchenhaus kurzerhand mit einem magischen Wunsch zur Veganerin zu machen, so dass ihr der Appetit auf Kinder gründlich vergeht?

Doch so spannend das magische Land und seine zauberhaften Königreiche auch sind: Alex und Conner möchten schon gerne wieder nach Hause. Aber das ist nicht so einfach: Nur der mächtige Wunschzauber kann ihnen helfen. Um die Zutaten für diesen Zauberspruch zusammen zu bekommen, müssen sie einiges auf sich nehmen. Und dann gibt es da noch einen Haken: Sie sind nicht die einzigen, die nach den Zutaten suchen …

Fast ergeht es einem wie Alex und Conner: Man wird in dieses Buch hineingesogen und kann gar nicht mehr aufhören, zu lesen. Die Märchen kennen wir schließlich besonders gut, wo wir doch in der Heimat der Brüder Grimm leben, oder?

Dass der Autor, der Schauspieler Chris Colfer, bei viele Geschichten nicht die amerikanische Version der Märchen, sondern das Original berücksichtigt, macht das Buch besonders liebenswert. Seine eigenen Ideen und Interpretationen sind den Grimms durchaus würdig.

Die Übersetzerin der wahrhaft fantastischen Reihe, zu der noch vier weitere Bücher gehören, ist übrigens Fabienne Pfeiffer, die ebenfalls hier in der Region lebt und auf der Kinderseite der GNZ ihre Buchtipps veröffentlicht. Nicht nur deswegen ist dieses erste Abenteuer von Alex und Conner mehr als lesenswert.

„Land of Stories – Die Suche nach dem Wunschzauber“ von Chris Colfer ist im Verlag Sauerländer erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher, Projektarbeiten

Draculas witzige Memoiren

Habt ihr Angst vor Monstern? Wenn ihr dieses tolle Buch gelesen habt, ganz sicher nicht mehr! Denn die Geschichten des alten von Opa Dracula sind spannend, witzig und sogar lehrreich. Alles beginnt damit, dass Vlad Draculas Frau Selena und seine TochterAima zum Wellness-Wochenende fahren – und Opa so ll auf die drei Vampirkinder Rhesus, Vira und Globinchen aufpassen. Dann finden die Kinder Vlads altes Fotoalbum, und im Nu erzählt der alte Vampir die Geschichten von seinen Monsterfreunden: von der talentierten Tänzerin Yeti, dem Fischwesen Bobo, dem unsichtbaren Mann Jack und dem freundlichen und vor allem musikalischen Werwolf Archie. Die Vampirkinder finden die Geschichten super – nur Opas Erzfeind Van Helsing, der immer wieder versucht, Vlad Dracula zu pfählen, können sie gar nicht leiden. Und was ist eigentlich aus den ganzen Monstern geworden?

Ich habe mich sofort in dieses fantastische Buch verliebt. Die Illustrationen von Wiebke Rauers, von der auch die witzige Idee stammt, haben mich schon beim Cover begeistert. Jochen Till schreibt Vlad Draculas Memoiren mit so viel Humor, dass man gar nicht mehr aufhören kann, zu lesen. Die liebevoll beschriebenen „Monster“ sind so menschlich, dass man sie einfach gern haben muss. Die klare Botschaft: Vorurteile sind, um es mit Globinchens Worten zu sagen, „echt blöd“, und man sollte andere nie nach dem Äußeren beurteilen. Eine begeisterte Leseempfehlung nicht nur für Fans von „Hotel Transilvanien“!  

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Kinderbücher

Starke Mädchen brauchen keine Rette

Mädchen sind in Märchen häufig Prinzessinnen, die gerettet werden müssen. In dem Märchenbuch, das ich euch heute vorstellen möchte, geht es jedoch um richtige Mädchen, die stark und klug und mutig sind – und solche Mädchen brauchen niemanden, der sie rettet. Tatsächlich sind es sogar oft die weiblichen Hauptfiguren der Geschichten, die alle anderen retten. Aurora zum Beispiel die Heldin des deutschen Märchens, befreit ihren Verlobten aus der Gewalt der Riesen. Und auch Valentina aus dem spanischen Märchen „Der Brunnen am Ende der Welt“ wird zur Retterin ihres Mannes und seiner beiden Brüder. In „Die Kokosnussschale“, einer Geschichte aus Fidschi, trickst die kleine Kumaku zwei gefräßige Riesen aus, und auch in der indischen Erzählung „Der Tiger und der Schakal“ erweist sich die Bauersfrau als weitaus cleverer als ihr Mann.

Zum Glück sind die 19 Märchen in diesem wundervollen Buch nur „fast vergessen“. Sie entführen in unbekannte, fantastische Welten rund um die Erdkugel und sind wirklich etwas ganz Besonders. Sie erzählen von schottischen Wunderwesen und nigerianischen Geistern, von englischen Feen und chinesischen Sängerinnen, von iranischen Schlössern und tschechischen Waldtänzerinnen. Allen Märchen gemeinsam sind die starken Heldinnen, die sich unerschrocken ins Unbekannte stürzen und manchmal sogar, wie die kleine schwedische Ella, einfach um des Abenteuers wegen aufbrechen. Ein tolles Buch, nicht nur für Mädchen! (tmb)

„Fast vergessene Märchen“ von Isabel Otter, illustriert von Ana Sender, ist im 360 Grad Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Kinderbücher

Lesevergnügen für die Weihnachtsferien

Zwei Monate ist es her, dass Archer in „Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt“ von Tigern gejagt wurde – und seitdem haben ihn seine Eltern auf das Internat Raven Wood verbannt. Nun aber sind endlich Weihnachtsferien, und Archer kehrt in das verschneite Rosewood zu seinen Freunden Oliver und Adèlaide zurück. Aller erwarten gespannt die angekündigte Ankunft von Archers Großeltern. Rachel und Ralph Helmsley sind vor Jahren verschwunden, aber sie haben Archer ein Lebenszeichen gesandt. Angeblich haben sie in all der Zeit auf einem Eisberg gelebt. Mit den Helmsleys scheint auch der Eisberg in die kleine Stadt zu kommen, denn es wird immer kälter und kälter. In Rosewood wirbeln die Gerüchte wie die Schneeflocken: War die Geschichte mit dem Eisberg nur ein Schwindel und haben Archers Großeltern ihr Verschwinden inszeniert? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Archer und seine Freunde kommen einer Verschwörung auf die Spur, die sie mit viel Witz, Abenteuerlust und jeder Menge Schokopralinen aufdecken wollen.

Wer „Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt“ gemocht hat, wird „Die höchst eigenartige Verschwörung von Barrow’s Bay“ lieben. Nicholas Gannon erzählt die Geschichte mit so viel Fantasie und Lust und witzigen Situationen, dass man regelrecht in das schneebedeckte Rosewood eintaucht. Eine Tasse heißer Kakao dazu, und stundenlangem Lesevergnügen steht nichts im Weg – die richtige Lektüre für die Weihnachtsferien!    (tmb)

„Die höchst eigenartige Verschwörung von Barrow’s Bay“ von Nicholas Gannon ist bei Coppenrath erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Kinderbücher

Absurd, verrückt und immer dagegen

Im Herzwald, wo immer die Sonne scheint und „alles mega“ ist, wohnt eine glückliche Einhornfamilie. Eines Tages wird ein kleines Einhorn geboren, das zwar schnuckelig-süß, aber immer gegen alles ist. Deswegen wird es bald „Neinhorn“ genannt. Es mag nicht tanzen, nicht naschen, nicht spielen – und dass ständig gereimt wird, geht ihm auch auf die Nerven. Also muss das Buch fortan ohne Reime auskommen. Das Einhorn trifft schließlich auf den Was-Bären, der schlecht hört und immer „Was?“ fragt. Die beiden zusammen begegnen dem NAhUND und schließlich auch noch der stets widersprechenden KönigsDOCHter. Das führt zu einer Reihe aberwitziger Dialoge und letztendlich dazu, dass die vier eben zusammen rumhängen und manchmal sogar gute Laune bekommen.

Eins vorneweg: Als Vorlesebuch ist das „Neinhorn“ wirklich eine Herausforderung. Nicht nur, dass die Gespräche zwischen Neinhorn, Was-Bär, NAhUND und KönigsDOCHter ziemlich anspruchsvoll zum Vortragen sind, problematisch ist auch, dass man als Vorleser ständig selbst loskichern muss angesichts der absurden Gespräche. Jeder, der ein kleines Neinhorn zu Hause hat (oder gar selbst eines ist) wird dieses Bilderbuch lieben. Nur eines hat das Buch nicht: eine Moral. Die müsse nicht sein, findet Marc-Uwe Kling, der auch die Känguruh-Chroniken geschrieben hat. Ziemlich genial sind übrigens auch die vielen verrückten Tiere am Ende des Buches, die Astrid Henn ebenso liebevoll gezeichnet hat wie den Rest des Buches. Da gibt es den Abär, die Schlaumeise, den Plappergei und die Niebelle. Und wir kenne sie alle!

 „Das Neinhorn“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn ist bei Carlsen erschienen. (tmb)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Bilderbuchtipps, Kinderbücher

Rätsel und eine spannende Suche

Seit sechs Monaten ist Lias‘ Vater, ein berühmter Forscher namens Bruce X. Milestone, verschwunden. Nun macht sich Lias auf die Suche nach ihm und reist nach Katmandu – und Ihr könnt ihm bei der Suche helfen! Um den Spuren seines Vaters zu folgen, hat Lias lediglich das Expeditionstagebuch von Bruce X. Milestone, zur Verfügung. Nach und nach müsst Ihr zusammen mit Lias die Hinweise und Rätsel darin entschlüsseln, damit die Geschichte weitergeht. Hilfe bekommt Lias dabei von den Zwillingen Mojo und Cookie. Die beiden sind nicht nur gewitzt, Cookie spricht auch noch zahlreiche Sprachen. Und so kommt es, dass sie sich plötzlich auf dem Weg in ein Bergdorf im Himalaya befinden und sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Volk der Jain begeben – dieses Volk soll ein Mittel entdeckt haben, das alle Krankheiten heilen kann. Und dann ist da noch der merkwürdige Junge Tashi, der Lias seit dem Flughafen folgt – ist er etwa ein Jain? 

Ich habe euch an dieser Stelle ja schon Exit-Spiele vorgestellt. So ähnlich, aber doch ganz anders, funktioniert „Explorer-Team“.  Dieses Buch stellt ein ganz anderes Leseabenteuer dar, denn die Erzählung liest man einfach von vorne nach hinten – die Rätsel, die es zwischendurch zu lösen gilt, stellen sich durch verschiedenes Zusatzmaterial wie das beiliegende Expeditionstagebuch und die „Schatztruhe für Explorer“. Christoph Dittert und Björn Berenz haben eine spannende Geschichte und eine tolle Idee entwickelt – das macht Lust auf mehr! Angekündigt sind auf jeden Fall drei weitere Missionen.

„Explorer Team: Das Abenteuer beginnt“ von Christoph Dittert und Björn Berenz ist im Arena-Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher, Projektarbeiten

Zauberhafte Freundschaftsgeschichte

„Die Wichtel aus dem Hundertwurzelwald – Einladung zum Elfenfest

Imme ist ein Wichtelmädchen und lebt in einem Dorf im Hundertwurzelwald. Ihr Onkel ist Arzt und ihre Mutter Apothekerin – ganz klar, dass sich Imme bestens mit Heilkräutern auskennt. Als sie eine verletzte Fledermaus findet, bringt sie sie zu ihrem Onkel. Doch lange hat Imme keine Zeit, sich um die Fledermaus zu kümmern, denn die Wichtel werden zur Krönung des Elfenkönigs eingeladen. Dabei gab es lange Unfriede zwischen den Elfen und den anderen magischen Wesen, weil der bisherige Elfenkönig eine Mauer rund um die Stadt errichten ließ. Nun soll das anders werden. Und die Elfen sind wirklich nett zu den Wichteln. Besonders mit Laurin freundet sich Imme an. Doch dann stehen plötzlich die Trolle vor der Stadt und sind wütend, weil sie nicht zum Fest eingeladen wurden. Als auch noch ein Trollkind lebensgefährlich verletzt wird, greifen Imme und Laurin ein.

Anna Taube hat eine rührende Geschichte über Freundschaft, Toleranz und Mut geschrieben und nebenher ganz schön viel Wissen über Heilpflanzen hineingepackt. Besonders schön sind die Illustrationen von Marie Braner, die dem Büchlein einen ganz eigenen Charakter verleihen. Da bekommt man gleich Lust auf noch mehr Abenteuer im Hundertwurzelwald.

 „Die Wichtel aus dem Hundertwurzelwald – Einladung zum Elfenfest“ von Anna Taube ist bei Magellan erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Kinderbücher

Nur nicht aufwecken!

dracheschläftNanu, ist das ein Berg? Nein, es ist der Drache – und er schläft tief und fest. Er lässt sich nicht von den Schafen stören, die auf ihm herumlaufen, und auch nicht von den Erdwichteln und den Monstern. Er bemerkt noch nicht einmal die Feuerwehrmänner, die sogar mit Wasser herumspritzen. Die Horden ziehen immer weiter, und der Drache schläft immer weiter, bis eine kleine Ameise kommt. Wird ausgerechnet dieses winzige Insekt den Drachen aus seinem Schlaf wecken? Und wenn ja, was wird dann passieren?

Das Gute-Nacht-Buch für die Jüngsten wartet mit zahlreichen Ausziehseiten auf, die immer die Antwort auf die spannende Frage geben: wacht der Drache nun auf oder nicht? Das macht Spaß und birgt zusätzliche Möglichkeiten, Details in dem Bilderbuch von Wiebke Hasselmann und  Isabel Große Holtforth zu entdecken.

Das Einschlaf-Buch – das ja eigentlich eher ein Aufwach-Buch ist – macht vor allem Kindern ab zwei Jahren Spaß. Auf jeder Seite wächst die Spannung, ob der Drache nun aufwacht oder weiter schlafen kann. Eine süße Geschichte, die auch tagsüber begeistert.

„Psst! Der Drache schläft“ von Wiebke Hasselmann und  Isabel Große Holtforth ist bei Carlsen erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Bilderbuchtipps, Projektarbeiten

Windelfrei

Kind Nummer zwei ist jetzt windelfrei. Es hat etwas gedauert, aber jetzt klappt es schon ziemlich gut. Wir haben sie natürlich auch immer gelobt, wenn alles gut funktioniert hat. Vor allem die Oma war sehr stolz: „Jetzt bist du schon ein richtig großes Mädchen!“

Fand Kind Nummer zwei auch. Deswegen war sie gestern auch der Meinung, dass sie, wie die große Schwester, in die Schulbetreuung gehen könnte. Da muss es nämlich furchtbar lustig zugehen. Ich habe ihr erklärt, dass sie dafür noch ein bisschen älter werden muss. „Du gehst da auch hin, wenn du ein großes Schulkind bist.“ Das sah sie zähneknirschend ein. Neue Diskussionen gab es beim Spazierengehen, als sie an der Straße den Hund führen wollte. „Dafür bist du noch zu klein“, sagte ich. „Aber ich bin doch jetzt groß“, argumentiert das Ex-Windelkind. „Aber das ist zu gefährlich“, sage ich. „Der Hund ist immer noch größer als du – er wirft dich um und rennt auf die Straße.“ Gemaule, Gemecker, aber es nutzt ja nichts. Dann beim Abendessen: Kind Nummer zwei will Cola trinken, wie der Papa. „Nein, das geht nicht, dafür bist du zu klein“, entscheidet der Erzeuger. Jetzt wird es Kind Nummer zwei zu bunt: „Das ist voll doof. Ich bin für gar nix groß genug. Ich will meine Windel zurück.“

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten, Zeitungsarbeiten

Ein ganz normales Vampirmädchen

coco1

Coco ist ein ganz normales Mädchen, das zur Schule geht und für Jungs schwärmt – bis auf den kleine Unterschied, dass sie ein Vampir ist. Ihrem Tagebuch vertraut sie alle Details ihres turbulenten Lebens an – denn das ist gar nicht so einfach, selbst wenn man wie sie als Vampir geboren wurde. Schließlich darf niemand, auch nicht ihre besten Freundinnen, wissen, dass sie sich eigentlich von Blutkonserven ernährt und dass ihr älterer Bruder Karl vor 100 Jahren von ihren Eltern gebissen und adoptiert wurde. Dass sie selbst als Vampir auf die Welt kam, macht sie zum „klassischen Sonderling unter den Sonderlingen“. Wie soll es denn nur auf der Klassenfahrt in Italien werden, wenn Coco nicht wie alle anderen normal essen und trinken kann? Zum Glück hat ihr Papa eine gute Idee. Cocos Papa ist ohnehin genial, denn er ist Modedesigner – wenn auch momentan in einer Schaffenskrise. Cocos Mama ist etwas altmodisch, und sie streiten öfter – zum Beispiel, wenn es um Cocos 13. Geburtstag geht oder darum, dass sich Coco heimlich die Haare färben lässt. Und dann ist da auch noch Gabriel, der neue an der Schule, in den Coco wirklich gar nicht verknallt ist. Schließlich hält Gabriel mit Emilie Händchen, warum soll sie einen Gedanken an ihn verschwenden? Allerdings war da dieser Kuss … Und dann ist da auch noch Nick, ein Model und supercoool – und auch ein Vampir…

Mit Coco haben die Autorinnen Gerda Maria Pum und Iris Blanck ein modernes Vampirmädchen erfunden, das junge Leserinnen fasziniert. Dass Coco niemanden beißen muss und zur Schule geht wie alle anderen, macht sie sympathisch. Zudem hat sie die gleichen Probleme wie andere Teenager: Streit mit den Eltern oder dem Bruder, Probleme mit Lehrern, die sie nicht leiden können, Modefragen und die erste Liebe. Die witzigen Illustrationen runden den Lesespaß ab.

 

„Cocos Diary – Tagebuch eines Vampirmädchens“ ist im Adrian-Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher, Projektarbeiten

Invasion der Bartträger

Ich weiß nicht, wie es derzeit bei Ihnen daheim so aussieht. Aber bei uns zu Hause hat eine Invasion stattgefunden. Sie sind überall. Sie stehen im Wohnzimmer auf dem Sideboard, in der Küche auf der Theke, im Esszimmer auf der Anrichte. Reste von ihnen habe ich sogar im Kinderzimmer auf dem Teppich gefunden. Sie tragen meist schwarz, rot und gold, viele zeigen sich auch in lila – aber nur äußerlich. Verborgen unter dem schönen Schein sind sie meist dunkelbraun. Zum Glück sind sie meistens ziemlich hohl.
Sie ahnen es sicher bereits: Seit Anfang November sind wir von einer regelrechten Armada von Schokonikoläusen überflutet worden. Die bärtigen kleinen Gesellen mögen harmlos und freundlich aussehen, aber lassen Sie sich nicht täuschen: Ich bin mir ziemlich sicher: Die haben einen Plan.
Dabei fing alles ganz harmlos an: Auf irgend einem Weihnachtsmarkt war da so ein Typ im roten Mantel, der meinen Kindern kleine Tüten in die Hände drückte. Da waren die ersten beiden Invasoren drin. Doch das war nur der Anfang. Plötzlich griffen sie von allen Seiten an: Im Kindergarten, in der Schule, in der Turnstunde und im Schwimmverein. Eine große Angriffswelle rollte wenig überraschend am 6. Dezember über uns hinweg, als gleich zehn der Schokokerle unseren Haushalt eroberten. Und plötzlich stand da sogar einer auf meinem Schreibtisch im Büro! Ich sag es ja, von ALLEN Seiten!
Es ist ja nicht so, als ob wir nicht versucht haben, uns zu wehren. Vor allem die Kinder haben sich heldenmütig an die Verteidigung der heimischen Linien gewagt. Aber ganz ehrlich: Wer zumChristkind soll denn so viel Schokolade verdrücken? Da macht auch der stabilste Magen irgendwann schlapp.
Aber ich hörte, wir haben es fast geschafft. Nur noch ein paar Tage, dann dürfte die Invasion der schokoladigen Bartträger ein Ende haben. Durchhalten, liebe Leidensgenossen! Trotzt der süßen Versuchung!
Bis dann im April eine neue Angriffswelle rollt. Und die hat dann Hasenohren.

 

FROHE WEIHNACHTEN!niko

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten, Zeitungsarbeiten

Eine abenteuerliche Weltreise

Lust auf eine abenteuerliche Reise? Dann ist der “Atlas Obscura” genau das Richtige für Euch. Der Untertitel verspricht es bereits: Mit diesem unterhaltsamen und toll illustrierten Sachbuch könnt ihr die 100 abenteuerlichsten Orte der Welt entdecken.atlasobscura

Auf jeder Doppelseite geht es in ein anderes Land der Erde. Ein Globus in der linken oberen Ecke zeigt, wo genau ihr euch befindet, ein paar Stichworte informieren über Lage, Einwohnerzahl, die Hauptstadt und ein besonderes Kuriosum. Zwei besondere Orte pro Doppelseite gibt es zu entdecken – und der Text lässt euch richtig in die fremden, faszinierenden Welten eintauchen. Ob bei der Wanderung der Blauwale in Húsavík in Island, in den fantastischen Kristallhöhlen in Naica in Mexiko, in der Kapuzinergruft in Palermo in Italien oder in den Glowworm-Höhlen von Waitomo – durch die spannend formulierten Texte seid ihr hautnah dabei – manchmal wird es sogar richtig gruselig. Ihr erforscht die Schlangeninsel in Brasilien und entdeckt die verlorene Stadt Herakleion in Ägypten, ihr probiert den Musikstein von Qobustan in Aserbaidschan aus und lauft durch die Unterwasserwelt des Museo Atlántico. Wusstet ihr, dass es auf der Insel Eil Malk in Mikronesien einen See mit Millionen von Quallen gibt? Und eine verborgene Wohnung im Eiffelturm? Das und noch viel mehr könnt ihr in diesem wunderbaren Buch herausfinden. Am Ende gibt es noch ein paar thematisch zusammengestellt „Reiserouten“, eine Übersicht über Fortbewegungsmittel – vom Verkehrsflugzeug mit 885 Stundenkilometern bis zum peruanischen Fischerboot mit 5 Stundenkilometern – und ein paar Tipps für Entdecker.

Dylan Thuras und Rosemary Mosco haben hier wirklich ein außergewöhnliches Buch geschaffen, das auch durch die Illustrationen von Joy Ang zu etwas ganz Besonderem wird. Das meiste, das sich in diesem Schmuckstück verbirgt, ist auch Erwachsenen unbekannt – mit dem, was ihr hier alles auf spannende Weise entdecken könnt, macht ihr auf jeden Fall Eindruck. Eine absolute Leseempfehlung!

 

„Atlas Obscura Kids Edition“ von Dylan Thuras und Rosemary Mosco ist im Loewe-Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Kinderbücher, Projektarbeiten

Stimmungsvolle Bilder und eine spannende Geschichte

eisk

Viele Jahre haben kleine und große Fans der Eiskönigin darauf gewartet: Ende November kommt endlich die Fortsetzung des erfolgreichen Disneyfilms in die Kinos. Passend dazu veröffentlicht der Carlsen-Verlag einen ganz besonderen Schmuckband. Darin wird nicht nur die Handlung des neuen Filmes erzählt, sondern eingebettet darin ist auch die Geschichte des ersten Teils. Los geht’s mit einem Abenteuer aus Annas und Elsas Kindheit. Ihre Mutter erzählt ihnen die Geschichte des weißen Flusses, der Antworten auf alle Fragen der Vergangenheit kennt. Neugierig machen sich die beiden Prinzessinnen auf den Weg, um diesen Fluss zu finden – natürlich heimlich…

Es folgt die Geschichte, in der Elsa zur Königin gekrönt wird und aus Angst vor ihren eigenen Zauberkräften eine großen Katastrophe über das Land Arendelle bringt, indem sie ungewollt ewigen Winter herbeiruft. Nur mit Hilfe ihrer Schwester Anna und der Kraft der Liebe wird der Winter wieder vertrieben.

Im dritten Teil des Buches weckt Elsa versehentlich die Geister eines verzauberten Waldes auf und muss gemeinsam mit Anna und ihren Freunden Kristoff, dem Rentier Sven und dem Schneemann Olaf erneut zu einem großen Abenteuer aufbrechen.

Das wunderschön gestaltete Vorlesebuch mit den goldenen Seiten und goldgeprägten Schneeflocken ist schon allein optisch etwas ganz Besonderes. Die Geschichte der Eiskönigin fasziniert seit Jahren, und auch die Fortsetzung ist spannend und dramatisch. Die komischen Elemente des Filmes bleiben in dem Buch etwas auf der Strecke, wären aber wahrscheinlich auch schwer umsetzbar gewesen. Insofern ist es gut, dass sich die Macher darauf konzentriert haben, die stimmungsvollen Bilder einzufangen und die Geschichte in kindgerechten Worten zu erzählen. Ein Muss für alle, die die Eiskönigin lieben.

„Die Eiskönigin II“ ist bei Carlsen erscheinen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps, Kinderbücher, Projektarbeiten

Tipps für schaurige Halloween-Partys

magisches HexenbuchZu Halloween haben wir einen ganz besonderen Buchtipp für euch: „Das magische Hexen-Bastelbuch“ leuchtet nicht nur geheimnisvoll im Dunkeln, es stehen auch viele tolle Tipps für kleine Zauberlehrlinge und Junghexen darin.

Zunächst gibt es zahlreiche Bastelanleitungen, mit deren Hilfe man eine schaurige Halloweenparty oder einen feschen Hexengeburtstag veranstalten kann: von der Hexenkessel-Einladungskarte bis zu gruseligen Gummihandschuh-Giveawaybeutel. Außerdem finden sich Anregungen für viele Dekorationen: eine leuchtende Hexenkugel, Mumienwindlichter und glühende Milchkartonlaternen sind dabei. Für spukige Klopapierrollen-Gesellen gibt es hilfreiche Bastelvorlagen, und auch schreckliche Spinnennetze und verhexte Zauberstäbe lassen sich ganz leicht herstellen. Dann folgt der kulinarische Teil. Mein Lieblingsrezept hier ist die Horror-Bowle mit Eishand, aber auch die modrigen Mumien Würstchen, das klapprige Gemüse-Skelett und der Wackelpudding mit Fruchtgummi-Würmern und –Augen machen etwas her. Witzige Experimente, mit denen die Nachwuchs-Hexen einen  Kürbis brodeln lassen und Schleim herstellen können, sowie Nähtipps für die passende Garderobe runden das Buch ab.

Für Grusel-Fans ist dieses Bastelbuch gerade zu Halloween genau das Richtige, um sich noch ein paar Anregungen für eine schaurig-schöne Party zu holen. Die Tipps am Anfang erleichtern es älteren Kindern, einige Dinge auch schon alleine zu versuchen – ein älterer Hexenmeister sollte aber zur Unterstützung bereit stehen.

„Das magische Hexen-Bastelbuch“ von Gudrun Schmitt ist im Frech-Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Falscher Stamm

UnbenanntIn jüngster Zeit begegnet einem die Werbung für Meningokokken-Impfungen häufig, die Kampagne läuft unter dem Titel „Meningitis bewegt“. Deswegen bin ich nicht erstaunt, als mich die Kinderärztin bei der U7a-Untersuchung darauf anspricht. Die Meningokokken-B Impfung werde zwar nicht von der Impfkommission empfohlen, aber sie würde sie mir ans Herz legen. Das Thema ist mir nicht neu. Vor einem Jahr ist in Südhessen in zweijähriges Kind an den Folgen einer Meningokokken-B-Infektion gestorben, ich habe mich daraufhin eingelesen. In Deutschland erkrankten laut Robert-Koch-Institut in den Jahren 2013 bis 2016 im Mittel jährlich 315 Personen an invasiven Meningokokken-Infektionen, davon 211 an Infektionen durch Meningokokken der Serogruppe B. Rund fünf bis zehn Prozent der Infektionen verlaufen tödlich. Die Impfung schützt, wird aber von der Ständigen Impfkommission, die in Deutschland allgemeine Impfempfehlungen ausspricht, nicht für alle Kinder empfohlen, sondern nur für solche mit einem Immundefekt.
Ich entscheide ich mich für eine Impfung. Kostenpunkt für eine Impfdosis: Über 100 Euro pro Kind. Die Kasse zahlt nichts. Zunächst heißt es, man zahle nur auf ausdrückliche Empfehlung des Arztes. Die Sprechstundenhilfe ist bei meiner Nachfrage verwirrt: „Wenn wir es nicht empfehlen würden, würden wir Ihnen doch kein Privatrezept ausstellen..?“ Stimmt. Nochmalige Nachfrage bei der Kasse. Jetzt heißt es, man wolle „auf die Empfehlung der Experten der Impfkommission“ warten. Wann die kommt, steht in den Sternen. Auch die Zusatzkasse zahlt nicht, mit derselben Begründung. Obwohl auf deren Homepage ausdrücklich steht, dass man für Individuelle Gesundheitsleistungen aufkomme.
Man kann zu Impfungen stehen wie man will: Man kann sie ablehnen, ohne gleich ein Aluhut-Träger zu sein, und man kann sie befürworten, ohne ein Jünger der Pharmaindustrie zu sein. Aber es ist ein Witz, dass ich, wenn ich mich für das Impfen entscheide, auf den Kosten sitzen bleibe, obwohl rund 70 Prozent der Meningokokken-Infektionen in unseren Breiten durch den Stamm B ausgelöst werden. Meningokokken des Stamms C verursachen nur rund 30 Prozent der Erkrankungen. Diese Impfung wird bezahlt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten, Zeitungsarbeiten

Witzig, spannend und gefühlvoll

511u5EmcjEL._SX353_BO1,204,203,200_Viele Mädchen schreiben Tagebuch. Annie hingegen schreibt Listen. Über alles in ihrem Leben fertig sie Listen an – und wer ihre Listen liest, erfährt auch ihre Geschichte. Die Gründe etwa, warum sie von ihrer Schule geflogen ist, und warum sie daran Schuld ist, dass ihre Familie aus Brooklyn wegziehen muss. Die Dinge, die sie in ihrem neuen Leben vermisst – allen voran ihre beste Freundin – und die von jetzt an anders sind. Denn Kleewinkel ist ein winziger Ort, nicht mit dem New Yorker Stadtteil Brooklyn zu vergleichen. Dazu kommt, dass Annie ein ganz besonderes Gedächtnis hat und sich an fast alles erinnern kann, was ihr irgendwann einmal passiert ist – das ist nicht immer angenehm, vor allem, wenn sich die anderen nicht daran erinnern. Denn: „Wenn man sich an so viele Dinge über andere Leute erinnert, fühlt man sich manchmal, als ob niemand sich so für einen selbst interessiert wie andersherum.“

Annie zählt im Laufe eines Jahres auf, was an ihrem neuen Haus besonders ist, warum sie es an der neuen Schule schwer hat und warum ihr Bruder sauer auf sie ist. Und so erfährt man nach und nach nur durch die Listen Annies Geschichte und wie es ihr doch noch gelingt, in Kleewinkel Freundinnen und eine neue Heimat zu finden.

„Mein Leben in Listen: Annies Geschichte“ ist mal etwas ganz Anderes: Wer glaubt, eine Geschichte lasse sich nicht mit Listen erzählen, wird hier etwas Besseren belehrt. Denn Annies Geschichte ist durchweg witzig, spannend und gefühlvoll. Sie thematisiert in ungewohntem Stil schwierige Themen wie Umzug und den Versuch, neuen Freunde zu finden und alte Freundschaften zu erhalten mit sehr viel Leichtigkeit und Charme. Das Buch macht von der ersten bis zur letzten Liste Spaß.

„Mein Leben in Listen: Annies Geschichte“ von Kristin Mahoney ist bei Egmont Schneiderbuch erschienen.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher, Projektarbeiten

Pipi Langstrumpf unter Wasser

Meja-Meergrün.jpgAn einer besonders tiefen Stelle im Meer liegt die Stadt Lyckhav. Dort lebt das Meermädchen Meja Meergrün. Sie ist wild, frech und denkt nicht daran, zur Schule zu gehen. Ihre Eltern sind Forscher und auf Reisen, und ihre Mutter hat ihr extra den leuchtenden Seestern Lille geschenkt, damit sie nicht allein ist. Als nun auch noch Kümmerkröte Padson auftaucht und Meja dazu bringen will, sich wie ein anständiges Meermädchen zu benehmen, kommt das aus Mejas Sicht zum völlig falschen Zeitpunkt. Denn Lyckhav verliert sein Licht: Alle Laternen- und Leuchtfische verschwinden auf mysteriöse Weise. Und Meja muss doch schließlich herausfinden, was da los ist. Mit Unterstützung von Padson geht sie auf die abenteuerliche  Suche nach der Antwort und erfährt von dem Wasserkobold Nisse Klok, dass nur sie das Meeresleuchten retten kann, und dass auch Lille eine bestimmte Rolle dabei spielt.

Ein bißchen ist „Meja Meergrün“ wie Pipi Langstrumpf unter Wasser: Sie ist frech und derzeit elternlos, und sogar eine Kiste voll Goldstücke besitzt sie. Allerdings ist Meja nicht ganz so allmächtig, sondern auf die Hilfe ihrer Freunde angewiesen: Zusammen sind sie stark, das muss Meja aber erst einmal lernen. Ihr Abenteuer ist spannend erzählt und liebevoll von Wiebke Rauers illustriert. Und dass Meja trotz allem kein braves Meermädchen wird, sondern wild, frech und damit liebenswert sie selbst bleibt, ist besonders schön. Ein Muss für kleine Meerjungfrauen und Meermänner!

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Abenteuer mit Megapower

maxIhr mögt Superman, Batman oder die Avengers? Wie alle Kinder findet auch Max Superhelden einfach toll. Doch während Martin der Tollkühne Titan sein will und Emma für den Roten Retter schwärmt, hat Max einen anderen Liebling: Megapower. Sie ist anders als alle anderen Superhelden, denn sie kann nicht nur Computer programmieren und Bomben entschärfen, bändigt jedes Tier und ist grenzenlos klug. Und mit ihren Röntgenaugen kann sie sogar durch Wände sehen. Gut, diese Fähigkeit ist nicht immer so super, vor allem, wenn Max heimlich Törtchen stibitzt. Aber dafür nimmt Megapower Max mit in die ganze Welt. Und am allerbesten ist Megapower, wenn sie ihr Mami-Kostüm anzieht und Max einen Gute-Nacht-Kuss gibt.

Ganz klar, Superhelden liegen bei Kindern immer im Trend. Und mit diesem witzigen Bilderbuch merkt ihr, dass es noch ganz andere Superhelden gibt – die, die immer für euch da sind, euch beschützen und sich um euch kümmern. Das ist doch eigentlich ziemlich super, was Mamis und Papis so können. Besonders gut gefallen mir die Zeichnungen, die echten Comic-Stil mit liebevollem Bilderbuch-Charme mischen. Eine Empfehlung, nicht nur für Kinder, sondern für alle Superhelden des Alltags.

„Max und die Superhelden“ von Rocio Bonilla und Oriol Malet ist bei Jumbo erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Alles Firlefanz

angst.jpgGanz ehrlich: Vor irgendetwas hat doch jeder Angst. Sophie zum Beispiel fürchtet sich vor Spinnen, Maximilian vor Hunden und Benjamin vor Spritzen. Luise hat Angst vor Schlangen, Jule vor dem dunklen Keller, Lara vor Wespen und Mia vor Halloween. Über solche Ängste kann Franz nur lachen: „Das ist doch alles Firlefanz. Ich hab vor gar nix Angst.“ Aber irgendwann merkt er, dass das auch irgendwie doof ist – denn das macht einsam.

Die beiden Autoren zeigen hier auf herzige Weise: Angst haben ist gar nicht so schlimm. Denn wovor der eine Angst hat, ist für den anderen kein Problem.  Die Illustrationen und lustigen Verse zeigen die Ängste (nicht nur) von Kindern, ohne sich darüber lustig zu machen. Ein süßes Büchlein für alle, die sich ihren Ängsten stellen wollen.

„Angst vor gar nix?“ von Werner Holzwarth und Daniel Kratzke ist bei Klett Kinderbuch erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Hilfe für Eli

Der kleine Elefant Eli ist mit seinen Freunden auf dem Weg zum Wasserloch. Und er würde so gerne Erster sein und vorneweg laufen. Allerdings meinen die anderen: Der Kleinste kommt zum Schluss. Das will Eli nicht auf sich sitzen lassen: Er bittet die Kinder, die das Buch lesen, ihm zu helfen. Sie müssen eifrig rufen, schütteln, quieken und zischen, damit sich Eli einen Platz nach dem anderen nach vorne schummeln kann.  Das bleibt jedoch nicht unbemerkt. Mit seinem Trick schafft es Eli aber am Schluss, dass letztendlich alle ins Wasser können. Und auf dem Heimweg darf dann der Klügste vorneweg gehen.

Das lustige Mitmach-Buch erobert sehr schnell die Herzen der Kinder, denn es macht einfach Spaß, dem kleinen Elefanten beizustehen und sich an den gelungenen Illustrationen zu freuen. Und am Ende ist klar: Eigentlich ist es egal, wer Erster ist – Hauptsache, alle halten zusammen.

„Ich will Erster sein“ von Richard Byrne ist bei Maggellan erschienen.

erstersein.jpg

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Bunter Spaß für kleine Leser

zuhause.jpgIn der Stadt gibt es unheimlich viel zu sehen und zu entdecken. Jede Seite des Papp-Bilderbuchs „Zuhause in der Stadt“ zeigt etwas anderes davon: die Tiere im Stadtpark, die Stände auf dem Wochenmarkt, den Garten hinter dem Haus, die Boote auf dem Kanal, die Geschäfte in  der Hauptstraße und das Leben in  der Innenstadt, um einige Beispiele zu nennen. Auch der Park bei Regen oder Schnee oder die Stadt bei Nacht sind Themen, um die es geht. Auf jeder Seite gibt es zudem Suchaufgaben, für die man manchmal ganz genau hinschauen muss.

Die Illustrationen von Sébastien Braun sind liebevoll und kindgerecht detailliert. Kinder finden ihre eigene Lebenswelt darin wieder und haben Vergnügen daran, bestimmte Tiere oder Gegenstände zu suchen und selbst etwas zu den Bildern zu erzählen. Ein bunter Spaß für die kleinsten Leser.

„Zuhause in der Stadt“ von Sébastien Braun ist bei magellan erschienen.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Den eigenen Stil selbst gestalten

näh mit.jpg„Trendige Kleidung und Accessoires nähen ist kinderleicht“ finden die Autorinnen Ina Andresen und Stefanie Kroth. Mit ihrem Buch „Näh mit! Mode und Accessoires“ können junge Modebegeisterte Schritt für Schritt lernen, ich selbst mit Kleidung im eigenen Stil zu versorgen. Nach einer umfassenden Anleitung, in der unter anderem das Maßnehmen, die Arbeit mit Schnittmustern, der Zuschnitt und das Nähen an der Nähmaschine erläutert werden, gibt es zahlreiche Anleitungen für unterschiedlichste Kleidungsstücke: Vom Ballonrock übers Raglan-Shirt, Leggins und Ponchos bis zum Fledermausshirt, Kleidern und Tops, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Ein weiteres Kapitel bietet Anregungen zu Accessoires wie Rucksäcken und Taschen, Schlafmasken und Gürteln. Auch einen Abschnitt zum Upcyclen gibt es, in dem aus alten Shirts Beanies werden. Designtipps gibt es mit Prints und Wendepailletten. Dank der Fotoanleitungen wird die Umsetzung wirklich kinderleicht – ein näherfahrener Erwachsener sollte jedoch trotzdem helfend bereitstehen, zumindest am Anfang.

„Näh mit! Mode und Accessoires“ von Autorinnen Ina Andresen und Stefanie Kroth ist im TOPP-Verlag erschienen.

näh mit.jpg

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Cluburlaub  für Nager

moppi-und-moehre-abenteuer-im-meerschweinchenhotel-167631783.jpgFür die beiden Meerschweinchen Moppi und Möhre beginnt ein großes Abenteuer: Ihre Besitzer Annika und Louis bringen sie in ein Meerschweinchenhotel, weil sie selbst in den Urlaub fahren. Im Meerschweinchenhotel ist es himmlisch: Es gibt ein großes Schloss, einen Swimmingpool, ein Buffett und viele andere Meerschweinchen. Schnell freunden sich Moppi und Möhre mit Schäfi, Nacki und Elvis an. Nur Grufti ist ein richtiger Miesepeter. Er behauptet sogar, dass die Meerschweinchen nie wieder von ihren Besitzern abgeholt werden. Moppel und Möhre sind sauer, aber auch unsicher: Sollte der grummelige Grufti tatsächlich Recht behalten?

Mit Witz und Charme erzählt Anna Lott die Abenteuergeschichte der beiden Meerschweinchen, die endlich mal im Urlaub relaxen können. Die skurillen Charaktere im Hotel machen Spaß und erinnern an manchen Cluburlaub. Das ernste Thema – Tiere, die abgeschoben werden, weil man sie nicht mehr möchte – tritt allerdings etwas in den Hintergrund, denn natürlich geht es in diesem Kinderbuch gut für alle Vierbeiner aus. Eine lustige Sommerlektüre für Nager-Fans.

„Moppi und Möhre: Abenteuer im Meerschweinchenhotel“ von Anna Lott ist im Carlsen-Verlag erschienen.

moppi-und-moehre-abenteuer-im-meerschweinchenhotel-167631783.jpg

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Philosophie für Kinder

9783551250957.jpgPhil und Sophie sind beste Freunde. Sie reden über viele Fragen, die ihnen durch den Kopf gehen: über Freundschaft, Gedanken, Glück und das Schöne, aber auch über traurige Themen wie den Tod.  Nicht immer finden sie eine Antwort auf ihre Fragen, aber das ist auch gar nicht so wichtig – oft ist es ihr Gespräch, das ihnen weiterhilft. Als Sophie zum Beispiel, sehr wütend ist, findet Phil eine Lösung für ihr Problem – denn ein bester Freund kann helfen, „wenn in einem selbst zu viele Gefühle“ fürs Denken sind. Auch das mit dem Großwerden ist ein schwieriges Thema. Denn wenn Erwachsene von Kindern wissen wollen, was sie werden möchten, wenn sie groß sind, wollen sie einen Beruf hören. Phil hingegen möchte ein Papa sein und mit seinen Kindern Fußball spielen und außerdem gut kochen können; und Sophie möchte fröhlich bleiben.  Aber gut, dass sie noch nicht erwachsen sind, denn es gibt noch viel zu entdecken.

„Das Wichtigste ist, dass man nicht aufhört zu fragen.“ Dieses Zitat von Albert Einstein steht in dem Buch  vor dem Anhang, der die kleinen Leser zu weiteren Fragen animieren soll. Die Fragen, mit denen sich Phil und Sophie beschäftigen, sind so alt wie die Welt – eben philosophisch. Und es sind die Fragen, mit denen Kinder oft ihre Eltern konfrontieren. Manchmal finden Kinder selbst die besten Antworten darauf. Auf jeden Fall bietet ihnen das Buch von Ina Schmidt jede Menge Stoff zum Nachdenken und hebt kindliche Alltagssituationen auf eine andere Ebene. Auch als Erwachsener macht es Spaß, sich damit zu beschäftigen – am besten zusammen mit dem Kind.

„Kleine und große Fragen an die Welt“ von Ina Schmidt ist bei Carlsen erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Phantastisches Gemüse-Abenteuer

3b02ddf264db215a9349d4a3663ed0c0bad4275c-00-00.jpegAls jüngste Tochter einer Familie, die einer berühmten Gärtnerdynastie entstammt, hat man es nicht leicht. Vor allem, wenn man, wie Flora Botterblom, mit Gemüse und Pflanzen absolut nichts anfangen kann. Ihre Geschwister, die Zwillinge Laurenz und Lilly, kennen sich mit dem Gärtnern bestens aus und unterhalten sich oft stundenlang über die verschiedenen Gemüsesorten. Flora hingegen ist genervt bei dem Gedanken, die ganzen Sommerferien bei der Ernte helfen zu müssen. Da offenbart ihr der Großvater an ihrem elften Geburtstag ein  besonderes Geheimnis: Früher war das Leben der Botterbloms nicht so langweilig – früher waren sie Wundergärtner und züchteten magische Pflanzen, mit denen man den Menschen helfen konnte. Leider wurde das Glas mit den Samen für die zwölf magischen Wunderpflanzen ihrer Oma Olivia gestohlen. Lediglich ein einziges Samenkorn einer Wunderpepperoni blieb übrig, und ausgerechnet Flora ist auserwählt, die Pepperoni zu anzubauen. Mit ihr wird es gelingen, dem Samendieb nach vielen Jahren endlich auf die Spur zu kommen, erklärt Floras Großvater und gibt ihr genaue Pflanz-Anweisungen und einen Wunderdünger. Flora dauert es mit dem Wachsen allerdings etwas zu lange, so dass die Pflanze statt drei ganze neun Tropfen des Düngers bekommt. Und Flora merkt schon bald: Da läuft etwas gewaltig schief!

Welches Mädchen wünscht sich nicht, Teil von etwas ganz Besonderem zu sein? Flora geht es so, und mit ihr wahrscheinloch vielen Lesern, die mit ihr auf eine ganz besonders phantastische Gemüse-Reise gehen. Der frische Erzählstil von Astrid Göpfrich macht dabei außergewöhnlichen Spaß. Die vielen fast alltäglichen Hindernisse und  Gefahren, denen sich Flora stellt, sind teilweise urkomisch und machen neugierig: Was geht Flora wohl als nächstes schief? Dazu kommt die spannende Geschichte um das alte Familiengeheimnis und die Frage, ob Flora es wirklich lüften kann. Eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Gartenfans.

„Flora Botterblom: Die Wunderpepperoni“ von Astrid Göpfrich ist bei magellan erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Für kleine Fans ein Genuss

carlsen-verlag-vorlesebuch-disney-der-koenig-der-loewen-p1638146-1.jpgEs gibt Nachwuchs im Königreich der Tiere: Dem Löwen Mufasa wurde ein Sohn geschenkt, und eines Tages soll der kleiner Simba König über die afrikanische Savanne werde. Allerdings ist da sein Onkel Scar, der ihm den Thron neidet. Er lockt den Löwen-Prinzen in eine Falle und redet dem Kleinen ein, er sei schuld am Tod seines Vaters. Simba läuft davon und befreundet sich im afrikanischen Dschungel mit dem Erdmännchen Timon und dem Warzenschwein Pumbaa. Jahre später findet ihn seine Freundin Nala und überredet ihn, zurückzukehre und um seine Herrschaft zu kämpfen, denn Scar hat sein Königreich zerstört. Doch obwohl Simba seinen Onkel besiegt, ist es noch nicht vorbei: Zira, die Mutter von Scars Sohn Kovu, schmiedet Rache und will Simbas Tochter Kiara von dem ihr zustehenden Thron stoßen.

Die Geschichte von dem kleinen Löwen Simba, der in die großen Fußstapfen seines Vaters treten muss, ist mittlerweile ein Klassiker. Auch wenn sich die Handlung gar nicht wie eine Geschichte für Kinder liest, ist ihre Faszination ungebrochen.  Disneys Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1994 wurde jetzt neu verfilmt, und pünktlich zum erscheint das vorliegende Bilderbuch. Es enthält nicht nur die Handlung des ersten Teils, sondern auch die seiner Fortsetzung. So erfährt der Leser Simbas ganze Geschichte, illustriert mit den bekannten Bildern aus den Filmen. Für kleine Fans ein Hochgenuss.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Bilderbuchtipps, Kinderbücher, Projektarbeiten

Das Richtige für Wasserratten

Schon vier Abenteuer hat Jana in der Reihe „Schwimmen macht Spaß“ erlebt. Das fünfte erscheint nun rechtzeitig zur Urlaubszeit und heißt „Die Höhle am Meer“. Darin macht Jana mit ihrer Familie Strandurlaub und lernt den netten Marco kennen. Der verkauft ihr ein Bodyboard und bringt ihr und ihrem Bruder Max einige Tricks bei – wie gut, dass Jana mittlerweile so gut schwimmen kann. Doch als das Board gestohlen wird, ist Janas ganzes Können gefragt – zusammen mit Max und Marco kommt sie einer Diebesbande auf die Spur.57004941_389498201776865_4087303973508300715_n

Die Geschichte von Jana ist nett erzählt und genau richtig für Kinder, die vielleicht zum ersten Mal Urlaub im Süden in einer Hotelanlage verbringen. Im Text versteckt sind die Baderegeln, und am Ende der Geschichte gibt es ein Quiz zum Ankreuzen sowie weitere wichtige Tipps, die das Schwimmen und das Verhalten im Meer betreffen. Weitere Erklärungen, zum Beispiel zu den Flaggen am überwachten Badestrand und zu Strömungen im Meer, runden den Informationsteil ab. Die richtige Lektüre für kleine Wasserratten und solche, die es werden wollen.

 

„Die Höhle am Meer“ von Veronika Aretz ist im VA-Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher, Projektarbeiten

Aus dem Leben eines Genies

Leonardo da Vinci ist mit Sicherheit eine der faszinierendsten Figuren der Weltgeschichte. Sein Leben war komplex und spannend – und ganz gewiss nicht einfach für junge Leser zu erklären. Christine Schulz-Reiss wagt es in dem von Paolo Friz reich bebilderten Buch trotzdem. Mit Erfolg, denn das Leben des berühmten Künstlers und Erfinders liest sich bei ihr wie ein abwechslungsreiches Jugendbuch. Dazu lässt die Autorin ihre Leser ganz oft durch Leonardos Augen sehen. Sie beschreibt seine Kindheit und Herkunft, erklärt, warum der kleine Leonardo mit der linken Hand schreiben durfte und nicht „umerzogen“ wurde, wie es sonst üblich war: Als uneheliches Kind eines Bauernmädchens schien das unnötig. Sein Vater verschaffte ihm trotzdem später eine Lehrstelle in Florenz, wo sich für den Jungen eine neue Welt eröffnete. Im Übrigen schildert Christine Schulz-Reiss sehr eindrucksvoll, wie sich Leonardo die Wunder der Welt offenbarten. Nebenher zeichnet sie ein eindrucksvolles Bild des damaligen Lebens und von der Entstehung der berühmten Werke da Vincis.

„Die geheimnisvolle Welt des Leonardo da Vinci“ hat der Kindermann-Verlag zu seinem 25. Geburtstag herausgebracht. Es erscheint in der Reihe „Kinder entdecken berühmte Leute“ und ist ein gelungenes Beispiel dafür. Das bebilderte Buch liest sich leicht und lässt auch Erwachsene über die Details staunen, die die Autorin über das Leben des Universalgenies Leonardo da Vincis verrät. Besonders erwähnenswert sind auch die liebevollen Illustrationen von Paolo Friz, der die Geschichten ganz im Stil des großen Meisters lebendig werden lässt.

Da das Buchs ehr viel Text enthält, ist es vor allem für ältere, wissensdurstige Grundschulkinder geeignet und unterhält diese hervorragend.

„Die geheimnisvolle Welt des Leonardo da Vinci“ von Christine Schulz-Reiss ist im Kindermann-Verlag erschienen.

 

11

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps, Kinderbücher

Super Tipps für Tierfreunde

wir-retten-die-bienen-igel-und-kaefer-261024555Kleine Tierfreunde aufgepasst: Was Ihr das ganze Jahr über im eigenen Garten und in der Natur für große und kleine Tiere tun könnt, erfahrt Ihr in diesem tollen Bastelbuch. Nachdem ihr allerhand über die Grundausstattung erfahren habt – zu der unter anderem eine Becherlupe und eine stilgerechte Arbeitsschürze gehören, auch dafür gibt es natürlich Anleitungen – dreht sich alles rund um die Lebewesen in Garten, Wald und Wiese. Es gibt viele nützliche Basteltipps, wie zum Beispiel für einen Bienen-Pool, einen Wespen-Teller (mit dem man die Wespen vom eigenen Essen ablenken kann), für Vogelhäuschen, Hummelwasser oder ein Ohrwurmhaus. Super ist zum Beispiel das Regenwurm-Beobachtungsglas, das nicht nur hübsch aussieht, sondern auch zum Terrarium für ungewöhnliche Haustiere wird. Ein tolles und tierfreundliches Hilfsmittel ist auch der Spinnenfänger, mit dem man unliebsame Hausgäste ganz leicht vor die Tür befördern kann.

Dazu gibt es zahlreiche Dekotipps, die dann mal nicht nützlich sind, aber hübsch aussehen. Und das Wichtigeste: Im Buch stehen  ganz viele Infos über Bienen, Hummeln, Wespen, Marienkäfer, Schlangen, Schmetterlinge, Eichhörnchen und noch viele andere kleine Tiere mehr.

Ich bin von diesem Buch wirklich restlos begeistert: Die Anleitungen sind übersichtlich und einfach erklärt, und immer gibt es wissenswerte Kleinigkeiten in Infoboxen, die auch manchen Erwachsenen überraschen dürften. Die witzigen und liebevollen Illustrationen sind da nur das Tüpfelchen auf dem i. Kleine Naturfreunde – und die meisten Kinder sind das ja – sind mit dem Buch von Susanne Pypke bestimmt den Großteil der Sommerferien beschäftigt.

„Wir retten die Bienen, Igel und Käfer!“ von Susanne Pypke ist im Topp-Verlag erschienen.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kreativbuch-Tipps, Projektarbeiten, Zeitungsarbeiten

Feinsinnige Suche nach Zuhause

In einem Wald liegt ein wunderschöner, riesengroßer blauer Stein. Er liegt dort sehr gern. Doch eines Tages brennt der Wald ab und die Menschen entdecken den blauen Stein. Sie schneiden ihn in zwei Teile und bringen einen Teil zu einem Künstler. Aus dem Stein wird eine Elefantenskulptur. Doch weil der Stein seine zweite Hälfte so sehr vermisst, bricht er irgendwann entzwei. Die zerbrochene Hälfte wirft man fort, aus der anderen Hälfte wird eine neue, kleinere Skulptur. Doch wieder vermisst der Stein seine zweite Hälfte, wieder zerbricht er. So geht es immer weiter, und die Skulpturen, die aus dem Stein geschaffen werden, werden immer kleiner und kleiner. Und der blaue Stein vermisst seine Hälfte immer stärker. Irgendwann zerbröselt er zu Staub, der davongeweht wird – und in seinen  Wald zu seiner zweiten Hälfte zurückkehrt.

Die Bilderbücher des taiwanischen Autors Jimmy Liao sind feinsinnig, berührend und ästhetisch auf einem hohen Niveau. Sie richten sich nicht speziell an Erwachsene, doch für kleinere Kinder sind sie zu ernst. Ältere Kinder können die Metaphern über Einsamkeit und Liebe durchaus verstehen, vielleicht sogar besser als manch erwachsener Leser. Doch die Suche nach zuhause in „Der blaue Stein“ ist an vielen Stellen auch sehr traurig, so dass sehr empfindsame Kinder vielleicht Probleme damit haben. Übersetzer Marc Hermann hat eine wundervolle Sprache für Liao gefunden: einfach, aber einprägsam, poetisch und gleichzeitig verständlich.

„Der blaue Stein“ von Jimmy Liao ist bei chinabooks erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Auch gelesen..., Bücher, Bilderbuchtipps

Fesselnder Wettlauf gegen die Zeit

Seyfried führt mit seiner Frau Elsbeth und seinen Kindern ein ruhiges Leben. Er ist ein Zeidler, der Honig und Wachs von wilden Bienen erntet, seine Frau ist Heilerin. Doch als sie eine junge, verletzte Frau aufnimmt, ahnt er, dass das böse Folgen haben könnte. Und er hat recht: Das Mädchen entpuppt sich als die Tochter des Marschalls und stirbt. Elsbeth wird des Mordes beschuldigt, und, weil auf unerklärliche Weise Bienenvölker in der Region starben, als Hexe zum Tod verurteilt. Seyfried erhält die Chance, seiner Frau das Leben zu retten, wenn er die Fürsprache der berühmten Nonne Hildegard erringen kann, die selbst eine Heilerin ist. Diese baut gerade ein Kloster in Bingen – und als Seyfried dort ankommt, muss er feststellen, dass Hildegard ganz andere Sorgen hat. Für ihre Hilfe verlangt sie eine Gegenleistung, die ihn schließlich zum frisch gekrönten König Friedrich I. führt.
Ralf H. Dorweiler schildert Seyfrieds Wettlauf gegen die Zeit sehr eindringlich und spannend. Da jedem Kapitel eine Art Countdown bis zum Termin der Hinrichtung Elsbeths vorangestellt ist, fiebert der Leser mit dem Zeidler und seiner Familie mit. Zudem malt Dorweiler ein beeindruckendes Bild der Zeit um 1150: Sowohl, was das Leben auf einer Burg angeht, wo Seyfrieds Kinder und Frau auf seine Rückkehr warten, als auch vom klösterlichen Leben bei Hildegards Benediktinerinnen. Der Leser erhält Einblick in das Zeidlerhandwerk und in das alltägliche Leben im 12. Jahrhundert, und das Ganze verpackt in eine Geschichte, die bis zum Schluss fesselt.
„Der Gesang der Bienen“ ist bei Bastei Lübbe erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Auch gelesen..., Bücher

Das Pubertier

Ich habe zu Hause ein kleines Pubertier – wie in der Fernsehserie. Was etwas seltsam ist, denn das Pubertier ist noch nicht einmal neun Jahre alt. Eigentlich sollte es noch ein Jungtier sein. Aber manchmal, da benimmt es sich schon so seltsam, dass ich entnervt seufze: „Das muss schon die Pubertät sein!“ Anders kann ich es mir nicht erklären, wenn wir endlose Diskussionen über das richtige Outfit für den Schulfotograf führen müssen, wenn mit der Freundin schon heimlich über Jungs gekichert wird und wenn vor allem manchmal, aber leider immer häufiger, die kleinen Hörnchen durchkommen und sich das Jungtier in ein Pubertier verwandelt. Da wird herumgezickt, vom Feinsten. Meine Freundin hat ja die Theorie, dass das von den vielen Hormonen in unserem Schweinefleisch kommt. „Kein Wunder, dass die Pubertät da schon ein paar Jahre früher einsetzt“, meint sie.

Glauben Sie mir, ein neunjähriges Pubertier, das ist kein Spaß. Denn im Gegensatz zu einem 13-jährigen Pubertier versteht es viele Dinge noch nicht so recht. Und es tut mir auch leid, das Pubertier, denn oft scheint es auch nicht zu wissen, warum es denn eigentlich jetzt gerade so zickig sein muss. Neulich hat es in der Schule gezickt und musste zur Strafe aufschreiben, was da genau mit seiner eigentlich besten Freundin vorgefallen war. Das Pubertier erklärte die Situation sehr genau, bis zu dem Punkt, an dem der Streit begann. „Und dann hat mich die Pubertät überwältigt!“, stand auf dem Blatt, das es mir verschämt zur Unterschrift vorlegte.

Armes, kleines Pubertier.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten, Zeitungsarbeiten

Für Hundeliebhaber und beste Freunde

Es gibt viele Gründe, aus denen man sich mit jemandem „pudelwohl“ fühlen kann. Weil man gemeinsam Spaß hat, sich versteht und zusammen stark fühlt, weil man zusammen die Seele baumeln oder nach den Sternen greifen kann. In dem kleinen Bilderbuch von Sascha Morawetz geht es einerseits um solche Dinge, die Freunde verbinden. Und es geht um den besten Freund des Menschen. Denn das Buch besteht vor allem aus Illustrationen von vierbeinigen Freunden: Hunde, die zusammen Pferd stehlen, Abenteuer erleben, neue Wege gehen und Ängste überwinden.mit-dir-fuehl-ich-mich-pudelwohl-256560474

Das Bilderbuch ist nicht nur für kleine Hundefans. Es ist auch für Große, die sich zeigen wollen, was sie aneinander haben. Es ist eine Ode an die echte, tiefe Freundschaft, die man nicht oft findet. Die liebevollen Zeichnungen heben die Charakterzüge von ganz unterschiedlichen Hunden hervor. Ein schönes Geschenk für Hundeliebhaber und beste Freunde.

„Mit dir fühl ich mich pudelwohl“ von Sascha Morawetz ist bei Maggellan erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps, Projektarbeiten

Empathie, nicht nur für Kinder

tanja-szc3a9kessy2bwie-du-bist-wenn-du-so-bistDa sind ein Mädchen und sein Hase. Beide sind eigentlich gute Freunde. Doch manchmal fühlt sich der Hase nicht so gut – wenn das Mädchen schimpft, zum Beispiel. Wenn es nicht teilen will oder ihn beim Spielen nicht dabei haben will. wenn es ihn auslacht oder wenn sie streiten. Manchmal ist das Mädchen aber auch sehr lieb: Wenn es dem Hasen hilft, wenn es ihm etwas gemalt hat, wenn es ihn lobt, mit ihm tanzt oder mit ihm kuschelt. Dann fühlt sich der Hase gut.

Das Bilderbuch zeigt immer auf der linken Seite die Situation, um die es geht, und auf der rechten Seite, wie es dem Hasen dabei geht. So versteht der (manchmal gar nicht mehr so kleine) Leser, was eine bestimmtes Verhalten im Gegenüber auslöst. Es ist also eine praktische Empathie-Übung. Manchmal schadet es auch als Erwachsener nicht, darüber nachzudenken, „wie man ist, wenn man so ist“ und was das für denjenigen, um den es dabei geht, eigentlich bedeutet.

Ein zartes, sehr schön illustriertes Bilderbuch, das nachdenklich, aber auf den letzten Seiten auch fröhlich macht.

„Wie du bist, wenn du so bist“ von Tanja Székessy ist bei Klett Kinderbuch erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps, Projektarbeiten

Unzähliges zu entdecken

allewelt1„Alle Welt“ von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski ist seit Jahren ein Liebhaberstück und fast schon so etwas wie ein Klassiker. Jetzt ist das großformatige Landkartenbuch, das erstmals 2013 auf Deutsch erschien, neu aufgelegt und um 20 neue Karten erweitert worden. Unter anderem finden sich nun auch Taiwan, die Türkei, Irland, Kongo, Äthiopien, Dänemark und die Ukraine darin.

Die neuen Karten sind genau so gelungen, wie die altbekannten. Zu jedem Land gibt es zahlreiche Miniaturzeichnungen, die etwas über den betreffenden Staat erzählen: regionale Tiere, die Landestracht, typisches Essen, Gebäude, Wahrzeichen, und andere Besonderheiten sind hier zusehen. Außerdem finden sich neben allgemeinen Daten wie Hauptstadt, Sprache, Fläche und Einwohnerzahl auch auf jeder Karte ein Junge und ein Mädchen mit landestypischen Vornamen. Das sind für Deutschland übrigens Leonie und Lukas. Neben der Deutschlandkarte stehen außerdem unter anderem Bildchen von Johannes Gutenberg, Johann Wolfgang von Goethe, Schneewittchen , Pumpernickel und einer Kuckucksuhr.

Auf der Karte von Madagaskar erfährt man zum Beispiel, das hier die Kinder Lamtoniaina und Lalaina heißen können, die Bewohner Madagassen genannt werden und vor der Küste der Schwarze Marlin lebt. In Litauen heißen die Kinder Gabija und Matas, eine litauische Legendenkönigin heißt Eglé und es gibt ein Saiteninstrument namens Kanklés. Außerdem isst man dort Juka, eine Suppe aus Gänse- oder Entenblut. Die Türkischen Beispielnamen sind Yusuf und Elif, auf der Karte finden sich neben vielen anderem Informationen über die unterirdische Stadt Derinkuyu und die Taucherin Yasemin Dalkilç .

Auf jeder Karte gibt es Unzähliges zu entdecken, selbst bei Ländern, die man zu kennen glaubt. Über 6000 Miniaturbildchen bilden Kultur, Land und Leute von 62 Ländern auf sieben Kontinenten ab. Dazu gibt es noch Karten der Kontinente, die ebenso gestaltet sind.

„Alle Welt“ ist wie ein lehrreiches Wimmelbuch für Groß und Klein. Die vielen versteckten Informationen regen dazu an, die Welt noch weiter über Lexika oder Google zu erkunden – oder die entsprechenden Länder einfach selbst zu bereisen. Die neuen Karten sind ein Gewinn, und vielleicht werden nach und nach tatsächlich alle Länder der Welt auf diese Weise kartographiert – wünschen würde ich es mir!

„Alle Welt“ von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski ist im Moritz-Verlag erschienen.allewelt

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Bilderbuchtipps, Projektarbeiten

Nervenkitzel ohne Gefahr

Abenteuer zu erleben, ist ganz einfach. Manchmal muss man nur Mut haben – Mut, etwas auszuprobieren, was man vorher noch nicht gemacht hat. In diesem Buch sind zahlreiche Alltags-Mutproben gesammelt, bei denen sich Kinder ausprobieren und ganz viel Selbstvertrauen sammeln können. Es geht hoch hinaus, tief hinab, über Wackliges, darum Ekliges und Neues auszuprobieren, durchzuhalten und sich ganz einfach zu trauen. Das kann – in den Augen Erwachsener – etwas ganz einfaches sein, wie jemand Fremden anzusprechen und nach etwas zu fragen oder Hilfe anzubieten. Es kann Überwindung kosten, wie eine Spinne zu retten oder ein unbekanntes Obst oder Gemüse zu probieren. Oder es geht darum, Grenzen auszutesten: mit nackten Füßen im Schnee laufen oder eine Hand ins Eiswasser halten etwa.

coppenrath-achtung-fertig-mutprobe-nature-zoom-a205707Für jede Mutprobe gibt es eine genaue Anleitung und Sicherheitshinweise, dazu einen Platz, in dem der Abenteurer notieren kann, wann und wo er diese Mutprobe geschafft hat. Das kann er auch mit einem der beigelegten Sticker kennzeichnen.

Tanjas Urteil: „Mutproben in der Natur bieten Kindern die Möglichkeit, Herausforderungen anzunehmen, ihre persönlichen Grenzen kennenzulernen und wichtige Erfahrungen zu sammeln“, schreibt der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Dr. Christian Lüdke im Vorwort. Früher haben Kinder viel mehr Zeit im Freien verbracht und sich gegenseitig solche Mutproben gestellt, wie sie im Buch beschrieben sind. Viele machen das bestimmt auch heute noch – andere hingegen nicht. Egal, welches Kind das Buch in die Hände bekommt: Die Mutproben sind für Kinder leicht zu bewältigen. Doch sie machen bestimmt mehr Spaß, wenn jemand dabei ist und ihren Mut entsprechend würdigt, seien es Freunde oder Eltern. Es kostet den einen oder anderen bestimmt Überwindung, sein Kind zu den Aufgaben zu ermutigen. Doch wie heißt es im Vorwort: „Mutige Eltern haben mutige Kinder.“

„Achtung, fertig, Mutprobe!“ ist im Verlag Coppenrath erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kreativbuch-Tipps, Projektarbeiten

„Die Rückkehr der Killerkatze“

Killerkatze Kuschel ist wieder da! Und weil ihre Familie in den Urlaub fährt, hat sie eine Woche sturmfreie Bude. Denkt Kuschel zumindest, bis Pfarrer Barnham als Katzensitter einzieht. Und der versteht keinen Spaß. Jetzt heiißt es: Runter vom Sofa, keine Möbel zerkratzen, und frisches Futter gibt es nur, wenn das alte vom Vortag aufgefressen wird. Nicht mit Kuschel! Die zieht lieber mit ihrer Gang um die Häuser und stimmt nächtliche Gesänge unter dem Fenster des Pfarrers an. Nicht sehr nett, und das rächt sich: Bald sitzt Kuschel auf einem Baum fest. Und während auf der einen Seite der Pfarrer lauert, wartet auf der anderen Seite das Nachbarmädchen Melanie darauf, dass ihr ein kuscheliges Haustier vom Himmel geschenkt wird…

killerkatzeDer Witz von Kuschels Geschichte liegt vor allem darin, dass sie in der Ich-Perspektive erzählt ist – und die Killerkatze ist ein ziemlich freches Ding. Anne Fines Geschichte für Erstleser ist zum Brüllen komisch. Die Bilder von Axel Scheffler sind unverkennbar und unterstreichen den Charme der Geschichte. Eine sehr lustige Geschichte, die nicht nur Leseanfänger begeistert.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher, Projektarbeiten

Zauberhafte Scherenschnitte

IMG_6420In den Kinos schwebt sie  derzeit wieder über die Leinwand, doch für die meisten Erwachsenen ist sie bereits seit der eigenen Kindheit eine gute Bekannte: Mary Poppins, das Kindermädchen, das die Kinderwelt auf den Kopf stellen kann. Nach den Büchern von P.L.Travers, die erst mit dem Disney-Film Weltruhm erlangten, hat Hélène Druvert ein zauberhaftes Scherenschnittbuch vorgelegt. Auch darin kehrt Mary Poppins zu den beiden Kinder Jane und Michael in den Kirschbaumweg zurück und macht mit ihnen eine Tour durch London. Es geht zum Buckingham-Palast, und danach über die Themse zu Big Ben und zum Picadilly Circus. Zusammen mit Mary Poppins geht es aber auch auf ungewöhnliche Reisen, etwa zum Meeresgrund zu einer Meerjungfrau und zu den Sternen am Himmelszelt.

IMG_6421Hélène Druverts Buch lebt nicht vom Text, der meist nur aus wenigen Reimen besteht, sondern von den filigranen Scherenschnitten, die fantastische Schattenspiele an Kinderzimmerwände zaubern können. Das macht das Blätttern nicht immer einfach. Doch das Buch ist auch nicht für kleine Kinderfinger gedacht sondern zum Zeigen, Vorlesen und Träumen. Wer Mary Poppins mochte, wird dieses Buch lieben – auch wenn es Erwachsene vielleicht eher in Ehren halten als Kinder.

 

„Mary Poppins“ Auf, auf und davon…“ von Hélène Druvert ist bei minedition erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps, Projektarbeiten

Eine Erlebniswelt zum Hinstellen

kleinstadt2

In der kleinen Stadt ist jede Menge los: Da gibt es zum Beispiel die Bäckerei Knusperkeks, in der es herrlich duftet, das Modegeschäft „Glanz und Gloria“, in  der sich Paul Pinguin einen neuen Anzug kauft, , den Zeitschriftenladen „Schlagzeile“, in dem der Lurch eine Zeitung kauft, den „Waschsalon „Strumpf und Hose“, in dem die Löwen allerlei Unfug treiben und das Spielzeug-Paradies, in dem Tina Tiger neue Rollschuhe ausprobiert. Auch in den Wohnungen über den Geschäften passiert so einiges, wenn man die Klappen auf der Fassade öfffnet: Da streiten die Spatzen, da essen die Einhörner zu Abend und Frau Seehund balanciert beim Tellerwaschen das Geschirr auf der Nase. Und auf der Rückseite der Häuser? Da gibt es einen Park, in dem noch viel mehr Abenteuer erlebt werden können.

Dieses Leporello-Buch mit seinen vielen Klappen ist wirklich ganz bezaubernd und bietet die Kleinsten viele Entdeckungsmöglichkeiten. Die Figuren sind bunt und spiegeln die Erlebniswelt der Kinder wieder. Die kurzen Texte  laden zum Mitmachen ein, etwa zum Schuhe-Zählen oder Fragen beantworten. Die „kleine Stadt“ kann durch das Leporello-Format auch aufgefaltet und hingestellt werden und so zur Kulisse für lustige Spiele werden. Eine schöne Idee, die bei den Jüngsten ankommt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps

Liebe, Freundschaft und Fantasie

9783649623434xxlIrina ist ein unglückliches kleines Mädchen. Ihr Leben als Kind einer Bauernfamilie ist hart, sie hat keine Geschwister und keine Freunde, weil sie zu weit von  der Stadt entfernt lebt und nach der Schule direkt nach Hause zum Arbeiten muss. Ihre Eltern sind streng, und so gibt es nicht einmal einen Weihnachtsbaum. Aber ein Weihnachtsgeschenk darf sie sich aussuchen. Dass ihre Wahl ausgerechnet auf ein mottenzerfressenes Spielzeugpferd aus einem Trödelladen fällt, ist ihrer Mutter gar nicht recht. Doch Irina liebt das Pferd, das „Bella“ heißt. Sie richtet ihm in der Scheune einen Platz mit Stroh ein, wäscht es und kämmt es. Und eines Nachts wird das Pferd tatsächlich lebendig. Aber Irinas Glück ist nicht von Dauer.

Die Geschichte von Magdalen Nabb ist keine fröhliche Ponygeschichte. Es ist ein melancholisches, nachdenkliches Buch, in dem es um Liebe und Freundschaft geht, um das Erwachsenwerden, um Fantasie, Einsamkeit und um Verantwortung. Die Geschichte von Irina und ihrem Zauberpferd ist ganz sicher keine leichte Lektüre für Erstleser, aber sicher eine, die sie nicht vergessen werden.

„Das Zauberpferd“ von Magdalen Nabb ist bei Coppenrath erschienen

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher

Herzensjob

Es gibt Autorenkollegen, die bezeichnen den Job, den sie hauptberuflich ausüben, als „Brotjob“. Damit wollen sie ausdrücken, dass sie damit nur ihren Lebensunterhalt verdienen, aber doch eigentlich ihre Berufung als Autor sehen.

Bei mir ist das anders. Ich bin unheimlich gerne Autorin und freue mich, dass ich seit vielen Jahren auch veröffentlicht und gelesen werde. Meinen „Brotjob“ als Redakteurin habe ich jedoch genau so gerne, auch wenn man als Journalist heutzutage eher der Depp vom Dienst ist und gerne der „Fakenews“ bezichtigt wird.

Und dann habe ich da noch einen Job, der vielleicht momentan der Wichtigste davon ist: Ich bin Mutter. Meine Töchter sind acht und zwei Jahre alt, und natürlich sind sie die bezauberndsten und perfektesten Wesen auf der ganzen Welt. (Das muss ich schreiben, weil man das als Mutter eben sagt. In Wahrheit sind sie ganz normale Kinder mit ihren Ecken und Kanten, die einen mehrmals pro Woche – ach was, pro Tag! – in den Wahnsinn treiben und mein Leben deshalb zu einem Abenteuer machen. Aber das ist ein anderes Thema…)

Ich werde oft gefragt (tatsächlich auf fast jeder Lesung) wie ich das gestemmt bekomme: Familie, Beruf und Autorendasein. Ich verrate jetzt ein Geheimnis: Eigentlich ist es gar nicht so schwer. Du musst nur zwei Dinge dabei beachten. Du musst ein gewissen Maß an Disziplin mitbringen und Du musst das Schreiben so sehr lieben, dass es keine Arbeit ist, sondern wirklich das, was du am allerliebsten machst. (Abgesehen davon, auf dem nackten Bauch Deines Kindes zu blubbern, bis es vor Kichern gluckst. Es gibt einfach nichts, das dieses Geräusch toppen kann…)

Ich gebe zu, es war einfacher, Journalistin im Hauptberuf und Autorin im Nebenberuf zu sein, als ich noch keine Kinder hatte. Damals hatte ich eine 40-Stunden-Woche und schrieb in meiner Freizeit, also meisten am Abend oder am Wochenende, immer wenn ich Zeit und Lust hatte. Das war kein Problem, da ich eigentlich immer Lust zum Schreiben und genug freie Zeit hatte. Wenn mein Mann Abends vor dem Fernseher saß und Fußball schaute, saß ich neben ihm und schrieb am Laptop. Ja, das kann ich. Der Vorteil einer Redaktion im Großraumbüro: Man lernt, zu filtern. Ich schaute höchstens mal auf, wenn er frenetisch „Tor!“ jubelte, und das kam vor zehn Jahren bei der Eintracht nicht all zu oft vor.

Heute ist das anders. Heute habe ich eine 168-Stunden-Woche: 20 Stunden in der Redaktion, der Rest als Krankenschwester, Animateurin, Modeberaterin, Friseurin, Trösterin, Köchin, Bäckerin, Taxifahrerin und was man noch so alles zu tun hat mit zwei unternehmungslustigen Kindern. Ich schreibe an den Vormittagen, an denen ich nicht in der Redaktion bin; wenn die Kinder sich in Schule und Kindergarten tummeln und es zufällig gerade keine Arbeiten im Haus, Arzttermine oder Einkäufe zu erledigen gibt. Manchmal, ja manchmal schreibe ich auch noch Abends. Meistens liege ich da aber schlafend neben meinem Mann auf der Couch – mit einer Zweijährigen muss man die Stunden Schlaf nutzen, die man kriegen kann…

Die wunderbare Kathrin Lange, bei der ich mehrere Seminare besuchen durfte, hat mir einmal den Tipp mit dem roten Halstuch gegeben: Als ihre Kinder noch kleiner waren, hatte sie ein rotes Halstuch, und wenn sie das trug und schrieb, wussten ihre Jungs, dass sie nur stören durften, wenn es um Leben und Tod ging.

Liebe Kathrin, ich habe es versucht. Das Problem ist: Meine Mädels sind sehr hartnäckig. Dazu kommt, dass beide aufrichtig davon überzeugt sind, dass das, was sie zu mir treibt, IMMER mit Leben und Tod zusammen hängt. Mindestens. Wenn nicht, dann mit ewiger Verdammnis.

Aber es klappt mit dem Schreiben trotzdem ganz gut. Ich erwähnte vorhin das Stichwort „Disziplin“. Wenn ich an Auftragsarbeiten sitze, stelle ich mir ein tägliches Mindestpensum als Aufgabe, das ich dann auch einzuhalten versuche. In so einem Fall muss auch mal der Haushalt zurückstecken, die Bügelwäsche stehen bleiben. Dann bleiben die Fenster eben ungeputzt, und dann wird diese Woche eben mal nicht gesaugt (mit Kindern saugt man ohnehin eher nach Bedarf – also je nach verschütteten Keksen und herunter geworfenen Gläsern alle zwei bis drei Tage an verschiedenen Stellen des Hauses). Es funktioniert. Neulich habe ich an einem Tag 25.000 Zeichen geschafft. Und das war ein ganz normaler Werktag, an dem meine Kinder nicht auf Klassenfahrt oder bei den Großeltern waren. Wenn’s flutscht, dann flutschts. Und wenn nicht, dann eben nicht, auch damit muss man entspannt umgehen.

Wenn ich an meinen eigenen Projekten sitze, bin ich etwas entspannter. Aber nur ein bisschen. Dann stelle ich mir zum Beispiel kein Tages- sondern ein Wochenpensum.

Ich probiere, meine Honorararbeiten zu planen und meine Deadlines zu halten. Natürlich geht das nicht immer. Das Leben macht seine eigenen Pläne. Wenn die Kleine krank wird, bleibt das Manuskript ein paar Tage liegen. Wenn die Große Probleme mit ihren Mathehausaufgaben hat, höre ich auf zu recherchieren und setze mich mit ihr zusammen hin (auch wenn ich mir wirklich wünschen würde, dass sie weniger oft mit Mathe und mehr mit Deutschproblemen zu mir kommen würde, aber leider kommt das Kind nach mir).

Aber irgendwie werden meine Texte doch immer rechtzeitig fertig. Und was mir das Wichtigste ist: Ich habe noch immer Spaß am Schreiben. Ich liebe alle meine drei Jobs, uneingeschränkt. Keiner davon ist ein Brotjob – es sind alles Herzensjobs.

Und ich glaube, das ist das eigentliche Geheimnis.

 

Dieser Text ist auch auf der Seite von Michael Marcus Thurner erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Beim zweiten Kind wird alles anders…

Ja, ich gebe es zu: Es ist schon länger her, dass Phase zwei gestartet ist. Und es ist nicht so, dass ich in dieser Zeit gar nichts gearbeitet hätte – wozu hatte ich schließlich Elterngeld plus beantragt. (Es blieb mir übrigens auch gar nichts anders übrig: Hätte ich das normale Elterngeld beantragt, hätte Vater Staat mir meine Tantiemen der Bücher davon abgezogen.)

Aber ich habe nicht ganz so viel gemacht. Und das liegt daran, dass die Leute Recht haben: Beim zweiten Kind ist alles etwas anders.

  1. Man stresst sich nicht mehr so.

    Kind schläft nicht durch?

    Kind wächst nicht so, wie es im Lehrbuch steht?

    Kind verschmäht Brei und Gläschen?

    Chill mal, Mama: Das kommt alles früher oder später.

    Und mit dem Arbeiten ist es ähnlich: Früher oder später ist genug Zeit zum Schreiben. Klar, Honorararbeiten und ein paar Termine habe ich absolviert. Aber solche Sachen wie Texte für den Blog ..? Dafür ist immer noch Zeit.

  2. Das zweite Kind ist NIE so wie das erste.

    Bei uns: Das erste schlief super (auch wenn man damals gar nicht wusste, dass das „super“ ist…) Das zweite schläft gar nicht (weswegen man die Schlafgewohnheiten von Kind 1 jetzt ganz anders beurteilt).

    Das erste Kind mochte nicht essen (und ist auch heute nur die Hälfte). Das zweite isst alles (mit Vorliebe die Reste auf dem Teller von Kind 1).

    Das erste Kind ließ sich mit allem Zeit. Das zweite Kind hat es mit allem eilig. Also, mit dem Vergleichen so schnell es geht aufhören.

  3. Man genießt die Zeit viel mehr (vor allem, wenn feststeht, dass es keine weiteren Geschwister mehr gibt).

    Dann wird eben nicht mit einem Jahr abgestillt – bin ja eh noch bis zum zweiten Geburtstag zu hause.

    Dann bleibt die Hausarbeit eben mal liegen, weil man einen Lego-Turm bauen muss.

    Dann kann ich eben nicht weiterschreiben, weil ich stattdessen als Vorleserin gefragt bin.

    Ich weiß schließlich jetzt, dass das nicht immer so bleibt. Und es gibt viel mehr „letzte Male“, als erste Male – das wird einem nur erst hinterher klar.

Nur noch ein paar Monate, dann ist meine zweite Elternzeit vorbei. Nie mehr im Leben werde ich so viel Zeit mit meinen Kindern verbringen können, wie jetzt. Doch schon nach den Sommerferien wird es ernst: Dann beginnt die Eingewöhnung in die U3-Betreuung. Dann habe ich vielleicht morgens mehr Zeit zum Schreiben. Zumindest, bis ich wieder arbeiten gehe. Und wenn die Eingewöhnung nicht so lange dauert wie bei Kind eins. Aber halt – beim zweiten Kind ist es ja anders.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Umsonst ist nur der Tod – Ein Besuch auf der Walker Stalker Con in Mannheim

Grausige Deko: Bei der Walker Stalker gehört sie dazu.

Am Wochenende vom 16. und 17. März 2018  haben auf dem Maimarktgelände in Mannheim die Zombies Einzug gehalten – zumindest für die zwei Tage, die die „Walker Stalker Germany“ dauerte. Dieses „Convention“ genannte Treffen für Fans der US-Fernsehserie „The Walking Dead“ gab es erstmals in Deutschland, und der Zulauf war gewaltig. GNZ-Reporterin Tanja Bruske-Guth hat sich am Samstag zwischen Untoten und Stargästen umgeschaut.

Als Zombie-Fan muss man vor allem eins sein: geduldig. Das wird schon im Eingangsbereich deutlich, wo sich bereits geraume Zeit vor dem eigentlichen Startschuss lange Schlangen bilden. Vor den Spaß hat die Organisation die Taschenkontrolle gesetzt. Viele Fans haben sich zudem als ihre Serienhelden verkleidet – und da Oberbösewicht Negan stets mit seinem Stacheldraht umwickelten Baseballschläger „Lucille“ anzutreffen ist, gibt es für die Sicherheitsleute allerhand Schlagwerk – aufblasbar, aus Gummi oder Hartplastik – zu kontrollieren. Nach dieser Schlange folgt eine weitere, an dessen Ende die Eintrittskarten gegen rote Armbändchen getauscht werden. Die Eintrittspreise variieren: vom Tagesticket für 54 Euro über das Zwei-Tages-VIP-Ticket für 235 Euro bis zum Platin-VIP-Zwei Tages-Ticket für sage und schreibe 1635 Euro – inklusive sind unter anderem vier Autogramme und Mittagessen im VIP-Bereich.

Alanna Masterson blödelt beim Selfie-Machen mit den Fans.

Ab zur nächsten Schlange: den Garderoben, denn größere Taschen müssen in Schließfächern deponiert werden. Wer glaubt, er hat es jetzt geschafft, irrt: Vor den Türen zur Halle mit den Hauptattraktionen wartet um kurz vor halb elf eine riesige Menschenmenge auf Einlass. Nachdem sich die Türen geöffnet haben setzt sich die Masse mit erhobenem rechten Arm – die Einlassbändchen müssen zu sehen sein – in Bewegung und erinnert dabei groteskerweise an die in der Serie gerne eingesetzte Herde „Beisser“, wie die Zombies genannt werden.

In den heiligen Hallen geht das Schlangestehen weiter: Die Fans stürmen die Verkaufsstände, an denen Pässe für die „Foto-OPs“ angeboten werden. Die Fototermine mit den Stars sind natürlich nicht umsonst. Bis zu 100 Euro kostet eine Fotosession mit dem begehrten Serienheld. Die Termine mit den beiden großen Stars des Events, Norman Reedus alias Daryl Dixon und Jeffrey Dean Morgan alias Negan, sind binnen kürzester Zeit ausverkauft, die kleinen Billets sind hier wahrscheinlich wertvoller als Gold.

Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, kann die Stars auch an ihren Ständen aufsuchen. Dort schreiben Serienlieblinge wie Katelyn Nacon (Enid), Christian Serratos („Rosita“), Sarah Wayne Callies („Lori“), Tom Payne („Jesus“), oder Chandler Riggs (der zum Kummer vieler Fans kürzlich durch einen Zombiebiss zum Tode verdammte „Carl“) Autogramme, schütteln Hände oder lassen sich zusammen mit Fans per Selfie ablichten. Natürlich auch das nur gegen Geld – umsonst ist im Reich der Zombies bekanntlich nur der Tod, und der kostet das Leben. Doch für die meisten Fans reicht es vollkommen aus, das Idol schon sehen zu können.

Zwei Daryls und ein Jesus-Cosplayer

Um so trauriger, dass sich gerade die beiden begehrtesten Stars rar machen. Gut, Norman Reedus könnte man durchaus irgendwie sehen, wenn da nicht diese riesige Menschenmenge vor seinem Stand wäre. Viele recken Handys in die Höhe, um später mit dem verschwommenen und unscharfen Bild angeben zu können – „Er war wirklich da, ganz in meiner Nähe!“

Diese Chance haben Fans von Jeffrey D. Morgan nicht: Der auch aus anderen Filmen und Serien bekannte Schauspieler versteckt sich für seine Audienzen hinter einem schwarzen Vorhang, so dass ihn nur diejenigen wirklich zu Gesicht bekommen, die dafür auch bezahlen. Eine Exklusivität, die leider so gar nicht zum Convention-Gedanken passt, bei dem immer die Fans im Mittelpunkt stehen sollten.

Der erste Programmpunkt ist gleich ein Highlight: Khary Payton, in der Serie bekannt als „König Ezekiel“ und eine der beliebtesten Figuren, steht auf der Bühne den beiden Moderatoren Sara Kelly und Jan Müller Rede und Antwort. Der Schauspieler entpuppt sich als witziger und charismatischer Redner, dem man anmerkt, dass er zu früheren Zeiten auch Stand Up Komiker war. Ganz relaxt im verwaschenen Led-Zepplin-Shirt, berichtet er zum Beispiel von den Aufnahmen für Szenen mit seinem Tiger „Shiva“. Dass die weiße Raubkatze tatsächlich ausschließlich computeranimiert war, mögen viele nicht glauben. Doch, so war es, versichert Payton – er habe nicht einmal den berühmten Tennisball auf der Stange zum Anspielen gehabt sondern lediglich Luft gestreichelt: „Die Macher hätten alles dort einbauen können, auch einen Affen oder einen Drachen.“ Payton verrät, dass er selbst in einer Zombie-Apokalypse keine sieben Minuten überleben würde – dafür sei er zu freundlich. „Ich würde auf einen Beißer zugehen und fragen: Ey Mann, bist du okay?“

Cosplayer als Beth und Carol

Fast vergessen die beiden Moderatoren, dass auch die Zuschauer Fragen stellen dürfen. Payton antwortet geduldig und witzig. Dass Tiger Shiva sterben musste, habe ihm selbst nicht gefallen, es sei die Entscheidung der Autoren gewesen. Ob er ein anderes Tier bekomme? Vielleicht einen Elefanten, das wäre ohnehin die bessere Wahl gewesen, meint Payton. Ob aus Carol und dem König irgendwann ein Liebespaar wird, wisse er auch nicht: „Die Autoren verraten mir nichts! Aber es liegt an Carol – vielleicht sollte ich ihr Pralinen und Blumen bringen…“ Dass seine Inspiration für Ezekiel Shakespeares Heinrich V war und er beim Dreh seiner ersten Szene so aufgeregt war, dass er seinen Text vergaß, waren weitere charmante Details, die Khary Payton Preis gab.

An den Podiumsdiskussionen, die im Convention-Slang „Panels“ genannt werden, merkt man, wie straff durchorganisiert und professionell die Veranstaltung ist: Der Einlass der verschiedenen Ticket-Inhaber ist genau choreografiert, es gibt deutsche Simultan-Untertitel und einen Gebärdensprachen-Dolmetscher auf der Bühne.

Nach Payton folgen weitere Panels: die Bösewichte Steven Ogg („Simon“), Polyanna McIntosh („Jadis“) und Austin Amelio („Dwight“) stehen als nächstes auf dem Programm, später folgen Darsteller der Zombie-Serie „Sons of Anarchy“, für die die Fans nicht ganz so viel Interesse aufbringen, denn der Zuschauerraum bleibt halb leer. Und auch die Darsteller Ron Pearlman, Ryan Hurst und Tommy Flanagan zeigen nicht besonders viel Interesse, antworten einsilbig und gelangweilt. Sie sind eben hier nicht die Stars, die das Publikum sehen will.

Für den Hunger zwischendurch ist mit einem Food-Truck-Markt gesorgt. Aber auch hier lautet das Motto: „The Waiting Death“ – es kann durchaus passieren, dass man den Hungertod gestorben ist, bis man an die Reihe kommt, und das bei frostigen Temperaturen unter freiem Himmel.

Das Interview von Khary Payton wird vom Gebärdensprache-Dolmetscher direkt übersetzt und auf eine Leinwand übertragen. Dort gibt es auch deutsche Untertitel.

Aber was soll das Gejammer, in der Halle gibt es noch viel zu entdecken. Merchandising, so weit das Auge blickt: T-Shirts, Comics, Kuscheltiere, Schlüsselanhänger, Poster, mehr oder weniger eklige Zombie-Accessoires, Taschen und Tassen sowie hölzerne Pfannenwender im „Lucille“-Stil – hier gibt es alles, was das Fan-Herz begehrt. An einem Stand kann man sich sogar tätowieren lassen. Auf einem stilgerechten Motorrad lassen sich Daryl-Liebhaber (meist weiblich, versteht sich) zusammen mit einem Papp-Norman-Reedus fotografieren, ebenso vor der nachgebauten Kulisse des Serien-Krankenhauses mit Zombie-Komparsen. Der Renner ist allerdings ein Stand, an dem ein Foto mit Doppelgängern der beiden Hauptakteure Rick und Negan mögich ist. Standbetreiber René Koroska hat die beiden professionellen Cosplayer Cecil Grimes und „Notorious Negan“ extra aus den USA einfliegen lassen. Der Erfolg spricht für sich: Die Schlange hier ist ebenso lang wie die beim „echten“ Norman Reedus.

A propos Cosplay: Wie auf jeder vernünftigen Convention finden sich zahlreiche Fans im Serien-Outfit: Zombies natürlich, aber auch jede Menge Negans, Daryls und Carls. Mir läuft zudem eine überzeugende „Mini-Michonne“ über den Weg: Die zehnjährige Jona ist, wie ihre Mutter und Großmutter, Mitglied im „The Walking Dead“-Cosplay Verein aus Osnabrück und hat sich als ihr Idol, die taffe Schwertkämpferin Michonne, gestylt. Eigentlich hätte sie dafür einen Preis verdient, aber den Cosplay-Wettbewerb hat die Mama leider verpasst.

Die „Alexandrians“ singen Pocahontas, von links: Christian Serratos, Moderatorin Sara Kelly, Alanna Masterson, Ross Marquard und Michael Traynor

Letztes großes Panel des Tages sind die „Alexandrians“. Auf der Bühne Platz nehmen nun Alanna Masterson („Tara“), Christian Serratos („Rosita“), Ross Marquard („Aaron“) und Michael Traynor. Dessen Charakter „Nicholas“ hat schon vor einiger Zeit in der Serie auf recht unrühmliche Art und Weise das Zeitliche gesegnet, was Anlass für reichlich Witze und Selbstironie ist. Die vier Stars albern mit den Moderatoren herum, singen Disney-Lieder und beantworten mehr oder weniger ernsthaft Fan-Fragen. Welcher Serientod sie am meisten berührt hat? Der von Daryl, meint Alanna Masterson und erntet Gelächter und „Spoiler“-Rufe – dass dieser Serienliebling sterben könnte, ist der Alptraum vieler Fans. Auf echte Spoiler lassen sie sich jedoch nicht ein. Und welche Figur sie am liebsten spielen würden außer der eigenen? „Judith“, antworten alle unisono – das ist die dreijährige und erstaunlicherweise immer noch weitestgehend stumm durch das Serienleben gehende Tochter der Hauptfigur. Man merkt, es ist fast Feierabend. Am nächsten Tag stehen weitere Panels auf dem Programm, unter anderem mit Norman Reedus und Jeffrey D. Morgan.

Als sich die Halle langsam leert und die Schlangen vor den Ständen der Stars kürzer werden, gibt es tatsächlich die Möglichkeit, den Schauspielern beim Meet and Greet die Hand zu schütteln und ein paar warme Worte mit ihnen zu wechseln – vollkommen gratis. Natürlich ohne Selfie, der kostet extra. Aber ein Lächeln und eine Umarmung vom Idol sind vielen Fans schon genug.

Eine Zombie-Braut posiert auf Daryls Motorrad.

Hier konnten sich Fans mit Zombie-Komparsen in authentischer Kulisse fotografieren lassen.

Die zehnjährige Jona hat sich als die taffe Kämpferin Michonne verkleidet.

Jan Müller und Sara Kelly interviewen Khary Payton (rechts).

Tom Payne alias „Jesus“ beim Selfie-Schießen.

Austin Amelio alias Dwight posiert mit Fans

Fans konnten sich mit den Doubles von „Rick“ und „Negan“ fotografieren lassen.

Chandler Riggs trifft Fans.

Das beliebteste Kostüm war Negan – ganz gleich, ob männlich oder weiblich.

Am Stand von Norman Reedus war kein Durchkommen möglich.

Ross Marquard trifft Fans.

Sara Wayne Callies freut sich über Fan-Besuch.

Mutige ließen sich vor Ort tätowieren.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Zeitungsarbeiten

Ein Weihnachtsmärchen aus dem historischen Kinzigtal

Mit einem lautstarken „Fröhliche Weihnachten“ komme ich hinter dem zweiten Türchen des Autoren-Adventskalenders (www.autoren-adventskalender.de)  hervorgesprungen und habe Euch eine kleine Überraschung mitgebracht: eine Weihnachtsgeschichte mit einigen Eurer Lieblinge aus der Kinzigtaltrilogie – ich gebe zu, etwas ungewohnt auf Projekt Mami – aber Ihr habt ja bestimmt nichts dagegen 😉

Wer die Romantrilogie noch nicht kennt, hat übrigens am 10.12.  über den Adventskalender und die liebe Katja Zusset die Chance, sie näher kennenzulernen…

Ach, und noch ein Hinweis: Auf http://www.tanjabruske.de findet Ihr ein weihnachtliches Gewinnspiel!

 

Eine wunderschöne Adventszeit, meine Lieben!

Der Lauscher im Baum

Die Rinde der Eiche war eiskalt und die Borke schnitt in seine Finger, während er sich am Stamm festklammerte. Und jetzt begann es auch noch zu schneien. Der Mann, der sich Raben-Stephan nannte, stieß einen Fluch aus – lautlos, denn schließlich war er gerade dabei, sich zu verstecken. Er war nicht drei Meter hoch auf diesen verdammten Baum geklettert, um sich dann durch ein unbedachtes Wort zu verraten. Er schob sich weiter in die Höhe und setzte sich vorsichtig auf einen stabil wirkenden Ast – ob das Gehölz wirklich so stabil war, wie es im bleichen Sternenlicht wirkte, würde der Raben-Stephan wohl auf die harte Tour herausfinden müssen.
Sobald er sicher war, dass ihn der Ast zumindest vorerst tragen würde, tastete er nach seinem Beutel. Er atmete auf, als er die harte Kontur der kleinen Kiste darin erspürte. Es wäre eine Schande gewesen, wenn er bei diesem absurden Abenteuer das, weswegen er eigentlich gekommen war, im Dunkel der Dezembernacht verloren hätte. Eine Schande, und überaus ärgerlich. Schließlich hatte das Kistlein über fünf Jahre in seinem Versteck ausgeharrt und auf ihn gewartet. Da wäre es doch allzu schade, wenn diese Warterei umsonst gewesen wäre.
Als der Raben-Stephan aus Steinau an der Straße hatte verschwinden müssen – eigentlich war es noch gar nicht so lange her – , war das etwas überstürzt geschehen. Und er hatte nicht nur möglichst viel Raum zwischen sich und das Städtchen gebracht. 1791 war das gewesen. Nun schrieb man das Jahr 1796, und die Zeiten hatten sich geändert. Das hatte der Raben-Stephan zumindest in seinem ehemaligen Hauptquartier im Huttengrund gehört. Der Amtmann, der damals ein Kopfgeld auf die Ergreifung des Raben-Stephan ausgesetzt hatte, war Anfang des Jahres gestorben. Sein Nachfolger hatte wenig Ahnung von dem, was damals geschehen war. Das behaupteten zumindest die ehemaligen Kumpane, mit denen der Raben-Stephan gesprochen hatte.
Trotzdem – in die Stadt hinein wagte sich der ehemalige Spessart-Räuber doch nicht. Vielleicht kannte der ein oder andere noch sein Gesicht. Sein Verschwinden war nicht eben unauffällig vonstatten gegangen.
Aber es war auch gar nicht nötig gewesen, die Stadt aufzusuchen. Der Raben-Stephan hatte seine kleine Kiste damals wohlüberlegt im Wald, nahe des Krugbaus, versteckt. Er hatte sie unter einer großen Wurzel vergraben. Sie war auffällig genug, damit er sie wiederfinden konnte, aber nicht so auffällig, dass jemand anderes auf die Idee kommen könnte, dass sich dort etwas Wertvolles verbarg.
Aber wer sollte auch darauf kommen? Der Raben-Stephan hatte niemandem von seiner Kiste erzählt. Im Huttengrund hatte die Obrigkeit wohl damals alles auf den Kopf gestellt, um seinen Anteil an der Beute zu finden. Doch er war nicht so dumm gewesen, sie in der Nähe seines Unterschlupfes zu verbergen.
Allerdings hatte er nun vielleicht einen Fehler gemacht. Im Huttengrund aufzutauchen, hatte nach all den Jahren für mehr Aufsehen gesorgt, als ihm lieb war. Trotzdem hatte er gedacht, dass ihm niemand nach Steinau gefolgt war – bis er, bereits auf dem Rückweg, das verräterische Knacken im Unterholz hörte. Was dazu geführt hatte, dass er nun in der alten Eiche saß und hinunter spähte.
Mochte der Teufel wissen, wer sich am Abend vor Weihnachten im Wald herumtrieb. Der Raben-Stephan hoffte nur, dass es niemand aus dem Huttengrund war. Er hatte gewartet, bis es dunkel war, aber eigentlich war es noch nicht spät am Abend – das Geläut der Katharinenkirche hatte vor wenigen Minuten die achte Stunde verkündet.
Um so erstaunter war der Raben-Stephan, als er vier kleine Gestalten zwischen den Bäumen hervorstapfen sah.
Kinder!, durchfuhr es ihn. Was treiben die um diese Zeit im Wald?
Die Sterne leuchteten hell und klar in der Winternacht, und Raben-Stephan konnte die schmalen, blassen Gesichter deutlich erkennen. Es waren drei Jungen – vielleicht zehn, elf Jahre alt – und ein kleines Mädchen von etwa drei Jahren. Die Jungen unterhielten sich flüsternd, und sie wären sicher einfach an der Eiche vorbei gegangen. Doch plötzlich stemmte das kleine Mädchen die Füßchen in die Erde.
„Ich mag nicht weitergehen!“, erklärte sie, und die helle Kinderstimme ließ keinen Zweifel daran, dass sie es ernst meinte.
Der größte der Jungen seufzte. „Lotte, du hast versprochen, brav zu sein, wenn wir dich mitnehmen.“
„Ich bin brav“, sagte das Mädchen mit unschuldigem Augenaufschlag.
„Nein, bist du nicht, und das Christkind bringt dir bestimmt morgen deswegen überhaupt keine Geschenke“, fuhr der kleinste der Buben das Mädchen an.
Lotte streckte ihm die Zunge heraus. „Es bekommt gar keiner Geschenke, weil das Christkind dieses Jahr gar kein Geld hat. Auch du nicht, Ferdinand. „, fauchte sie.
Ungeduldig wandte sich der kleine Junge an die beiden Größeren. „Ich habe doch gleich gesagt, dass wir sie zu hause lassen sollten.“
„Und dann hätte sie Mutter verraten, dass wir in den Wald gegangen sind“, versetzte der große Junge. „Du weißt doch, dass sie ihren Mund nicht halten kann.“
„Jakob hat recht – und sonst hätte sie Mutter nur unnötig Arbeit gemacht“, mischte sich der Junge ein, der bislang geschwiegen hatte. „Mutter hat ohnehin genug zu tun, jetzt wo die Tante…“ Der Junge verstummte und schluckte schwer. Der Große legte ihm tröstend die Hand auf die Schulter. „Ist schon gut, Wilhelm.“
Ein paar Sekunden schwiegen sie alle. Der Älteste, den der andere Jakob genannt hatte, sprach schließlich mit belegter Stimme weiter. „Wir wollen doch Mutter nicht zusätzlich belasten, wo sie sich doch heute um die Beerdigung und den Trösterkaffee und alles kümmern musste.“
Ferdinand hatte die Arme trotzig verschränkt, nickte aber. „Deswegen sind wir doch hier, oder?“ Er schwang betont unternehmungslustig eine kleine Axt.
„Pass auf damit“, warnte Wilhelm. „Wenn du sie verlierst, ist es aus mit unserem schlauen Plan.“
Der Raben-Stephan rückte ein Stückchen auf dem Ast hin- und her. Fast war er zornig, dass er sich nur wegen ein paar Kinder versteckt hatte. Andererseits war es aber wohl besser, wenn ihn wirklich gar niemand im Wald sah. Allerdings könnten sich die Blagen mal etwas beeilen, statt ein Schwätzchen zu halten. Er wollte schließlich nicht die ganze Nacht auf dem Baum hocken.
Doch die drei Jungen mussten beratschlagen, was sie mit der dickköpfigen Schwester anfangen sollten, die noch immer nicht weitergehen wollte.
„Meine Füße sind ganz müde und mir ist kalt“, sagte sie trotzig und verschränkte die Arme. Das glaubte der Raben-Stephan gerne: Zwar trug die Kleine einen braunen Wintermantel und ein gefüttertes Mützchen, doch darunter nur ein weißes Kleid, das ihm viel zu dünn für diese Jahreszeit vorkam.
„Aber wir müssen noch weiter“, beharrte Ferdinand. „Das Tannenwäldchen ist noch ein gutes Stück tiefer im Wald.“
„Dann gehen Jakob und ich eben alleine weiter und du gehst mit Lotte nach hause“, schlug Wilhelm vor.
Empört schüttelte Ferdinand den Kopf. „Nein, bestimmt nicht! Schließlich war ich es, den der Herr Eckhard gebeten hat, ihm einen Weihnachtsbaum zu besorgen. Da will ich wohl auch dabei sein. Und ihr zwei alleine schafft es ohnehin nicht.“
„Das stimmt, alleine wird uns der Baum wohl zu schwer werden“, stimmte Jakob zu. Betrübt betrachtete er seine kleine Schwester – denn dass die Vier Geschwister sein mussten, war dem Raben-Stephan mittlerweile klar.
„Lotte, sei doch vernünftig“, appellierte nun Wilhelm an die etwa Dreijährige. „Der Wirt Eckhard wird uns den Baum gut bezahlen, so dass die Mutter zumindest einen Weihnachtsbraten kaufen kann.“
Lotte ließ sich auf einen umgestürzten Baumstamm plumpsen und baumelte mit den Beinen. „Ich warte hier auf euch“, sagte sie fröhlich.
„Das geht nicht“, sagte Jakob und schüttelte den Kopf. „Wir können dich hier nicht allein lassen.“
„Aber ich geh nicht weiter.“ Lotte blieb unerbittlich.
„Lass uns einfach schnell machen“, sagte Wilhelm schließlich nervös. „Wenn wir uns beeilen, sind wir in einer Viertelstunde wieder hier.“
Jakob war nicht überzeugt. „Ich weiß nicht. Wir können Lotte doch nicht einfach…“
Da riss Ferdinand der Geduldsfaden. „Ich gehe jetzt ohne euch“, sagte er wütend und schlug sich ins Unterholz.
So wie es aussieht, hat er vergessen, dass er alleine nicht in der Lage ist, den Weihnachtsbaum zu fällen und zu tragen, dachte Raben-Stephan halb amüsiert, halb wütend. Er wünschte wirklich, dass die Kinder endlich verschwanden – auch wenn er angesichts der traurigen Lage der Vier Mitleid empfand.
„Ferdinand, warte!“, rief Wilhelm erschrocken. Er warf Jakob einen auffordernden Blick zu und folgte dem kleineren Bruder. Jakob war anzusehen, dass er hin- und hergerissen war. Nach ein paar Sekunden des inneren Ringens hockte er sich zu Lotte, sah ihr beschwörend in die Augen und sagte: „Du rührst dich nicht von der Stelle, bis wir wieder da sind.“ Lotte nickte artig. Jakob griff in seine Tasche und holte etwas heraus, das in ein Taschentuch eingeschlagen war. „Hier ist ein Stück vom Trösterkuchen – aber verschling es nicht gleich, nur wenn du Hunger hast!“
Hastig sprang er auf und lief den Brüdern hinterher.
Der Raben-Stephan stöhnte leise. Sollte er nun wirklich noch mindestens eine Viertelstunde auf diesem Ast sitzen? Oder sollte er einfach hinunter klettern und darauf pfeifen, dass ein kleines Mädchen ihn sah? Mit viel Pech erschreckte er die Kleine so sehr, dass sie kopflos in den Wald rannte und sich verlief.
Nicht mein Problem, dachte er angesäuert. Was lassen diese törichten Buben ein so kleines Kind nachts alleine im Wald. Ich will jetzt endlich hier runter.
Lotte wippte vergnügt mit den Füßen und packte den Trösterkuchen aus. Es sah nicht so aus, als würde sie auf Jakob hören und mit dem Essen warten.
Schluss mit dem Unsinn. Ich klettere jetzt hinab, dachte der Raben-Stephan entschlossen.
Als er die Muskeln anspannte, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, raschelte es erneut im Unterholz. Der ehemalige Spessarträuber im Baum und das Kind darunter erstarrten gleichermaßen
Aus dem Wald trat ein anderes Kind.
Kurz war der Raben-Stephan erleichtert. Doch dann erkannte er den Jungen.
Das ist einer vom Borgener, durchfuhr es ihn. Verdammt. Der Borgener war einen von denen gewesen, mit denen er im Huttengrund gesprochen hatte. War sein alter Kumpan vom Krugbau vielleicht misstrauisch geworden und hatte ihn beschatten lassen?
„Wer bist du denn?“, fragte Lotte indessen unbekümmert. Der 13-Jährige vor ihr schien sie nicht zu beunruhigen. Wahrscheinlich dachte sie, dass von einem Jungen, der in einem ähnlichen Alter war wie ihre Brüder, keine Gefahr ausgehen konnte.
Dummerchen, dachte Raben-Stephan. Er wusste, dass man als Sohn eines Spessart-Räubers mit 13 Jahren schon lange kein unschuldiges Kind mehr war.
Doch er musste zugeben, dass der Junge, der dort unten stand, frierend und mit Augen, die in tiefen Höhlen lagen, nicht gerade furchterregend wirkte.
„Ich bin Philipp“, sagte er leise.
„;Mein Papa heißt auch Philipp“, sagte Lotte und biss in das Kuchenstück.
„Und wo ist dein Papa?“, fragte Philipp.
„Tot“, sagte Lotte unbekümmert.
„Das tut mir leid“, sagte Philipp.
„Das ist nicht schlimm. Tante Schlemmer ist jetzt auch tot. Im Himmel sehe ich sie wieder“, meinte Lotte.
Philipp sagte nichts. Seine Augen waren auf den Kuchen gerichtet.
„Wo ist denn dein Papa?“, fragte Lotte, die wohl dafür war, gleiche Voraussetzungen zu schaffen.
„Fort. Seit Tagen. Wir wissen auch nicht, wann er wiederkommt. Aber wir haben nichts mehr zu essen im Haus und auch kein Geld.“ Nach wie vor starrte Philipp auf den Kuchen.
Unwillkürlich spannte der Raben-Stephan sich an. Wie gesagt, er kannte Spessarträuber-Kinder.
„Oh!“ Lotte hatte gerade wieder in den Kuchen beißen wollen, doch nun hielt sie inne. Verständnis zeichnete sich in ihrem Gesicht ab. „Hast Du Hunger?“ Nach kurzem Überlegen reichte sie dem Jungen ihren Kuchen. „Hier, den kannst du haben.“
Philipps Augen weiteten sich. Doch er schnappte sich ohne weitere Nachfrage den Kuchen und stopfte ihn sich in den Mund.
„Du bist wirklich sehr hungrig“, stellte Lotte mit einem erstaunten Ausdruck in der Stimme fest. Doch ehe sie noch mehr sagen konnte, war der Junge bereits wieder im Wald verschwunden.
Der Raben-Stephan hörte, wie sie etwas murmelte, das nach „Mutter hat gesagt, dass man immer ‚Auf Wiedersehen‘ sagen muss'“ klang. Er schmunzelte. Es wurde langsam Zeit für ihn, zu gehen. Er legte die Hände um den Ast, um sich hinabzulassen, als Schritte aus der Tiefe des Waldes zu hören waren. Der Raben-Stephan hielt inne. Vielleicht waren Lottes Brüder schon wieder zurück. Dann sind sie verdamm schnell darin, einen Baum zu fällen.
Doch es war eine schlanke Mädchengestalt, die zwischen den Bäumen hervortrat. Ungläubig schnalzte der Raben-Stephan mit der Zunge. Die roten Haare waren unverkennbar: Das war Gerda, die Älteste von seiner ehemaligen Geliebten Anna.
Treiben sich denn heute alle Koder aus dem Bayes hier herum?, dachte er wütend. Das konnte kein Zufall sein. Die Rote Anna hatte er heute nur flüchtig gesehen, und die Blicke, die sie ihm zugeworfen hatte, waren alles andere als freundlich gewesen.
„Du schuldest mir noch was“, hatte sie gezischt. Doch natürlich hatte der Raben-Stephan nicht vor, ihr mehr als ein müdes Lächeln zukommen zu lassen.
Es war sicher kein Zufall, dass Gerda nun unter diesem Baum stand. Das Mädel war vielleicht neun oder zehn Jahre alt, wenn er sich richtig erinnerte. Doch sie wirkte deutlich jünger, denn sie war unterernährt und mager. Sie trug kaum mehr als Lumpen am Körper. Neugierig musterte sie die kleine Lotte.
„Hallo“, sagte die Kleine, die sich daran zu gewöhnen schien, dass ständig fremde Kinder auftauchten. „Ich bin Lotte, und wer bist du?“
„Was machst du hier?“, fragte Gerda, ohne zu antworten. Sie sah sich suchend um, wohl weil sie vermutete, dass ein so kleines Kind nicht alleine im Wald sitzen würde.
Sollte es schließlich auch nicht, dachte der Raben-Stephan verstimmt.
„Meine Brüder fällen einen Baum“, erzählte Lotte. „Sie sagen, das dauert eine ganze lange Weile.“
Dummerchen, dachte der Raben-Stephan erneut.
Gerda schien sich jedoch nicht besonders für Lottes Brüder zu interessieren. „Hast du noch jemanden im Wald gesehen?“
Lotte legte den Kopf schief. „Wen denn?“
„Einen Mann“, sagte Gerda schnell. „Einen Mann mit schwarzen Locken.“
Sie mal an, dachte der Raben-Stephan und strich sich unwillkürlich durch sein dichtes Haar. Also wirklich kein Zufall.
„Ist nicht hier herumgelaufen“, sagte Lotte und zuckte mit den Schultern. „Nur ein hungriger Bub war vorhin da.“ Sie betrachtete Gerda neugierig. „Hast du auch Hunger? Ich hab aber keinen Kuchen mehr.“
„Das ist nicht schlimm.“ Gerda schlang die Arme um ihren schmalen Körper. „Du hast also wirklich niemanden gesehen?“
Lotte legte den Kopf schief. „Ist dir kalt? Hat dir deine Mama nicht gesagt, dass man im Dezember nicht ohne Jacke rausgeht?“
Gerda lachte bitter – ein Lachen, das gar nicht zu ihr passte, weil es viel zu erwachsen klang.
„Meiner Mama ist es egal, was ich anhabe. Hauptsache, ich mache, was sie sagt“, meinte sie zynisch. „Außerdem habe ich gar keine Jacke.“
„Wie dumm“, sagte Lotte mitfühlend. „Da wirst du dich vielleicht erkälten.“
„Ja, vielleicht“, sagte Gerda müde und abwesend. Sie schien darüber nachzudenken, ob sie nach hause zurückkehren konnte, ohne ihrer Mutter eine Erfolgsmeldung zu bringen. Oder ob sie irgendwo im Wald einen Platz zum Schlafen fand.
Lotte stand auf und zog ihren Mantel aus. „Da, den schenke ich dir“, sagte sie und reichte Gerda das Kleidungsstück. Gerda zuckte zurück, als habe Lotte ihr eine Schlange angeboten.
„Was soll das?“, fragte sie scharf. „Ist das ein Scherz?“
„Wieso, findest du das lustig?“, fragte Lotte erstaunt. „Du kannst den Mantel ruhig haben. Vielleicht bekomme ich bald den alten Mantel von Ludwig Emil. Das ist zwar ein Mantel für Buben, aber mir gefällt er.“
Zögernd griff Gerda nach dem Mantel. Sie schlüpfte hinein – er war ihr natürlich viel zu klein, so dass er eher wie eine kurze Jacke wirkte. Trotzdem spendete er Wärme.
„Danke“, sagte Gerda. Sie gab ein Geräusch von sich, das nach einem Schluchzen klang.
„Bitte“, sagte Lotte vergnügt. „Und sag deiner Mama, dass sie sich ein bisschen besser darum kümmern soll, was du anziehst.“
Gerda setzte an, um etwas zu sagen. Doch dann überlegte sie es sich offenbar anders. Sie hauchte: „Frohe Weihnachten!“, drehte sich um und rannte davon.
Die Kleine ist gar nicht so übel, dachte der Raben-Stephan voll widerwilliger Bewunderung. Er überlegte sich, dass er auf dem Baum sitzen bleiben würde, bis Lottes Brüder wieder da waren – nur zur Sicherheit. Er lehnte sich zurück und hörte, wie Lotte zu singen begann – ein Kinderlied, das er nicht kannte. Vielleicht dachte sich die Kleine Text und Musik auch gerade erst aus. Die Melodie lullte ihn ein. Er schloss die Augen.
„Guten Abend, junge Dame“, sagte eine Stimme, die der Raben-Stephan sehr gut kannte. Vor Schreck wäre er beinahe von seinem Ast gefallen. Er riss die Augen auf. Eine breitschultrige Gestalt war aus der Düsternis des Waldes an das Kind herangetreten. Die langen braunen Haare waren ihm in den vergangenen Jahren wohl ausgefallen und hatten einer spiegelnden Glatze Platz gemacht. Doch der Raben-Stephan hätte ihn trotzdem jederzeit an seiner schmierigen Stimme erkannt: Das dort unten war Balthasar Diederich, auch genannt Beutel.
Im Raben-Stephan schrillten alle Alarmglocken. Beutel hatte er im Huttengrund zwar nicht gesehen – aber vielleicht hatte der ehemalige Kumpan ja ihn gesehen..?
„Hallo“, sagte Lotte fröhlich. „Du hast ja gar keine Haare mehr!“
„Das stimmt“, sagte Beutel und lachte dreckig. „Die Weiber haben dafür gesorgt, dass mir die Haare alle ausgefallen sind.“
„Wirklich?“, fragte Lotte fasziniert. „Wie haben sie das gemacht?“
„Das findest du noch früh genug heraus, Kleine“, sagte Beutel. „Aber sag mal, was machst du so ganz alleine im Wald?“
„Ich warte auf meine drei Brüder“, sagte Lotte und fügte hinzu. „Sie haben eine Axt dabei.“
Doch nicht so ein Dummerchen, dachte der Raben-Stephan und grinste.
Beutel sah sich unbehaglich um. Drei Brüdern mit einer Axt wollte er augenscheinlich nicht begegnen. „Ach ja? Hast du vielleicht noch jemanden im Wald gesehen?“
„Einen Mann mit dunklen Locken?“
„Ja, genau!“, rief Beutel erfreut.
„Nö, der Ist hier nicht vorbeigekommen“, gab Lotte Auskunft. „Nur einen hungrigen Jungen und ein rothaariges, frierendes Mädchen habe ich getroffen.“
Beutel machte ein dummes Gesicht. Dann hatte es den Anschein, dass er wütend wurde. Der Raben-Stephan machte sich bereit. Er würde nicht zulassen, dass Beutel der Kleinen etwas tat. Doch Lotte kam ihm zuvor.
„Ist das kalt?“, fragte sie.
„Hä?“, machte Beutel. Ihm war der Wind aus den Segeln genommen.
„Das ist bestimmt kalt“, vermutete Lotte.
„Was ist kalt?“, fragte Beutel perplex.
Er war noch nie die hellste Kerze in der Kirche, dachte der Raben-Stephan.
„Na, dein Kopf – so ohne Haare“, meinte Lotte.
„Oh“, machte Beutel. „Nun… ja… Aber was den Mann mit den Locken angeht…“
„Willst du meine Mütze?“
Beutels Verwirrung war komplett. „Was?“
„Meine Mütze“, wiederholte Lotte geduldig. „Damit es dich am Kopf nicht so friert.“
„Ach. Äh…“
Ehe Beutel reagieren konnte, war Lotte aufgestanden und hatte ihm ihre Mütze in die Hand gedrückt. „Sie ist mit Kaninchenfell gefüttert. Das fühlt sich auf deinem Kopf bestimmt schön an. Weil du ja keine Haare hast.“
Beutel betrachtete die Mütze. „Ja, kann sein.“
„Setz sie doch auf“, forderte Lotte. Beutel gehorchte.
„Und? Fühlt es sich schön warm und kuschelig an?“, fragte Lotte gespannt.
Beutel nickte langsam. „Ja. Ja, das tut es“, sagte er verwundert.
„Das ist doch schön. Dann frohe Weihnachten“, sagte Lotte fröhlich und winkte. Beutel war entlassen.
Beutel zögerte kurz. Dann winkte er zurück. Und dann drehte er sich um und ging langsam in den Wald zurück.
Der Raben-Stephan saß mit offenem Mund auf dem Baum. Beutel war wirklich einfach so gegangen. Lotte hatte unwahrscheinliches Glück gehabt. Er wusste, was Beutel mit jungen Frauen und Mädchen, die fast noch Kinder waren, anszustellen pflegte.
Ein schwer zu beschreibendes Gefühl beschlich ihn. Eine Mischung aus Bewunderung und Zuneigung. Er hatte das Bedürfnis, dem Mädchen etwas Gutes zu tun – diesem kleinen Ding, das da nur noch in seinem weißen Kleidchen unter der Eiche auf einem Baumstamm saß und mit den Füßen wippte. Dessen Vater und Tante gestorben waren und für dessen Familie das Christkind in diesem Jahr kein Geld haben würde. Und das trotzdem so freigiebig war.
Vorsichtig griff der Raben-Stephan in seine Tasche und öffnete die Kiste. Er holte eine Hand voll Goldmünzen heraus und warf sie vorsichtig hinunter, so dass sie vor Lotte im Gras landeten. Die Kleine stieß einen erstaunten Juchzer aus und stand auf, um die Münzen einzusammeln. Da sie nun keinen Mantel mehr trug, hob sie den Saum ihres Kleides und legte die Goldstücke dort hinein. Sie war so damit beschäftigt, dass der Raben-Stephan unbemerkt vom Baum hinabsteigen und sich im Unterholz verbergen konnte. Lächelnd beobachtete er von dort aus Lotte, die jedes Goldstück mit einem kleinen Jauchzer begrüßte.
Sie las gerade die letzte Münze auf, als ihre Brüder zurückkamen, einen mittelgroßen, aber hübschen Tannenbaum zwischen sich tragend.
„Was hast du da, Lotte?“, fragte Jakob, als er Lotte entdeckte. Und dann, zunehmend entsetzt, fragte er: „Und wo sind dein Mantel und deine Mütze?“
„Die habe ich verschenkt“, sagte Lotte leichthin.
„Ich wusste, dass wir Ärger mit ihr haben würden“, kommentierte Ferdinand finster. Jakob seufzte. „Dann lasst uns schnell nach hause gehen, ehe Lotte eine Lungenentzündung bekommt.“
„Und was hast du gerade gesammelt?“, fragte Wilhelm misstrauisch, während sie sich Richtung Waldrand in Bewegung setzten..
Lotte hielt eine der Münzen hoch, so dass sie im Sternenlicht glänzte. „Seht nur!“
Die drei Jungen stießen unisono einen erstaunten Ruf aus und blieben wieder stehen.
„Wie viele sind das?“, fragte Wilhelm,
„Genug für neue Wintermäntel für uns alle!“, jubelte Ferdinand.
„Wo hast du die her?“, fragte Jakob.
Lotte lachte. „Die sind vom Himmel gefallen“, sagte sie. „Wie Sterntaler!“
„Sterntaler?“, fragte Wilhelm ungläubig.
Ferdinand schnaubte. „Lotte erzählt mal wieder Märchen!“
„Charlotte Amalie Grimm“, sagte Jakob streng, nahm die Kleine an die Hand und setzte sich wieder in Bewegung. „Wenn wir zu hause sind, wirst du mir ganz genau erzählen, was geschehen ist – und keine dummen Geschichten, hörst du?“
„Schon gut“, sagte Lotte. „Weißt du übrigens, was komisch ist?“
„Nein, was denn?“
„Dass außer mir niemand in diesem Wald nach oben zu gucken scheint.“
Der Raben-Stephan in seinem Versteck stutzte, dann lachte er. „Frohe Weihnachten, Charlotte Amalie Grimm“, sagte er leise, ehe er sich im Dunkel der Winternacht davonstahl.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Aus der Schreibstube

Das Selfie

„It’s hard, it’s hard, it’s hard out here for a bitch it’s hard…“ Das Klacken von Jolinas Absätzen hallte auf der menschenleeren Straße. Sie wurde nicht langsamer, während der schrille Klingelton des Handys erklang.

Jolina seufzte genervt und angelte das iPhone aus ihrer Umhängetasche. Das Display leuchtete sanft im Dunkel der Nacht, wie ein Glühwürmchen, dachte Jolina. Nur dass es im Oktober wohl kaum noch Glühwürmchen gab. Die waren bei dieser Kälte garantiert schon ab Richtung Süden oder was auch immer solches Krabbelzeug im Winter treiben mochte.

Cheyenne stand in großen Buchstaben auf dem Display. Jolina verdrehte die Augen. Sie spuckte ihren ausgelutschten Kaugummi auf das Pflaster, lehnte sich gegen die Friedhofsmauer und nahm ab.

„Was gibt’s, Zicke?“, fragte sie und betrachtete ihre Fingernägel. Es war bald an der Zeit für eine Maniküre. „Ja, ich bin fast da. Wenn Du nicht nerven würdest, hätte ich die Sache längst erledigt.“ Sie warf die blonden Locken zurück und lachte verächtlich. „Ach komm, was ist schon dabei? In zehn Minuten bin ich zurück auf der Party.“ Sie lächelte boshaft. „Und dann wird Yannic seinen Wetteinsatz einlösen müssen, keine Frage.“

Sie klemmte das Handy zwischen Ohr und Schulter, fummelte einen neuen Kaugummi aus der Hosentasche. Ätzend die Dinger. Aber sie hatte ihrem Dad versprochen, mit dem Rauchen aufzuhören. Er hatte sie mit einem Mini Cooper zum 18. Geburtstag gelockt. So lange musste sie durchhalten.

„Ja klar, ich melde mich“, sagte sie und schob einen Streifen Kaugummi zwischen die Zähne. „Ciao!“ Sie tippte auf das Display, beendete so das Gespräch. „Dummbratze“, sagte sie. Sie ließ das Iphone zurück in die Tasche fallen.

Jolina stieß sich von der Mauer ab und ging zügig die letzten Meter bis zur Friedhofspforte. Eine selten dämliche Wette war das. Dachte Yannic wirklich, dass er sie mit so etwas einschüchtern konnte? Für so dumm hätte sie ihn nicht gehalten. Aber Yannic war süß, ein echtes Brett. Wenn er so eine Aktion brauchte, um auf sie abzufahren, bitte.

Jolina stieß das Friedhofstor auf. Es öffnete sich quietschend. Dunkel lag das parkähnliche,von Bäumen bestandene Gelände vor ihr. Ein kalter Hauch wehte ihr entgegen. Der Ruf eines Käuzchens erklang in einem der Bäume. Jolina verzog verächtlich die Lippen. „Was, echt jetzt? Noch mehr billiger Horrorfilm geht nicht, oder?“

Mit einem energischen Ruck schloss Jolina das Tor und machte sich auf den Weg. Der Kies knirschte unter ihren High Heels. Hoffentlich lohnte sich diese alberne Aktion wenigstens. Die Party war gut gewesen. Die Musik war angesagt, die Cocktails waren gratis und die Jungs heiß. Keiner war so heiß wie Yannic, ohne Frage. Leider wusste er das auch. Und er wusste, dass sie es wusste. Zu seinem Unglück wusste Jolina außerdem, dass er tierisch auf sie abfuhr. Sein dämlicher Kumpel hatte es Cheyenne gesagt, und ihre Freundin hatte es natürlich sofort weitererzählt.

Jolina blieb mit dem Absatz hängen, kam ins Stolpern und legte sich beinahe hin. Sie fluchte, hob den verlorenen Schuh auf und unterzog ihn sofort einer genauen Kontrolle. Zum Glück war der Absatz in Ordnung. Wenn ihre neuen Manolos unter dieser Schnapsidee zu leiden hatten, würde Yannic dafür büßen.

Die Hand auf einen der Grabsteine abgestützt, zog Jolina den Schuh wieder an. Eine leichte Bewegung an ihrem kleinen Finger ließ sie hinschauen. Neben ihrer Hand saß eine Maus auf dem Marmor und starrte sie an.

Jolina quietschte, holte aus und fegte die Maus mit dem Handrücken von dem Grabstein. Das Tier prallte gegen einen nahen Baum und fiel reglos ins hohe Gras. Jolina schnaufte tief. Sie holte mit spitzen Fingern ein Feuchtigkeitstuch aus ihrer Tasche und wischte sich angeekelt die Hand ab. „Also echt, das ist doch nicht wahr!“ Oh ja, Yannic würde bezahlen. Essen, Kino, Popcorn. Das war das Mindeste.

„It’s hard, it’s hard, it’s hard out here for a bitch, it’s hard…“

Jolina zuckte zusammen. Schon wieder das Handy. Sie holte das iPhone heraus und nahm das Gespräch an, ohne auf das Display zu schauen. „Cheyenne, du Hohlbirne, ich hab doch gesagt, ich melde mich, wenn…“

Sie verstummte. Ihre Nasenflügel bebten leicht. „Oh, Paps, sorry. Ich dachte, es wäre Cheyenne…“ Sie ließ das Feuchttuch achtlos zu Boden fallen. „Natürlich bin ich mit Cheyenne unterwegs. Sie ist nur… gerade mit ein paar Kumpels zur Tanke gefahren. Sie kommt bestimmt gleich wieder.“

Jolina sah sich unbehaglich um. „Ich bin im Garten. Frische Luft schnappen. Nein, Paps, ich hab’s dir doch versprochen, ich rauche nicht mehr.“

Es folgte eine minutenlange Rede ihres Vaters, die sie nur zu gut kannte. Jolina schaltete ihre Ohren auf Durchzug und beschränkte sich darauf, gelegentlich „Hm“ und „Klar“ zu murmeln. Sie sah sich um. Auf dem Grabstein, auf dem die Maus gesessen hatte, stand in goldenen Buchstaben Helene – Was wir lieben, ist geblieben, bleibt in Ewigkeit.

Was für ein Kitsch, dachte Jolina. Ein einzelnes Wort, eine Frage ihres Vaters, drang zu ihr durch. „Aber sicher war ich auf dem Friedhof. Ich hab doch versprochen, nach Mamas Grab zu sehen.“ Das war nicht gelogen, dachte Jolina. Immerhin war sie hier. Wenn auch aus anderen Gründen.

„Paps, ich muss jetzt Schluss machen. Ja klar, spätestens um eins. Tschüß!“

Jolina sah auf das Dispay. Sie erschrak. Sie hatte schon viel zu lange gebraucht. Yannic würde noch denken, dass sie Schiss bekommen hatte. Sie musste sich beeilen und endlich das verdammte Foto machen.

Ein Friedhofs-Selfie – wer war nur auf diese idiotische Idee gekommen? Yannic garantiert nicht, dazu war er nicht clever genug. Bestimmt hatte er die Idee aus Facebook oder von Youtube.

Kurz gerieten Jolinas Schritte ins Stocken. Hatte Yannic sie vielleicht gar nicht zu der Mutprobe aufgefordert, weil er sie scharf fand, sondern weil sie zufällig eine tote Mutter auf dem Friedhof hatte?

Das Käuzchen stieß erneut seinen klagenden Schrei aus. „Halts Maul!“, sagte Jolina. Entschlossen ging sie weiter. Nein, das würde er nicht wagen. Niemand würde es wagen, so mit Jolina umzuspringen. Sie war schließlich nicht irgendwer.

Das Grab ihrer Mutter lag direkt hinter der Trauerhalle. Als sich Jolina näherte, wurde sie unwillkürlich wieder langsamer. Seit der Beerdigung vor einem halben Jahr war sie nicht hier gewesen. Damals war das Grab nur ein brauner Hügel, über und über mit Blumen und Kränzen bedeckt. Ihre Mutter war beliebt gewesen. Ein guter Mensch, sagte ihr Vater.

Jetzt leuchtete ein heller Gedenkstein am oberen Ende des Grabes im Mondlicht. Er war vor einigen Tagen erst gesetzt worden. Deswegen hatte ihr Vater sie aufgefordert, herzukommen. Hinter dem Grab stand auf einem Podest ein steinerner Engel. Er starrte Jolina anklagend aus pupillenlosen Augen entgegen.

Die letzten Meter bis zum Grab musste sie sich zwingen, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Die Schrift auf dem Grabstein ihrer Mutter war nicht golden, sondern in schlichten schwarzen Buchstaben gehalten. In Erinnerung an Ellen – geliebte Ehefrau und Mutter. Daneben ein ovales Bild in einem Rahmen. Es zeigte eine hübsche, dunkelhaarige Frau mit einem sanften Lächeln. Jolina hatte ihrer Mutter nie sehr ähnlich gesehen. Sie kam mehr nach ihrem Vater.

Die Schrift und das Bild waren auf der linken Seite aufgebracht. Die rechte Seite war freigelassen worden. Eines Tages sollten dort Paps‘ Lebensdaten stehen. Es war ein Doppelgrab.

„It’s hard, it’s hard, it’s hard out here for a bitch it’s hard…“ Jolina zuckte zusammen und hätte beinahe das vibrierende iPhone fallen gelassen. Sie riss es an ihr Ohr und fauchte: „Was?“

Sie drehte sich um, um das Bild ihrer Mutter während des Gesprächs nicht vor Augen zu haben. Ihre Stimme wurde sanfter,  gurrend. „Yannic, Baby, ich bin total adrenalisiert. Ich war gerade dabei, das Selfie zu posten. Also behalt mein Facebook-Profil schön im Blick, klar?“ Sie lachte gekünstelt. „Ich weiß nicht, was ihr wollt, es ist eine total coole Location. Die nächste Party schmeißen wir hier.“

Ohne sich zu verabschieden legte Jolina auf. Sie steckte das Handy kurz weg, um in ihrem Kosmetikspiegel Make-up und Frisur zu überprüfen. Wenn sie diesen Mist schon postete, dann wollte sie auch ein Burner sein. Sie stellte sich in Position, setzte ihr Duckface auf und hob den Arm. Mit einem leisen Klick-Ton, der altmodisch klang aber aus den winzigen iPhone-Boxen kam, war das Selfie geschossen.

Rasant flogen Jolinas Finger über die Eingabefelder. Innerhalb von Sekunden hatte sie das Bild gepostet, getwittert und per Whatsapp an alle ihre Kontakte geschickt. Sie atmete auf. Diese Wette hatte sie klar gewonnen.

Jolina wollte das Handy wegstecken, als ihr Blick nochmals auf das soeben geschossene Foto fiel. Sie kniff die Augen zusammen. Irgendetwas stimmte nicht. Auf dem Bild war hinter ihr der Grabstein zu sehen. Mit Zeige- und Mittelfinger zoomte sie heran. Ihre Augen weiteten sich entsetzt. „Nein“, stammelte sie.

Das iPhone entglitt ihren Fingern und schlug hart auf den Kies auf. Die Absätze der Manolos brachen ab, als Jolina davonrannte. Vor dem Grab ihrer Mutter lag das iPhone und vibrierte leicht. „It’s hard, it’s hard, it’s hard out here for a bitch it’s hard…“

Nach einer Minute verstummte der Klingelton und im Display erschien Jolinas Facebook-Profil. Der aktuelle Status zeigte sie vor einem Grab. Auf der rechten Seite des Gedenksteines stand: In Erinnerung an Jolina – geliebte Tochter und gute Freundin. Darunter angebracht war das Portraitfoto eines hübschen Mädchens mit blonden Locken. Der Eintrag hatte bereits über 20 Likes.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Aus der Schreibstube

Basteln mit Blättern und Stickern

 

Pünktlich zum Herbst  legt der Verlag Beltz & Gelberg den zweiten Grüffelo-Naturführer vor. Übersetzerin des Büchleins von Axel Scheffler und Julia Donaldson ist erneut Fabienne Pfeiffer.

Wie auch schon der erste „Naturführer“ des berühmten Monsters führt auch dieser über 200 Sticker mit, die in den Heftchen und während der „Forschungsaufträge“ zum Einsatz kommen. Hier gilt es zum Beispiel, Herbstboten wie Eicheln, rote Blätter oder Igel zu entdecken. Ganz viele Spielideen gibt es für bunte Blätter: Ob mit den Stickern ein Blätterbaum verziert oder mit echten Blättern richtige Kunst gestaltet wird, bleibt dabei den kleinen Forschern überlassen. Neben originellen Bastelideen und Platz zum Malen und Eintragen gibt es reichlich Infos zu den Bäumen – so zum Beispiel den Grund, warum sie im Herbst ihre Blätter überhaupt verlieren. Weitere Seiten beschäftigen sich mit Beeren, Samen, Nüssen, Pilzen und Insekten. Kleines Manko: Hier wäre es sicher gut gewesen, den Kindern zu erklären, welche Früchte giftig sind und welche nicht. Allerdings steht ganz vorne im Büchlein die Warnung, unbekannte Beeren und Pilze überhaupt nicht zu essen.

Wie schon der erste Naturführer ist auch die Herbstvariante eine schöne Idee für Grüffelo-Fans. Die bekannten Figuren der Geschichte begleiten durch das Kreativbuch, und Sticker finden Kinder immer toll. Eine nette Idee, um kleine Stubenhocker auch bei Herbstwetter ins Freie zu locken.

 

„Der Grüffelo Naturführer Herbst“ ist bei Beltz & Gelberg erschienen.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher, Kreativbuch-Tipps

„Das Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling

Vater Wolf findet unter einem Strauch ein kleines, rosiges Tier: ein Menschenjunges. Er bringt ihn in seine Höhle, wo Mutter Wolf beschließt, ihn gemeinsam mit ihren Welpen groß zu ziehen. Sie verteidigen ihn gegen den bösen Tiger Schir Khan, der den kleinen Jungen als Beute für sich beansprucht – und auch gegen die anderen Wölfe, die den Menschen zunächst nicht als einen der ihren akzeptieren wollen. Der Bär Balu und die Pantherin Baghira sprechen jedoch für ihn, und so darf der Junge, der fortan Mogli (Kleiner Frosch) genannt wird, bei den Wölfen bleiben. Von seinen Beschützern Balu und Baghira lernt er die Gesetze des Dschungels. Als der Anführer der Wölfe, Akela, jedoch älter wird und ihn nicht mehr beschützen kann, wird Mogli von dem Rudel verstoßen. Er kehrt zu den Menschen zurück, doch dort wird er auch nicht glücklich und muss sich schließlich dem Gesetz des Dschungels stellen.

 

Xavier Deutschs Neubearbeitung des englischen Klassikers von Rudyard Kipling (aus dem Französischen übersetzt von Ursula Held) ist nicht mit der Disney-Version des Stoffes zu vergleichen. Dafür ist der Tonfall zu ernst, die Geschichte mehr Entwicklungsgeschichte als Komödie. Genau wie Disney behandelt Grébans aber nur die ersten drei Kapitel des Original Dschungelbuchs – jene, die sich um Mogli drehen. Er endet jedoch nicht mit Moglis Rückkehr zu den Menschen, sonder erzählt zumindest die Geschichte des Menschenjungen bis zum Schluss, eben bis er wieder in den Dschungel zurückkehrt und den intriganten und neidischen Menschen den Rücken zukehrt. Kein leichter Stoff für Kinder, deswegen ist das Buch auch eher für ältere Schulkinder geeignet, die bereits sehr gut lesen können. Etwas rätselhaft bleibt, warum der im Original männliche Panther Baghira hier zu einem weiblichen Tier wird – wahrscheinlich ist dies der Übersetzung geschuldet.

Sehr gelungen sind die Illustrationen von Quentin Gréban, der sich zwar an den Disney-Motiven orientiert (wie vor allem an Mogli deutlich wird) aber bei den Zeichnungen einen ganz eigenen Charme entwickelt.

 

Das Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling ist im KERLE-Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher

„Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt“

reisezumendederweltEin Helmsley zu sein, ist nicht einfach – das lernt Archer ziemlich schnell. Seine Großeltern sind berühmte Forscher und ständig unterwegs. Kennengelernt hat er sie noch nie persönlich – stattdessen bekommt er Briefe und Päckchen, und das Haus seiner Großeltern, in dem Archer mit seinen Eltern lebt, steckt ebenfalls voller Zauber und Wunder, die an die Großeltern erinnern. Archer will auch ein Abenteuer erleben, doch seine Mutter hält nicht viel davon. Als die Nachricht um die Welt geht, dass Archers Großeltern bei einer Antarktis-Expedition verschollen sind, scheint das Leben für Archer noch trister zu werden. Seine Mutter lässt ihn nun gar nicht mehr das Haus verlassen, außer um zur Schule zu gehen. Dort ist es dank der bösartigen Lehrerin Mrs Murkley auch nicht gerade angenehm. Zu Archers Glück findet er Freunde: den ängstlichen Oliver und Adélaide, die bei einem Kampf gegen Krokodile ein Bein verloren hat. Gemeinsam mit den beiden entwickelt Archer Helmsley einen tollkühnen Plan, um seine Großeltern bei einer Reise zum Ende der Welt aufzuspüren und sie zurückzuholen.

 

Nicholas Gannons Debütroman wartet mit einem Trio ungewöhnlicher Protagonisten auf: Weder der etwas verschrobene Archer, noch Oliver, der wenn er es eilig hat mit geschlossenen Augen rennt, oder Adélaide, die, wenn es um ihr Holzbein geht, zu Lügengeschichten greift, sind typische Helden. Genau das macht sie sehr liebenswert, und der Leser fiebert mit ihnen der großen Reise entgegen und ahnt doch gleichzeitig, dass ihr Plan niemals funktionieren kann. Der Roman wartet mit zahlreichen Geheimnissen auf und bleibt bis zum Schluss spannend. Schade, dass nicht alles aufgelöst und stattdessen auf eine Fortsetzung im Jahr 2017 verwiesen wird. Andererseits ist die Aussicht auf weitere Abenteuer mit Archer Helsmles auch nicht schlecht.

 

„Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt“ von Nicholas Gannon ist bei Coppenrath erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher

Phase 2

Am 19. Oktober ist Projekt Mami Phase 2 gestartet. Eigentlich ja schon neun Monate vorher. Wenn man es ganz genau nimmt, wird es mit der Umsetzung von zwei Kindern und Arbeitsalltag in einer Redaktion auch noch eine Weile dauern – zumindest bis 2017…

Aber die Umstände haben sich seit Beginn von Projekt Mami schließlich etwas geändert. Eine Redakteurin kann Elternzeit nehmen. Als Autorin ist es schon mit dem Mutterschutz und dem damit einhergehenden Beschäftigungsverbot nicht ganz so einfach. Denn sag meinem Kopf mal, dass er bis Weihnachten Ruhe zu halten hat. Klar: Geht nicht. Gerade, wenn so schöne Phasen wie Stillen hinzukommen, in denen ich sehr viel Zeit zum Nachdenken habe.

Jaja, natürlich genieße ich es auch, mein Kätzchen dabei zu beobachten und mich an seiner natürlichen Niedlichkeit zu erfreuen. Aber das Kätzchen trinkt oft und gerne und lange. Da schweifen die Gedanken spätestens bei der dritten Stillsitzung des Tages auch gerne ab zu meinen geistigen Kindern. Mit der Muttermilch sprudeln sozusagen auch die Ideen.

Dazu kommt, dass das Kätzchen nicht nur ein Säugling, sondern auch ein Tragling ist. Will heißen: Schlafen am liebsten bei Mama auf dem Arm, der Brust oder dem Bauch. Noch mehr Zeit, in der man viel Kreativität ausleben kann.img_5484

Es ist ja auch nicht so, dass ich nichts zu schreiben hätte. Einerseits, weil ich immer wieder und wieder und WIEDER gefragt werde, wann denn Teil drei der Kinzigtaltrilogie erscheint. Andererseits gibt es noch weitere Projekte, die auf ihre Umsetzung warten und Expos, die mir in den Fingern kribbeln. Da kann ich nicht anders, als hin und wieder doch mal zum Laptop zu greifen. Und erstaunlicherweise sind Laptop und Kätzchen kompatibel. Noch…

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Projektarbeiten

Eine bunte Menagerie

Eigentlich möchte Mika zum Badesee. Aber Papa hat keine Zeit, weil er arbeiten muss. Zum Trost darf Mika in die Tierhandlung gehen und sich ein Haustier kaufen. Der Verkäufer glaubt zuerst nicht, dass sich Mika wirklich eine Maus kaufen darf. Aber der gestresste Papa erklärt am Telefon, dass sich Mika kaufen darf, was er will. Wenn er das mal nicht gesagt hätte… Denn als die Maus verschwunden ist, kauft Mika einen Hund, der sie suchen soll. Nachdem der Hund die Maus gefunden hat, weiß er leider nicht, wie man das Klo benutzt. Das muss ihm der Seehund zeigen. Als sie in der Badewanne schwimmen gehen, muss ein Pinguin der Maus zeigen, wie man schwimmt, denn die Seepferdchen sind leider ausverkauft …

Es ist eine bunte Menagerie, die Mika da zusammenkauft, und es ist unheimlich witzig, dass der Papa davon einfach nichts mitbekommt, weil er so sehr in seine Arbeit vertieft ist. Das hat er nun davon, oder? Katja Gehrmanns Geschichte sprüht nur so vor Fantasie. Wie soll das nur alles enden, wenn auch noch ein Papagei und ein Elefant dazukommen? Auf jeden Fall sehr lustig, auch dank der humorvollen Bilder von Constanze Spengler. Eine warme Leseempfehlung!

„Seepferdchen sind ausverkauft“ von Katja Gehrmann mit Bildern von Constanze Spengler ist im Moritz-Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps

Politisch korrekt

Es ist derzeit angesagt, Märchen in modernisierter Version zu präsentieren. „Power to the Princess – Märchen für mutige Mädchen“ ist so ein Buch. Im Vorwort erklärt Autorin Vita Murrow ihr Anliegen: Sie will die Geschichten aus Sicht der Prinzessinnen erzählen und sie von ihrer energischen und schwungvollen Seite zeigen. Dieses Vorhaben gelingt ihr ziemlich gut – allerdings bleiben die Märchen, wie wir sie kennen (und oft auch mögen) dabei auf der Strecke, so dass man sie kaum noch wiedererkennt.

In „Belle, die Mutige“ zum Beispiel, der Version von „Die Schöne und das Biest“, begegnet Belle dem Biest in seinem Schloss furchtlos und entgegnet: „Ich lass mir doch von dir nicht drohen!“. Und als sie es später schafft, den Fluch zu brechen, bekommt sie einen Job bei der Polizei. Rotkäppchen sorgt sich darum, warum die Wölfe die Menschen angreifen. Rapunzel lässt den Prinzen nicht einfach in den Turm – da könnte ja jeder kommen – und findet sich nicht damit ab, im Turm festzusitzen. Da sie sich mit der Hexe Gothel eigentlich ganz gut versteht, baut sie den Turm kurzerhand um und wird zu einer berühmten Architektin. Auch Dornröschen nimmt ihr Schicksal nicht einfach hin, sondern kämpft gegen den Schlaf-Fluch an.

Die Märchen sind in mehr als einer Hinsicht politisch korrekt und weisen auf aktuelle Probleme hin: Dornröschen ist das Adoptivkind eines männlichen Königspaares, bei der kleinen Meerjungfrau geht es unter anderem um die Verschmutzung der Meere und Schneewittchens Stiefmutter wird von der bösen Klatschpresse in den Schönheitswahn getrieben.

Insgesamt 15 Märchen, von Aschenputtel bis 1001 Nacht, hat Vita Murrow modernisiert. Man kann das mögen, als Liebhaber klassischer Märchen kann man das auch weniger gut finden. Was das Buch bestimmt nicht ist: ein Ersatz für die Originale. Aber es kann eine ausgefallene Ergänzung sein, denn wenn man sich darauf einlässt – und einem die wirklich extrem auf Diversität und Gleichberechtigung pochenden Geschichten nicht zu weit gehen – können Morrows Ideen und die Illustrationen von Julia Bereciartu durchaus Spaß machen. Vor allem, wenn man ganz genau auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei Original und politisch korrekter Version achtet.

„Power to the Princess – Märchen für mutige Mädchen“ von Vita Morrow mit Illustrationen von Julia Bereciartu, ist bei Carlsen erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher

Bezaubernd und mit Klappen

Kennt Ihr die Geschichte von Noah und der Arche? Oder von Jona und dem Wal? In diesem kleinen Büchlein lernt Ihr erste Geschichten aus der Bibel kennen. Los geht es mit der Geschichte des Paradieses. Weitere Geschichten drehen sich um Daniel und die Löwen und um Jesus, der die Kinder segnet und die Menschen satt macht. Die letzte Geschichte ist das berühmte Gleichnis vom verlorenen Schaf.

Kindgerecht und zauberhaft bebildert kommt dieses Büchlein für die Allerkleinsten von Coppenrath daher. Die Geschichten werden aus der Perspektive von Tieren geschildert – ein kleiner Fisch hat zum Beispiel beobachtet, wie der Wal Jona verschluckt hat, und ein Kätzchen wundert sich, dass fünf Brote und zwei Fische für 5000 Menschen reichen. Außerdem gibt es kleine Entdeckerklappen, hinter denen sich zum Beispiel das verlorene Schaf findet. Eine süße Bibel-Entdeckungsreise für die Jüngsten.

„Meine allerliebsten Bibelgeschichten“ ist bei Coppenrath erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps

Eine Eifersuchtsgeschichte

Das kleine Wusel liebt seine Oma. Sie gehört ihm ganz alleine. Dummerweise ist da aber auch noch die Cousine. Die Cousine ist doof. Oberdoof sogar. Das Wusel ist gar nicht glücklich darüber, dass die Cousine heute auch da ist. Dann wird es ein bisschen besser, denn die Oma sagt: „Kommt wir backen!“ Das macht Spaß. Aber dann isst die doofe Cousine ein wenig zu viel Lebkuchenteig. Oje, plötzlich geht es der Cousine gar nicht gut. Und da tut sie nicht nur der Oma leid…

Eifersucht ist ein ziemlich blödes Gefühl, das kennt Ihr alle bestimmt. Dann versteht ihr, wie es dem Wusel geht. Das kleine, aber feine Büchlein erzählt eine Eifersuchtsgeschichte, ohne gute Ratschläge zu erteilen. Das Wusel merkt von ganz alleine, dass es gar nicht eifersüchtig sein muss – und das ist toll. Die Kritzel-Figuren sind auf den ersten Blick etwas bizarr, entfalten jedoch während der Geschichte einen ganz eigenen Charme – und Kinder finden sie super. Ein Vorlese-Abenteuer für die ganz Kleinen.

„Wer ist denn Omas Liebling?“ von Stina Wirsén ist bei Klett Kinderbuch erschienen,

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps

Drei chaotische Schrankkrabbler

Kennt ihr auch Monster, die aus dem Schrank kommen? Joscha macht an diesem Samstag Bekanntschaft mit drei solcher Schrankkrabbler. Aber er stellt schnell fest: So schlimm sind Monster eigentlich gar nicht.

Es ist noch früh am Morgen, als Joscha die Stimmen der Monster aus dem Wohnzimmer hört. Mama und Papa glauben ihm allerdings nicht. Also muss Joscha alleine los, um sein Kaninchen Trinchen zu retten.

Eigentlich ist Trinchen aber gar nicht in Gefahr, sondern das Zottelmonster Krock hat es auf die Mohrrüben abgesehen. Auch seine beiden Freunde – der etwas tollpatschige Platsch und Herr Pong mit dem Hut – sind nicht so furchterregend, wie man denken könnte. Sie suchen bloß den Schrank, mit dem sie aus Joschas Haus wieder wegkommen, Dabei richten sie allerdings im ganzen Haus ein heilloses Chaos an: erst im Wohnzimmer, dann in der Küche, dann im Bad. Als sie jedoch Joschas Eltern aufwecken wollen, muss Joscha sie aufhalten. Und dann erklingt plötzlich ein furchterregendes Geräusch…

Die drei lustigen Monster, die sich Stephan Pricken ausgedacht hat, muss man einfach sofort liebgewinnen. Krock, Platsch und Herr Pong sind unverwechselbare Gesellen, auch wenn sie Joscha ganz schön in Schiwerigkeiten bringen. Ein tolles und liebevoll gezeichnetes Buch für alle, die keine Angst vor Monstern haben – oder sie verlieren wollen.

„Monster“ von Stephan Pricken ist bei Coppenrath erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps

Manchmal ist ein Sieg nicht wichtig

Es gibt Neues vom knuffigen Grolltroll! Das blaue Monster und seine Freunde erleben wieder einmal ein turbulentes Abenteuer, gleich hinter dem Wald, erst ein paar Schritte geradeaus, dann einmal linksrum und zweimal rechtsrum. Mit seinen Freunden spielt der Grolltroll gerne, und jetzt wollen sie etwas ganz Neues zusammen machen. Der Hase hat die Idee: Ein Wettkampf soll es sein, Aber was für einer? Der Grolltroll schlägt ein Seifenkistenrennen vor. Jeder soll seine eigene Seifenkiste, also ein Auto ohne Motor, bauen, und dann soll es darum gehen, wer mit seiner Konstruktion am schnellsten ist.

Sofort legen alle los, bauen, hämmern und basteln. Nur der Grolltroll weiß noch nicht genau, was er machen soll. Aber er will doch unbedingt gewinnen. Also schaut er mal nach, was die anderen so treiben. Die lassen ihn allerdings nicht abgucken. Dann sieht er die Frösche auf dem Bach Segelboot fahren und hat endlich eine Idee. Als das Rennen losgeht, setzt er knurrig seinen Helm auf. Er will Erster sein, unbedingt!

Und tatsächlich saust er mit seiner Seifenkiste an allen vorbei und kommt als erster ins Ziel, Er freut sich – aber keiner jubelt, keiner klatscht. Niemand hat Zeit für ihn – warum nur? So was Gemeines! Am liebsten würde der Grolltroll toben und stampfen und brüllen. Stattdessen schaut er sich um …

Wer die ersten Abenteuer des Grolltrolls gemocht hat, wird auch von diesem nicht enttäuscht sein. Das kleine Monster lernt hier, dass es nicht das wichtigste ist, zu gewinnen, sondern wie man gewinnt – und manchmal ist ein Sieg auch ganz nebensächlich.

Besonders die herzigen Bilder von Stephan Pricken haben mich wieder begeistert: Er füllt die bezaubernden Figuren von aprilkind und die Texte von Barbara van den Speulhof mit so viel Gefühl und Leben, dass man das blaue Knuddelmonster und seine Freunde einfach lieben muss. Eine warme und begeisterte Leseempfehlung!

„Der Grolltroll … will erster sein!“ von aprilkind, Barbara van den Speulhof und Stephan Pricken ist bei Coppenrath erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps

Witz und ganz viel Drama

Coco, das freche Vampirmädchen, ist wieder da – nicht nur mit ihrem dritten Tagebuch, sondern auch zurück aus Paris und zurück in der Schule. Da gibt es gleich jede Menge Aufregung: Zum einen bekommt sie ausgerechnet ihre Alptraum-Lehrerin Frau Krätzel als Klassenlehrerin, zum anderen ist da die geheimnisvolle neue Mitschülerin Luise. Die ist ziemlich cool und gehört schnell zu Cocos Freundeskreis – und außerdem ist sie auch ein Vampir. Aber irgend etwas hat sie zu verbergen, und das scheint eine traurige Geschichte zu sein. Das hält Coco aber nicht davon ab, zusammen mit Britta, Josephine und Luise einen eigenen Modelkurs ins Leben zu rufen. Außerdem wird Coco Mitglied in der Schultheatergruppe und würde so gerne die Julia spielen – das will ihre Freundin Josephine allerdings auch. Ob das an dem gutaussehenden Mitschüler Christian liegt, der den Romeo spielen soll? Dabei ist Coco doch eigentlich nach wie vor an Gabriel vergeben. Aber Jungs sind irgendwie schwierig… Ein Glück, dass es Freundinnen gibt!

Frech, witzig und mit viel Drama kommt auch der dritte Teil der Reihe „Cocos Diary“ von Gerda Maria Pum und Iris Blanck daher. Die comicartigen Zeichnungen unterstreichen die Geschichte, die nicht nur einem Vampir, sondern auch einem ganz normalen Mädchen passieren könnte und die Mädchen deswegen wieder so begeistert. „Cocos Special“ auf den letzten Seiten hat zudem noch Tagebuch- und Kritzel-Potential und weckt die Kreativität. Ein Muss für Fans der ersten beiden Teile!

„Cocos Diary 3 – Tagebuch eines Vamopirmädchens“ von Gerda Maria Pum und Iris Blanck ist im Adrian-Verlag erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kinderbücher

Kunterbuntes Wohlfühl-Abenteuer

Ubru Kudubru will ein großer Zauberer sein. Leider läuft bei ihm einiges schief: Statt einem Frühstücksei zaubert er einen Frühstückshai herbei, und statt Badesachen erscheint Badedrache Bodo. Als Ubru Kudubru für den Drachen eine holde Prinzessin herbeuzaubern will, taucht Prinzenschreckerin Prigitte auf, und als der kleine Zauberer das schlechte Wetter durch Sonnenschein ersetzen will, stößt Sonnenschwein Sonja zu der lustigen Truppe.

Aber das ist alles nicht schlimm, denn die Fünf erleben zusammen spannende Abenteuer: auf dem Meergesgrund, auf der Quatschinsel und im Weltraum. Eine Mitternachtsparty im herbeigezauberten, herrlich wolligen Schafanzug schließt den tollen, verrückten Tag ab, und alle sind sich einig: Ubru Kudubru ist der größte Verzauberer der Welt!

Dieses Lieblings-Bilderbuch ist ein kunterbuntes, durchgedrehtes Wohlfühl-Abenteuer, mit bezaubernden Bildern von Iris Hardt und herzallerliebsten Reimen von Lissa Lehmenkühler, das zeigt, dass es nicht immer schlimm sein muss, wenn etwas schief geht.

„Ubru Kudubru – der größte Verzauberer der Welt“ von Lissa Lehmenkühler mit Illustrationen von Iris Hardt ist bei Magellan erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps

Vorfreude auf den Sommer

Vielleicht kennt Ihr schon die sieben kleinen Hasen und ihre lustigen Abenteuer. Sie haben immerhin unter anderem schon Regentage erlebt, Weihnachten gefeiert und mit Schnupfennasen im Bett gelegen. Dieses Mal wird es wieder lustig: Denn es ist Wochenende und die Hasen wollen mit Mama und Papa einen Ausflug machen. Das ist aber leichter gesagt, als getan. Denn erst einmal muss alles zusammengepackt werden: „Luftmatratze, Badehose, lecker Rübchen aus der Dose, Spritztier, Decke, Badetuch …“

Wenn dann endlich alles verstaut ist, was man so braucht, müssen alle, von Groß nach Klein, eingecremt werden. Und dann geht es endlich los, wahlweise auf zwei oder vier Rädern.

Und dann endlich, sind sie am Badesee angekommen: „Jetzt nichts wie rein ins kühle Nass, die Häschen haben riesig Spaß!“ Und was fehlt da noch zum puren Glück? Natürlich ein Eis!

Das neue Häschenbuch von Christiane Hansen und Sabine Praml ist wieder ein liebevoll illustrierter und lustig gereimter Spaß für die kleinsten Leser. Nur die letzten Seiten spielen am Wasser – denn das Büchlein ist Vorfreude pur. Gibt es etwas Schöneres, als sich im Sommer auf das erfrischende Wasser beim Planschen zu freuen? Ich kann es auch kaum noch erwarten – und mit den Häschen zusammen wartet es sich viel schöner!

„Wenn sieben kleine Badehasen quietschfidel ans Wasser rasen“ von Sabine Praml mit Illustrationen von Christiane Hansen ist bei Oetinger erschienen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bilderbuchtipps