Viele kleine Geschichten

„Martin Rütters Hundewimmelbuch“ von Jannes Weber ist bei Kosmos erschienen.

Heute möchte ich euch an ganz besonders tolles Wimmelbuch ans Herz legen. Martin Rütter kennt ihr vielleicht aus dem Fernsehen. Er wird auch „Der Hundeflüsterer“ genannt und kennt sich besonders gut mit unseren bellenden Freunden aus. In diesem Buch, das der Zeichner Jannes Weber gestaltet hat, geht ihr mit Martin und seiner Hündin Emma auf die Reise: Vom Frühling über Sommer und Herbst bis in den Winter, in den Stadtpark, ans Meer, in die Hundeschule und in den Schnee. Bevor es auf jeder Doppel-Wimmelbuchseite mit dem lustigen Treiben losgeht, erzählt eine kurze Bildergeschichte, wie Martin und Emma dorthin kommen, und genauso gibt es hinterher noch ein paar Bilder als Souvenirs.

Auf den Wimmelseiten selbst gibt es so viel zu entdecken – und vor allem: wiederzufinden. Denn die gezeichneten Menschen und Hunde sind schon bald alte Freunde, die alle ihre eigene kleine Geschichte haben. Da ist die Frauen mit dem ganzen Mopsrudel, das für allerlei Chaos sorgt. Da ist die Frau, die eine Flaschenpost in den Bach wirft – ob die wohl irgendwo ankommt? Da ist der Mann im blauen Pullovber, der auf jeder Seite von drei Hunden verfolgt wird – erst im Dezember erfahren wir, warum. Es gibt eine Frau, die ihrem davonfliegenden Hund quer durch das Buch nachjagt und einen älteren Mann, der seinen Hund sucht. Und dann ist da natürlich der Junge, der seine Eltern ständig um einen Hund anbettelt …

Das sind nur einige der bunten und liebevoll gestalteten Figuren, die wir kennenlernen. Eine freche Katze und ein malendes Schwein gibt es auch  – und hat sich da nicht sogar ein Pony versteckt..?

Unheimlich warmherzig und komisch illustriert Jannes Weber die vielen unterschiedlichen Typen Mensch und Hund. Im Mittelpunkt stehen dabei natürlich Martin Rütter und Emma – völlig zu Recht. Ein unbedingtes Muss für Hundefans!  

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Freundschaft, Abenteuer und Alltag

„Wir Kinder aus Bullerbü. Alle Abenteuer in einem Band“ von Astrid Lindgren mit Bildern von Katrin Engelking ist bei Oetinger erschienen.

Kommt mit nach Bullerbü! Viele Kinder haben dort schon Abenteuer erlebt, und in diesem tollen Sammelband sind alle Geschichten aus dem schwedischen Dorf gesammelt. Wobei – ist Bullerbü überhaupt ein Dorf? Dort gibt es nur drei Höfe: den Nordhof, den Mittelhof und den Südhof. Und dort leben – zumindest am Anfang der Geschichten – nur sechs Kinder: Lasse, Bosse, Ole, Britta, Inga und die kleine Erzählerin Lisa. Später bekommt Ole noch eine kleine Schwester, Kerstin. Sie leben und spielen auf diesen Höfen und erleben manches Abenteuer. Lisa erzählt von kleinen und großen Festen, von dem Ärger mit großen Brüdern und den Freuden der Freundschaft, von Abenteuern und Alltag.

Meine Lieblingsstelle ist übrigens die, in der Lisa und Inga als Kindermädchen auf Kerstin aufpassen – eine der lustigsten Geschichten, die Astrid Lindgren geschrieben hat.

Dieser tolle Sammelband wird ergänzt von den herzigen Illustrationen von Katrin Engelking, die es schafft, die Charaktere der verschiedenen Kinder einzufangen.

Wahrscheinlich werdet ihr bald merken, dass die Geschichten von Lisa und ihren Freunden in einer anderen Zeit und in einem anderen Land spielen: Bei uns gibt es kein Mitsommerfest, und die meisten Kinder hier müssen nicht stundenlang zur Schule laufen oder mit dem Viehwagen fahren. Vielleicht sind die Abenteuer in Bullerbü genau deswegen so faszinierend. Trotzdem geht es immer wieder auch um Dinge, die wir kennen: wackelnde Zähne oder die Sehnsucht nach einem Haustier zum Beispiel. Genau diese Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem macht die Geschichten der unvergessenen Astrid Lindgren so liebenswert und unvergleichlich. Bullerbü gehört in jeden Bücherschrank!                               

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Bekannte Melodien zum Mitsingen

„Hör mal, meine erste Oper: Hänsel und Gretel“ ist bei Coppenrath erschienen.

„Brüderchen komm tanz mit mir“ oder „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ kennt ihr vielleicht, denn diese Kinderlieder werden heute noch gerne gesunden, obwohl sie schon sehr alt sind. Aber wusstet ihr, dass sie aus einer richtigen Kinderoper stammen? „Hänsel und Gretel“ gibt es jetzt in der beliebten „Hör mal“ Reihe als erste Oper.

Die Geschichte erzählt das Märchen der Brüder Grimm ein wenig anders nach: Hier werden die Kinder nicht von einer bösen Stiefmutter ausgesetzt, sondern bleiben im Wald, weil Hänsel aus versehen alle Beeren genascht hat und sich vor dem Zorn der Mutter fürchtet. Die Hexe Rosina Leckermaul lockt die Kinder in ihr Knusperhäuschen, um sie in Lebkuchenfiguren zu verwandeln.

Auf jeder Seite finden sind kleine Druckkreise, mit denen Musikstücke gestartet werden können. Das sind die genannten Kinderlieder und bekannte Stücke wie „Ein Männlein steht im Walde“ oder „Abends will ich schlafen gehen“, die zum Mitsingen einladen, aber auch Melodien, die richtig nach Oper klingen, wie „Marsch! Fort in den Wald“, das die Mutter singt. Insgesamt finden sich zwölf Lieder in dem Bilderbuch. Am Ende des Buches gibt es Infos zu der Oper und zu den Singstimmen.

Die Geschichte ist wie die Oper kindgerecht erzählt, und die Knöpfe reizen zum Drücken. Einige der Lieder dürften für Kinderohren gewöhnungsbedürftig sein, zumal der Klang natürlich nicht lupenrein ist – aber das Buch regt garantiert die Neugier von musikinteressierten Kindern an. Sehr schön gemacht.

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Ein charmanter Vorleseeinstieg

„Ich bin der kleine Käfer Pünktchen“ von Katja Reider und Julia Bierkandt ist bei Coppenrath erschienen.

Heute gibt es mal ein Buch für die Allerkleinsten: Geht mit Käfer Pünktchen auf die Suche nach einem Zuhause. Denn der kleine Marienkäfer ist neu auf der Blumenwiese. Da ist ganz schön was los! Rasch findet er neue Freunde, wie die Schnecke Jette, den Schmetterling Siri und die Hummel Brummel. Alle haben tolle Willkommenschgeschenke für den kleinen Käfer. Aber nirgendwo ist Platz zum Wohnen für Pünktchen. Endlich hat die Raupe Lila den richtigen Tipp: Im Wiesenkraut ist ein Pilz frei geworden. Da macht sich Pünktchen gleich auf den Weg!

Der Charme dieses süßen, von Katja Reider erzählten Bilderbuches liegt in den bezaubernden und detailverliebten Zeichnungen von Julia Bierkandt. Und dann sind da noch die geheimnisvollen Klappen, hinter denen die putzige Geschichte weitergeht. Ein süßer Vorleseeinstig für die ganz kleinen Bücherfans.

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Ein Klassiker in neuem Gewand

„Mio mein Mio“ von Astrid Lindgren mit Illustrationen von Johan Egerkrans ist bei Oetinger erschienen.

Zeit für einen Klassiker: Zum 20. Geburtstag von Astrid Lindgren hat der Verlag Oetinger ihren fantastischen Kinderroman „Mio mein Mio“ neu herausgebracht, mit wundervollen Illustrationen von Johan Egerkrans.

Waisenjunge Bosse hat kein schönes Leben bei seinen Pflegeeltern. Doch eines Tages gelangt er auf magische Weise in das Land der Ferne und findet heraus, dass sein Vater dort König ist. Er selbst ist Prinz Mio. Von nun an führt er ein Leben voller Wunder. Er ist nie mehr alleine, denn sein Vater kümmert sich liebevoll um ihn, und in Jum-Jum findet er einen treuen Freund.

Doch schon bald merkt er, dass etwas nicht stimmt in diesem wundervollen Land, in dem es Brot gibt, das den Hunger stillt und Brunnen, die vergessene Märchen erzählen: In vielen Familien werden Kinder vermisst. Sie wurden gestohlen vom bösen Ritter Kato. Und Mio begreift, dass es an ihm liegt, Ritter Kato zu besiegen …

„Mio mein Mio“ ist eines der schönsten und bewegendsten Kinderbücher, die ich kenne. Astrid Lindgrens poetisches Märchen hat mit den Illustrationen von Johan Egerkrans ein besonderes neues Gewand bekommen, das die zugleich traurige und hoffnungsvolle Geschichte stimmungsvoll untermalt. Unbedingte Leseempfehlung.

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Wunderschön gereimt, zauberhaft illustriert

„So schlafen die Tiere“ von Maike Harel, mit  Illustrationen von Laura und Florian Fuchs, ist bei Carlsen erschienen.

Der kleine Junge soll schlafen gehen, doch er ist noch nicht so weit. „Wo schlafen die Tiere?“, fragt er die Mutter. Und die beginnt zu erzählen …

Von den Tieren des Waldes, die in ihren Höhlen und Nestern dösen, von den Tieren, die in der Savanne in den Schlaf finden – im Stehen, wie Giraffe und Elefant, oder eng aneinander gekuschelt wie die Erdmännchen. Auch im Dschungel schlafen die Tiere, auf Bäumen oder wie der Kaiman mit offenem Maul. Die Wale steigen im Schlaf an die Oberfläche des Meeres, um zu atmen, und auch Robben schlafen manchmal im Wasser. Die Tiere auf dem Bauernhof schlafen ebenso friedlich wie das Kätzchen in seinem Körbchen – und auch das Traumkind ist schließlich eingeschlafen.

Eine friedliche und wunderschön von Maike Harel gereimte Geschichte mit großen und zauberhaften Illustrationen von Laura und Florian Fuchs – mehr kann man sich als Einschlafbegleiter nicht wünschen.  Ein Herzenstipp.  

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Ein kunterbunter Rätselspaß

„Unlock Kids“ von Cyril Demaegd und Marie und Wilfried Ford ist bei Space Cow im Asmodee-Verlag erschienen.

Wer Detektivgeschichten mag, für den ist „Unlock Kids“ genau das Richtige: Hier können Rätselknacker gleich sechs Fälle lösen. In zwei davon geht es auf den Bauernhof: Findet ihr die verschwundene Henne, und könnt ihr helfen, eine Geburtstagsparty zu organisieren? Schwieriger wird es dann in einem schottischen Schloss, wo ihr den Schatz von Mac Unlock suchen und auf Gespensterjagd gehen könnt. Am schwierigsten ist dass der etwas gruselige Vergnügungspark. Dort gilt es, Rotbarts Geheimnis zu lüften und auf der Jagd nach Chaos-Kathi Zombies die Stirn zu bieten.

Gespielt wird mit nummerierten Karten und Spielplättchen in verschiedenen Formen. Es gilt, Zahlen zu entdecken und Symbole zu kombinieren, um die Rätsel zu lösen. Wer zusätzliche Aufgaben meistert, bekommt Bonussterne.

Unlock Kids ist die Variante des beliebten Rätselspiels „Unlock“ in Escape-Manier. So haben schon die Jüngsten Spaß an dem klugen und fordernden Spielprinzip, und das Beste: Alle spielen gemeinsam, um die Rätsel zu knacken. Die Spielmechanik ist so gestaltet, dass auch Kinder, die noch nicht lesen können, allein spielen könnten. Die Abenteuer sind spannend und trotzdem kindgerecht. Empfohlen wird das Spiel ab sechs Jahre, aber auch pfiffige Vorschulkinder haben bereits Spaß an den kunterbunten Fällen.

Klar: Sind die Fälle einmal gelöst, ist das Spiel für Ältere nicht mehr interessant. Doch gerade für jüngere Spieler haben die Fälle einen Wieder-Spielwert: Denn vielleicht entdeckt man in einer neuen Runde ja doch noch etwas, das beim ersten Mal übersehen wurde.

Ein toller Rätsel-Spielspaß mit Escape-Room-Feeling für die Jüngsten!

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Eine Märchenwelt und ein schlimmes Geheimnis

„Waldmädchensommer“ von Theresa Czerny ist bei Magellan erschienen.

Der heiße Sommer hat gerade begonnen, und Alva ist erst vor Kurzem mit ihrer Familie in das Haus in der Nähe des Waldes gezogen. Ihre Geschwister sind beschäftigt, ihre Mutter arbeitet und ihr Vater hat mit der Renovierung zu tun. Alva glaubt bereits, den langweiligsten Sommer ihres Lebens vor sich zu haben, als sie im Wald Antonia begegnet. Toni hat einen wilden blonden Lockenkopf, der vor Fantasie nur so sprüht, und bald erleben die beiden Mädchen zusammen täglich Abenteuer im Wald. Sie gehen in Tümpeln baden, Klettern auf Bäume und erzählen sich Geschichten von Lichtfunken und Mooswichteln.

Alva ist glücklich über die neue Freundin, auch wenn sich Toni manchmal seltsam verhält. Sie taucht tagelang nicht auf, und gegenüber der netten Sophie, die am Waldrand wohnt, ist sie richtig unhöflich, denn „Erwachsene sind nie einfach nett“.

Ein neues Spiel beginnt, als die Mädchen sich ausdenken, eine Einladung in den „Smaragdpalast“ zu finden. Doch die Geschichte um Aurelia, die „Hüterin des Waldes und des Lichts“, entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Toni scheint sich immer mehr in dieser Märchenwelt zu verlieren, und schließlich wird es richtig gefährlich. Auf einmal liegt es an Alva, ihre Freundin zu retten…

„Waldmädchensommer“ ist das berührendste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Theresa Czerny gelingt es wundervoll, die Balance zwischen der fantastischen Waldwelt und dem Schrecken der Realität zu wahren, so dass man als Leser an Alvas Seite nach und nach Tonis schrecklichem Geheimnis auf die Spur kommt. Dabei geht der Zauber des Sommers trotz des ernsten Hintergrundthemas nie ganz verloren, und man wird wohl eine Libelle nie wieder betrachten können, ohne in ihr eine zauberhafte Belline zu sehen. Eine warme Herzensempfehlung für diese Sommerlektüre!

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Großer Spaß für kleine Helden

„Burg Klapperfalle“ von Marie Fort und Wilfried Fort ist bei Asmodee erschienen.

Habt ihr Lust, ein paar Monster zu bekämpfen? Dann kommt mit auf Schloss Klapperfalle! Mit diesem witzigen Spiel aus dem Hause Asmodee können schon die Kleinsten große Helden werden.

Als tapferer Recke, unterstützt durch einen treuen Tiergefährten, wandert ihr durch die Flure von Schloss Klapperfalle und sucht den Weg zum Turm. Unter den vielen Falltüren findet ihr nützliche Waffen – wie etwa Knoblauch, Schwerter oder hilfreiche Katzen – aber manchmal lauern dort auch Diebe oder Narren, die euch das Leben schwer machen. Habt ihr es endlich zum Turm geschafftt, heißt das noch lange nicht, dass ihr das Monster dort auch besiegen könnt …

In jeder der fünf Missionen wartet ein anderer Bösewicht auf dem Turm: die fiese Spinne, der eitle Vampir Elvis, der verrückte König, der rote Drache oder der verrückte Werwolf müssen aus der Burg vertrieben werden, und jeder von ihnen muss mit anderen Mitteln bekämpft werden. Noch dazu sind die Falltüren tückisch und wechseln hin und wieder ihren Platz.

Ein großer Spielplatz für junge Abenteurer, der mit liebevollen und witzigen Illustrationen besticht und dessen Regeln nicht schwer zu begreifen sind. Ein besonderer Gag ist zudem das Spiel mit dem Spiegeln am Turm, denn den Inhalt der Falltüren sieht man auf diese Weise nicht direkt, sondern gespiegelt. Wenn das Würfelglück mal nicht so recht will, gibt es die kleinen Helfer als Joker, mit denen man das Ergebnis verändern kann. Die Spielrunden sind für die Zielgruppe von Vor- und Grundschulkindern mit etwa 20 Minuten Länge nicht zu lang und nicht zu kurz. Gelungen und auch für Ältere noch interessant!

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Viele Details und witzige Ideen

„Was für unfassbare Sachen echte Drachen gerne machen“ von Nikola Kucharska, übersetzt von Marlena Breuer, ist bei Thienemann erschienen.

Mögt ihr Drachen? Dann habe ich heute genau das richtige Buch für euch! In diesem unfassbar guten und superlustigen Bilderbuch lernt ihr alles über Drachen, was ihr wissen müsst!

Los geht es mit der „Anatomie“, also dem Körperbau eines Drachen. Ein großes Schaubild gibt Aufschluss über die verschiedenen Drachenkörperteile. Natürlich findet ihr weiter hinten eine ausführliche Abhandlung über die verschiedenen Arten, vom Weltraumdrachen bis zum Minidrachen. Hier erfahrt ihr auch, dass Vulkandrachen am Mittelpunkt der Erde leben und für die Vulkanausbrüche auf der Erde verantwortlich sind. Neben einer kleinen Eierkunde gibt es ausführliche Infos darüber, wie Drachen groß werden, ihren Namen bekommen und zur Schule gehen.

Sicher wolltet ihr doch immer schon einmal wissen, warum Menschen und Drachen verfeindet sind. Geschichtliche Hintergründe zum BFDM (Bruch der Freundschaft zwischen Drachen und Menschen) lösen endlich dieses alte Rätsel. Und das sind nur ein paar der vielen Dinge, die ihr in diesem tollen Buch erfahrt!

Ganz klar: Die Hauptrolle in diesem fantastischen Sachbuch spielen die Zeichnungen: Schaubilder, Wimmelbilder und Querschnitte, ganz wie in einem „echten Sachbuch“, sind ein schier unerschöpflichen Quell der Entdeckungen. So viele Details und witzige Ideen – es macht einfach immer wieder Spaß, dieses Bilderbuch in die Hand zu nehmen! 

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Dynamischer Spielspaß in vielen Variationen

„Big Monster“ von Dimitri Perrier (illustriert von Ivan Nukulin) ist bei Skellig Games erschienen.

Mögt ihr Monster und fremde Planeten? Dann seid ihr bei „Big Monster“ genau richtig. In diesem Spiel verkörpert ihr Astronauten, die eine unbekannten Welt erkunden. In den verschiedenen Gebieten gibt es nicht nur lustige Monster, sondern auch seltene Kristalle zu finden. Ihr müsst die Kristalle wachsen und die Monster durch Strahlung mutieren lassen. Beides schafft ihr, indem ihr Karten sammelt und sie taktisch geschickt auslegt. Vielleicht schafft ihr es sogar, das begehrte Big Monster zu züchten … Außerdem könnt ihr Punkte sammeln, indem ihr spezielle Missionen erfüllt. Denn am Ende gewinnt derjenige, der die meisten Punkte zusammengezüchtet hat.

Das Spiel hat mich auf mehreren Ebenen gefesselt. Zum einen ist da die ungewöhnliche Spiel-Mechanik: Die Karten werden gemischt und verteilt, aber nach jeder Runde weitergegeben. Das hält die Spannung hoch.

Dann gibt es drei Spielvarianten, die Abwechslung versprechen: den Einzelmodus, bei dem jeder für sich allein um den Sieg kämpft; den Team-Modus, bei dem vier bis Sechs Spieler in Zweierteams gegeneinander antreten, was noch einmal eine besondere Dynamik ins Spiel bringt. Und dann noch den Duellmodus für zwei Spieler, bei dem man den Gegner gezielt boykottieren und ausstechen kann, wenn man ihm die besten Karten vor der Nase wegschnappt.

Und schließlich ist da noch die tolle Gestaltung, die das Spiel zu einem echten Hingucker macht. Ein toller, rasanter Spielspaß , den mit etwas Anleitung schon Monsterfreunde erleben können, die etwas jünger als die empfohlenen zehn Jahre sind.

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Eintauchen ins Abenteuer

„Mari. Mädchen aus dem Meer. Das Schildkröten-Orakel“ von Christiane Rittershausen ist bei Magellan erschienen.

In Einöd am Meer ist nicht gerade viel los. Zwar hat der Bürgermeister vor einigen Jahren das Gerücht in die Welt gesetzt, dass sich vor der Küste das versunkene Atlantis verbergen soll, aber dafür gibt es in dem Dreitausend-Einwohner-Städtchen nicht einmal einen Supermarkt. Fritz und seine superschlaue Zwillingsschwester Lena sind von dem ganzen Atlantis-Hype ziemlich genervt. Dann kündigt Fritz‘ Meeresschildkröte Hildegard, die plötzlich sprechen kann, jedoch an, dass etwas geschehen wird. Dass sich im Meer tatsächlich eine Stadt verbirgt und deren Prinzessin Fritz‘ Hilfe benötigt.

Als dann die neue Mitschülerin Marimiranda von Holler-Stukenberg auftaucht, die mit einem Seeigel spricht und einen seltsamen Opa hat, ist Fritz einem Geheimnis auf der Spur. Leider glaubt ihm nicht einmal Lena – bis die beiden mit Onkel Klaus‘ U-Boot Schiffbruch erleiden und das Meeresreich Almaris plötzlich greifbar nah ist …

Originell und witzig präsentiert sich der Roman, der den Auftakt zu einer Reihe um das Meeresmädchen Mari darstellt. Eintauchen in die Geschichte ist ganz einfach, und das ganz ohne die  O2-Gums, die Fritz und Lena unter Wasser atmen lassen. Das ist nur einer von vielen kreativen Einfällen. Ein Lesegenuss für alle Meeresfans!

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Ein fantasievoller Würfelspaß

„Armonia“ von Uwe Rosenberg ist bei Skellig Games erschienen.

Was ist euch beim Spielen wichtig? Ich finde es besonders schön, wenn ein Spiel einfache Regeln hat und man trotzdem stundenlang Spaß damit haben kann. So ein Spiel ist „Armonia“!

Die Geschichte zum Spiel: Ihr helft süßen Fantasiewesen, Klangscheiben zu schmieden, um Naturgeister zu wecken. Dazu müssen diese Klangscheiben – eure Spielsteine – durch die Wildnis in mehrere Tempel gebracht werden. Und das macht ihr, indem ihr besonders geschickt würfelt und eure Würfelergebnisse einsetzt. Der kunterbunt und detailreich gestaltete Spielplan zeigt sechs Landschaften, die es zu durchqueren gilt. Jeder Landschaft ist eine Zahl zugeordnet. Um zum Beispiel die Wasserwelt zu bereisen, braucht ihr Würfelergebnisse mit drei, für die Eiswüste Sechser. Jeder Spieler hat in seinem Zug sieben Würfel zur Verfügung, darf – ähnlich wie bei Kniffel – die für ihn  passenden Würfel nach dem Wurf zur Seite legen und insgesamt drei Mal neu würfeln. Mit dem Ergebnis bewegt er seine sechs Klangscheiben vorwärts: Je größer der Pasch, um so schneller geht es voran. Am Tempel angekommen, müssen dann bestimmte Kombinationen erwürfelt werden. Wer zuerst vier Klangscheiben in das Tempel-Ziel gebracht hat, gewinnt.

„Armonia“ ist im Nu erklärt und so handlich, dass man es  gut mitnehmen kann. Um zu gewinnen, braucht es nicht nur Würfelglück, sondern auch etwas Mut, um das passende Ergebnis zu erzielen. Wenn man dann seine Würfel noch geschickt kombiniert, kann man mehrere Scheiben gleichzeitig bewegen und so die Mitspieler ausstechen. Man kann alleine oder bis zu vier Personen zusammen spielen. Empfohlen ist das Spiel ab acht Jahren, es ist aber durchaus schon für pfiffige jüngere Kinder geeignet, wenn sie Würfelergebnisse erkennen. Eine tolle, fantasievolle Würfelspielvariante – mal etwas anderes als das altbekannte „Kniffel“!  

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Rettet die Fische!

„Bubble Trouble“ von Michael Kallauch ist bei Pegasus Spiele erschienen.

Achtung, Hai-Alarm am Riff! Die Meerestiere merken nicht, dass sie sich immer weiter von den schönen bunten Korallen entfernen und zu dicht an die Hai-Schlucht geraten. Ihr müsst ihnen unbedingt helfen! Nehmt die Blubberblasen und fangt die verirrten Riffbewohner damit ein.

Vorsicht, für dieses Spiel braucht ihr jede Menge Platz: Das Riff und die Hai-Schlucht werden auf dem Boden platziert, die Fische dazwischen. Dann ist Treffsicherheit gefordert: Berührt eine der geworfenen Blasen ein Tier, darf es sich eine Körperlänge Richtung Riff zurückbewegen. Die Tiere, die keine Blase abbekommen haben, schwimmen stattdessen Richtung Schlucht. Dummerweise ist auch nicht jedes Tier gleich schnell, weil sie verschieden groß sind…

Das Spielprinzip ist einfach und schnell erklärt. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – ist langer Spielspaß garantiert, denn nach einem Rettungsmanöver folgt natürlich gleich das nächste. Es gibt mehrere Varianten, um das Spiel für geübte oder ältere Spieler schwieriger zu machen: Gilt es, mehr Tiere zu retten? Oder gibt es ein Zeitlimit? Ganz besonders fies wird es, wenn man auch noch mit bestimmten Blasen bestimmte Fische treffen muss, um sie in die richtige Richtung zu lotsen.

Übrigens könnt Ihr aufatmen: Landet ein Tier trotz aller Rettungsversuche in der Hai-Schlucht, wird es natürlich nicht gefressen – denn die Haie sind ziemlich nett und wollen lieber mitspielen…

Ein putzig-frischer Spielspaß für die Jüngsten!

Spiele-Quick-Tipp „Bubble Trouble“ von Maxi

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Die Macht des Erzählens

„Fabelwelten“ von Wilfried Fort und Marie Fort ist bei Asmodee erschienen.

Wie wäre es mit einer Geschichte? Aber einer Geschichte, die ihr selbst erfindet. In „Fabelwelten“ erzählt ihr gemeinsam ein Märchen, das jedes Mal ein bisschen anders aussieht.

Bei „Fabelwelten“ habt ihr die Wahl zwischen zehn Märchen, die auf verschiedenfarbigen Karten stehen. Ein Erzähler liest euch die einzelnen Seiten vor, und eure Aufgabe ist es, die richtigen Figuren für die Hauptpersonen zu finden. Dazu habt ihr Karten mit Tieren und wählt für jede Rolle den Kandidaten, den ihr für geeignet haltet. Soll der tapfere Ritter am besten von einem Delfin verkörpert werden? Oder doch lieber von einem Hund? Ist das mutige Mädchen eine Katze, oder eher ein Schnabeltier? Und der böse Zauberer? Eule oder Biber? Es stehen so viele liebevoll gestaltete Tierkarten zur Auswahl, dass sich die Geschichten sicher nicht wiederholen werden, wenn ihr das nicht wollt. Gemeinsam stimmt ihr ab, wer welche Rolle bekommt, steckt Märchenkarte und Tierkarte zusammen in das Fabelwelten-Buch und entwickelt so eine ganz persönliche Geschichte.

Es gibt verschiedene Spielvarianten: Entweder ihr spielt um Punkte für die besten Tier-Entscheidungen und darum, wer am Ende die meisten Punkte erreicht hat – oder ihr spielt gemeinsam, dann geht es nur um die Kreativität. Auch eine Variante für ganz junge Spieler ist dabei. Und immer steht vor allem die Macht des Erzählens im Mittelpunkt.

„Fabelwelten“ ist ein ganz entzückendes Spiel, das schon für junge Kindergartenkinder geeignet ist, aber auch älteren noch Spaß macht. Nicht umsonst war es zum Kinderspiel des Jahres 2021 nominiert. Ist das Geschichten-Buch erst einmal gefüllt, muss es bei uns mehrere Male gelesen werden, ehe gleich eine neue Partie gespielt wird. Eine warme Spielempfehlung!

Spiele-Quick-Tipp „Fabelwelten“ mit Maxi

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Vorsicht, Suchtgefahr!

„Flippermania“ von Geoff Engelstein ist bei Pegasus Spiele erschienen.

Flipper-Fans, aufgepasst: Jetzt könnt ihr Spielhallen-Spaß als Brettspiel erleben. Mit „Flippermania“ könnt ihr alleine oder gegen bis zu drei Mitspieler antreten und um Punkte zocken. Dabei werden, wie beim echten Flipper, Kugeln auf einem Tisch herumgeschossen, Ziele getroffen und wild „gebumpert“. Allerdings kommen die Kugeln nicht mit Schwung ins Spiel, sondern über Würfel. Das Wurfergebnis bestimmt, wo die Kugel auf dem Tisch hinrollt – bei zwei Würfeln könnt ihr bestimmen, wo es hingeht. Da sind nicht nur Glück, sondern auch Taktik gefragt.

Vier verschiedene Flippertische stehen zur Auswahl, plus die dazugehörigen Minispiele, die Extra-Punkte bringen: Carnival, Cyberhack, Drachentöter und Disco-Fever sind die Themen, und jeder Tisch hat andere Herausforderungen und Reize.

Wie beim Original kann auch getrickst werden, indem man an den Tisch stößt und so einen Tilt riskiert – das heißt, dass bei einem bestimmten Würfelwurf die Kugel verloren geht und die Runde vorbei ist. Setzt man seine drei Kugeln nacheinander jedoch geschickt ein und holt sich die besten Boni – bei Multiball gibt es zum Beispiel eine zweite Kugel und doppelt Punkte – kann man ganz schnell in der Hall of Fame an die Spitze klettern. Und ganz wichtig: Es gewinnt nicht unbedingt der, dessen Kugel am längsten im Spiel bleibt, sondern derjenige, der damit die meisten Punkte erzielt!

Flippermania macht süchtig! Hat man die Regeln verstanden – das geschieht am besten während des Spielens, das Regelwerk ist ausführlich und hilfreich – steht dem Vergnügen nichts mehr im Weg, und das mit reichlich „Noch mal!“-Effekt. Rechnen muss man allerdings ein wenig können, und man muss die vielen Möglichkeiten der Tische im Blick behalten, um keine Punkte zu verpassen. Auf den Spielplänen der Flippertische und Minispiele wird mit einem abwaschbaren Stift herumgekritzelt, was ungewohnt ist, aber seinen eigenen Reiz hat.

Ein besonderer Gag ist das beiliegende Infoblatt, das über die Geschichte des Flipperspiels aufklärt und die Spielelemente erläutert – sollte es tatsächlich jemanden geben, der noch nie sein Kleingeld in einem Flipperautomaten versenkt hat.

Ein ungewöhnlicher und kreativer Spielspaß für Familien und Kinder ab der vierten Klasse!

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Linsengericht im Kinderbuch

„Am Arsch der Welt und andere spannende Orte“ von Birk Grüling mit Illustrationen von Tine Schulz ist bei Klett Kinderbuch erschienen.

Wer Lust auf buntes, skurilles und interessantes Wissen rund um die Welt hat, der liegt mit diesem Sachbuch genau richtig. Auf 25 Landkarten werden ganz unterschiedliche Themen verständlich und übersichtlich erklärt. Besonders witzig: Auf der Karte „Lustige Ortsnamen in Deutschland“ sind gleich zwei Orte aus dem Main-Kinzig-Kreis vertreten: Linsengericht und Hüttengesäß. Dabei klingen diese Namen neben Orten wie Leichendorf, Schwarzer Kater, Deppenhausen und Pups doch ganz normal, oder?

Ihr erfahrt ihr weiterhin, wie Kinder in aller Welt frühstücken oder naschen. Auf einer Seite geht es um verrückte Gesetze – hier könnt ihr lesen, dass es in den USA verboten ist, nach Sonnenuntergang rückwärts zu laufen, und in Frankreich, sein Schwein Napoleon zu nennen. Andere Weltkarten illustrieren, wie Großeltern auf der ganzen Welt genannt werden oder welche Orte besonders sicher oder gefährlich sind. In Island zum Beispiel ist es so sicher, dass nicht einmal die Polizisten Schusswaffen tragen.  

Wussstet ihr, dass das Schwein in nur in Deutschland „Oink Oink“ macht, aber in Schweden „Nöff Nöff“ und in Frankreich „Chaau Chaa“? Und dass es in Argentinien einen Verwandten vom Monster von Loch Ness  gibt, der Nahuelito heißt?

Neben solch witzigen Fakten gibt es aber auch einiges zum Nachdenken. Ein Globus zeigt euch, wo Kinder auf der Welt auf der Flucht sind. An anderer Stelle geht es um den Klimawandel und seine Folgen, und auch das Thema Kinder- und Mädchenrechte wird nicht vergessen.

Spannend, bunt und voll mit Wissen zeigt sich dieses gelungene Sachbuch, mit dem Groß und Klein  auf Entdeckungsreise gehen können. Dabei machen die Unterschiede das Lesen genauso spannend wie die Gemeinsamkeiten. Sehr gelungen, unterhaltsam und lehrreich. 

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Gemeinsam Erinnerungen sammeln

„Freunde“ von Deborah Marcero ist im Adrian & Wimmelbuchverlag erschienen.

Der kleine Hase Leander sammelt alles Mögliche in Gläsern. Kleine Dinge wie Federn und Steine, aber auch Düfte und Licht. Eines Tages trifft er dabei das Mädchen Leni, das fortan mit ihm zusammen Erinnerungen sammelt. Sie finden Dinge, von denen man gar nicht glauben mag, dass sie in ein Glas passen – wie Regenbögen, der Klang des Ozeans, die Wunder des Winters, die Frische des Frühlings, die langen Tage des Sommers. Immer mehr Gläser füllen sich mit den Erinnerungen ihrer Freundschaft. Aber dann hat Leni traurige Neuigkeiten: Sie zieht um, in eine andere Stadt. Und Leanders Herz fühlt sich an wie ein leeres Glas. Doch dann hat er eine Idee …

Berührend und zart präsentiert sich dieses Bilderbuch von Deborah Marcero. Die Illustrationen erzählen mal größflächig, mal in comichaften Panels die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft. Das, was die Beziehung von Leni und Leander ausmacht, sind nicht die Erinnerungsstücke in den Flaschen selbst, sondern ihre Bedeutung für die beiden Freunde – und ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass für wahre Freundschaft solche Erinnerungen nicht gemeinsam gesammelt werden müssen, solange man sie teilt. Herzerwärmend und wunderschön.

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Das Leben ist ein Spielplatz

„Das Glück in dir. Wie du dein Leben lebendiger machst“ von Kobi Yamada mit Illustrationen von Charles Santoso ist im Adrian & Wimmelbuchverlag erschienen.

Es ist ein Bilderbuch. Aber es ist nicht nur für Kinder. In der Beschreibung steht: „Empfohlen für 99-Jährige und Jüngere“. Das ist gut so, denn die kleinen und großen Weisheiten von Kobi Yamada, die sich neben den bezaubernden Illustrationen von Charles Santoso finden, sind altersunabhängig und universell.

Ein kleines Entchen begleitet uns auf dem Weg durch das Buch. Es strahlt so viel Optimismus und Lebensfreude aus, dass man es einfach lieben muss. Dazu hat es viele gute Ratschläge parat. „Wenn du etwas Neues möchtest, versuche etwas Neues. Erschaffe, wovon du dir wünschst, es würde es geben“, lautet einer davon, der dabei hilft, sein Leben lebendiger zu machen.

Das Entlein und die Worte fordern gleichermaßen dazu auf, gut zu sich und zu anderen zu sein. „Das Leben ist ein Spielplatz. Vergiss nicht zu spielen“ ist vielleicht einer der wertvollsten Tipps, die ihr bekommen werdet. Aber der allerwichtigste lautet: „Gib niemals auf. Vor allem nicht dich selbst.“

Dieses wunderschöne Bilderbuch ist wie Schokolade für die Seele. Es macht glücklich – groß und klein. Unbedingt lesen! 

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Eine tierische Weltreise

„Was lebt oben? Was lebt unten?“ von Johanna Prinz mit Illustrationen von Jana Walczyk ist bei Magellan erschienen.

Kommt mit auf eine tierische Reise rund um die Welt. Die Autorin Johanna Prinz lädt euch zusammen mit der Illustratorin Jana Walczyk dazu ein. In diesem tollen Bilder-Sachbuch stellen sie die verschiedenen Lebensräume auf der Erde vor. Von der Arktis hoch im Norden über die Tundra und die Prärie, den Nordseestrand und die afrikanische Savanne geht es unter anderem durch die Tiefen des Ozeans bis auf den Gipfel des Himalayas, in die australische Wildnis und in die Antarktis. Die tollen Zeichnungen zeigen sowohl die Tiere, die auf der Erdoberfläche leben, als auch die Lebewesen, die es sich darunter gemütlich gemacht haben. Dazu gibt es jede Menge interessante Tierinfos. Wusstet ihr zum Beispiel, dass der pfiffige Kaninchenkauz keine Nester in Bäumen baut, sondern sich die verlassenen Höhlen von Präriehunden sucht, um dort seine Küken großzuziehen? Oder dass die Bartmännchen am tiefsten Punkt des indischen Ozeans schon zur Zeit der Dinosaurier auf der Erde lebten? Hier gibt es unheimlich viel zu entdecken!

Ein wirklich tolles Sachbuch für Tierfreunde, die immer noch etwas mehr als das wissen wollen, was man in normalen Schulbüchern lernt. Die schönen Illustrationen machen diesen kleinen Schatz besonders lesenswert. Die Blicke unter die Erde sind absolut spannend. Eine gelungene Wohnzimmer-Weltreise!

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Ein gutes und wichtiges Buch

„Keine Angst in Andersrum. Eine Geschichte vom anderen Ufer“ von Olivia Jones ist bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen.

Heute habe ich einen Kinderbuchtipp für euch, der mir sehr wichtig ist. Ich habe nämlich neulich gehört, wie ein Mädchen das Wort „schwul“ als Schimpfwort gebraucht hat. Das passiert Luis im Buch auch. Seine Tante Maria findet das gar nicht gut. Sie erzählt Luis und seiner Schwester von einem Ort, der „Andersrum“ heißt. Dort ist alles etwas anders als bei uns. Dort tragen Männer Röcke und Frauen nur Hosen, und dort arbeiten Männer in Berufen, die bei uns meist Frauen ausüben und umgekehrt. Und: Dort lieben Frauen nur Frauen und Männer nur Männer. Eines Tages aber verliebt sich die Gerd in den Inge. Und das gibt mächtig Ärger. Den meisten Bewohnern von Andersrum ist es egal, wer wen liebt, aber wie bei uns gibt es auch dort richtige Krawallbürsten, die Ärger machen wollen. Das ist nicht schön für Gerd und Inge, die sich doch aufrichtig lieben. Zum Glück gibt es auch in Andersrum Kinder. Und die finden gar nicht gut, was mit Gerd und Inge passiert – ihnen ist nur wichtig, dass beide tolle Menschen sind. Deswegen schmieden sie einen Plan …

Es ist ein gutes, wichtiges und vor allem kindgerechtes Buch, das Olivia Jones hier geschrieben hat. Es spricht Dinge aus und regt nicht nur zu Toleranz, sondern auch zum Selbstdenken an – etwas, das nicht mehr selbstverständlich ist.  

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Kooperation und Kreativität sind gefragt

„Jumanji deluxe“ ist bei Spin Master erschienen.

Ihr kennt bestimmt den Filmklassiker „Jumanji“: Hier könnt ihr das Spiel aus dem Film selbst ausprobieren. Keine Angst: In diesem Spiel werdet ihr nicht, wie in der Vorlage, in die Dschungelwelt hineingezogen. Aber Spaß macht es auf alle Fälle. Schon die Gestaltung ist gelungen, denn das aufklappbare Spielbrett sieht genauso aus wie im Film. Eine grüne Halbkugel im Zentrum – die „Kuppel“ – leuchtet geheimnisvoll und macht Geräusche, und von dort bekommt ihr die Anweisungen für das Spiel. Entweder müsst ihr Rätsel knacken, um die richtige Karte zu finden, oder ein gefahrvolles Ereignis tritt ein.

Über 100 Challenges warten darauf, bestanden zu werden. Dabei geht es oft gegen die Zeit. Bei manchen Aufgaben müsst ihr euren Kopf anstrengen und zum Beispiel in der vorgegebenen Zeit Tiere aus dem Dschungel aufzählen. Bei anderen müsst ihr eure Fitness unter Beweis stellen – etwa, wenn ihr euer Talent im Kampftanzen zeigen oder möglichst lange auf einem Bein stehen müsst. Eventuell müsst ihr etwas bestimmtes in eurer Wohnung finden oder die Lösung für ein Problem suchen: Wie zum Beispiel würdet ihr verschmutztes Wasser säubern?

Besonders spannend wird es bei den Ereignissen: Wenn ekelhafte Spinnen angreifen, ihr einen Wasserfall hinunterstürzt oder die Schergen des Bösewichts euch über einen Basar jagen, ist voller Einsatz gefragt.

Doch Vorsicht: Jeder Spieler hat nur drei Leben – und gewinnen könnt ihr nur gemeinsam, wenn alle mindestens einen Lebenschip behalten, bis ein Spieler die Kuppel in der Mitte erreicht.

„Jumanji“ ist ein tolles Familienspiel mit Action-Faktor. Allein schon das Drücken der Kuppel ist mit Spannung verbunden: Alle Köpfe beugen sich darüber, um herauszufinden, was als nächstes geschieht. Die Rätsel sind nicht allzu schwer und können von Grundschülern geknackt werden, aber sie sind auch nicht ganz einfach – bei manchen sehen Erwachsene ganz schön alt aus. Die Aufgaben können und sollen gemeinsam gelöst werden – oft liegt es auch an den Mitspielern, etwas gelten zu lassen oder nicht. Das Schöne an diesem Spiel sind der kooperative Charakter und die Kreativität, die in vielen Aufgaben gefragt ist. Das macht das Spielen zu einem richtigen Erlebnis!

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Knifflige Denkaufgaben

„Die Crew“ von Thomas Sing ist im Spieleverlag KOSMOS erschienen.

Ihr gehört zu den Auserwählten, die gemeinsam als Crew den geheimnisvollen neunten Planeten entdecken sollen – am Spieltisch. Denn hinter „Die Crew“ verbirgt sich ein Kartenspiel, das auf den ersten Blick einfach wirkt – und sich dann als ziemlich knifflig herausstellt.

„Die Crew“ ist ein sogenanntes „Stichspiel“, bei dem man mit Karten in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichem Wert versuchen muss, die anderen zu übertrumpfen. Allerdings, und das ist der Witz, spielt man hier nicht gegeneinander, sondern miteinander! Gemeinsam müssen die Spieler versuchen, bestimmte Missionen zu erfüllen, die in eine Geschichte eingebettet sind. So müssen bestimmte Spieler genau die Karten gewinnen, für die sie sich am Anfang einer Mission entschieden haben – und das manchmal auch noch in einer bestimmten Reihenfolge.

Immer noch einfach, denkt ihr? Falsch gedacht: Die Spieler sind als Astronauten nämlich nur eingeschränkt in der Lage, miteinander zu kommunizieren. Sie können sich allerhöchsten per Funk einzelne Infos zu bestimmten Kartenarten signalisieren. Das macht es dann schon knifflig, gemeinsam die Missionen zu erfüllen.

Hat man das Spielprinzip erst einmal verstanden, ist es verblüffend einfach – und steckt gleichzeitig voller überraschender Möglichkeiten. Konzipiert ist es für drei bis fünf Spieler, aber es gibt auch eine Variante für zwei – hier muss dann ein virtueller dritter Spieler, das Computerprogramm „Jarvis“, mitgesteuert werden, was dem Spiel zusätzliche Tiefe verleiht.

50 Missionen gilt es zu absolvieren, und diese steigern sich in ihrer Schwierigkeit, so dass am Ende auch große Strategen an den Herausforderungen zu knabbern haben.

Ein tolles Spiel für Denker und Teamplayer, für gewitzte Kinder ab 10 Jahren empfehlenswert!

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Von den Schwierigkeiten, einen Fluch zu brechen

„Das Haus am Rande der Magie“ von Amy Sparkes, übersetzt von Jennifer Michalski und Katrin Segerer, ist bei Dragonfly erschienen.

Die Waise Neun hasst ihr Leben als Taschendiebin, zu dem der fiese Zock sie zwingt. Auf einer ihrer Diebestouren stiehlt sie ein winziges Haus – und das wächst plötzlich zu einem riesigen Gebäude heran. In diesem „Haus am Rande der Magie“ trifft Neun auf einen Haushälter-Troll, auf einen Löffel im Schottenrock und auf den Zauberer Eiderdaus. Die Drei brauchen dringend ihre Hilfe, denn sie und ihr Haus wurden von einer Hexe verflucht.

Obwohl sich Neun zunächst dagegen sträubt, lässt sie sich durch die Aussicht auf eine reiche Belohnung locken, es als Fluchbrecherin zu versuchen. Allerdings nicht besonders erfolgreich, denn plötzlich droht das haus mit sämtlichen Einwohnern, ins Nichts zu schrumpfen …

Um das zu verhindern, muss sie es mit wütenden Büchern, einem schlecht gelaunten Skelett, Riesen-Fledermäusen mit Verdauungsstörungen und mit einem sehr chaotischen Wandschrank aufnehmen.

Der Roman von Amy Sparkes sprüht nur so vor skurillen Ideen, humorvollen Dialogen und grotesken Einfällen. Ein grandioses fantastisches Abenteuer, das man gar nicht mehr aus der Hand legen kann! Unbedingt lesen oder vorlesen lassen! 

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Spielspaß für Weltenbummler

Heute habe ich einen Tipp für alle Weltenbummler und die, die es werden wollen. Oder für diejenigen, die in Erdkunde ihren Lehrer so richtig mit ihrem neu erworbenen Wissen verblüffen möchten. Mit diesem tollen Spiel kennt ihr euch bestimmt bald richtig gut aus auf unserem Globus. Das Ziel des Spieles ist, Städte, Gebirge, Inseln und andere Orte weltweit auf Kontinenten zu finden und möglichst genau zu platzieren. Mit Hilfe von einer Tipptafel und Tippsteinen müssen die Spieler versuchen, den Ort auf der von ihnen gewählten Karte mit Hilfe eines Koordinatensystems anzuzeigen. Je näher man dran ist, um so mehr Punkte gibt es,

Aber natürlich kommen nicht nur so einfache Orte wie München oder New York an die Reihe. Wer weiß schon, wo sich die Magellan-Straße befindet, wo die Walvis Bay liegt und auf welchem Kontinent Recife zu finden ist? Da gibt es bestimmt auch für Geografie-Liebhaber noch einiges zu lernen!

Das Wissenspiel ist interessant und wartet mit so manchem Aha-Erlebnis auf. Doch Vorsicht: Es ist wirklich nicht ganz einfach und wird nicht ohne Grund ab zehn Jahren empfohlen. Dennoch können mit etwas Glück Kinder problemlos ihre Eltern abzocken denn wer sich zu sicher ist, kommt in diesem Spiel nicht voran, wer vorsichtig tippt, liegt am Ende vielleicht vorne! Spielspaß mit Lerneffekt!


„Die Welt – Singapur, wo liegt das nur?“ ist im Kosmos-Verlag erschienen.

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Ein Augenschmaus

Fotogalerie
„Alle Welt zu Tisch. Das große Buch vom Essen, Kochen und Schmecken“ von Natalia Baranowska, Aleksandra und Daniel Mizielinsky ist im Moritz-Verlag erschienen.

Vielleicht kennt ihr schon die tollen, detaillierten „Alle Welt“- Bücher von Aleksandra und Daniel Mizielinsky. Zusammen mit Natalia Baranowska haben sie sich etwas Neues ausgedacht. Dieses Mal laden sie zu einer kulinarischen Weltreise ein. Jedes der 26 Kapitel entführt euch in ein anderes Land und klärt euch darüber auf, was und wie dort gegessen wird. So erfahrt ihr auf unterhaltsame Weise, welches Essen halal und welches koscher ist, welche Wurtsorten es gibt und wie das Fast Food erfunden wurde. Das Buch verrät, warum das Essen am mexikanischen Tag der Toten keine Kalorien enthält und dass die Guaraná-Pflanzen aus dem Amazonas-Delta ziemlich gruselig aussehen, dass in Polen Pilzesammeln so etwas wie ein Volkssport ist und wieso in Japan kaum Fleisch gegessen wird. Ihr erfahrt mehr über das ungarische Kesselessen und dass ein Franzose die Gastronomiekritik erfunden hat, über böse Bohnen aus Ägypten und Duftbutter aus Äthiopien.

Natürlich gibt es reichlich Rezepte und Tipps, um selbst die exotischen Nahrungsmittel auszuprobieren.

In diesem Buch stecken so viele Informationen, dass es eine Gebrauchsanleitung braucht: Am Anfang wird erklärt, wie ihr euch zurechtfindet. Dafür gibt es ein chronologisches Inhaltsverzeichnis, mit dem ihr die Geschichte des Essens nachvollziehen könnt, ein Register zum Nachschlagen und eine bebilderte Übersicht über die Rezepte.

So viele Infos, Ideen und witzige Details, toll illustriert und verständlich erklärt – ich bin richtig begeistert von diesem Buch! Immer wieder entdeckt man etwas Neues und Wissenswertes, so dass man es garantiert mehr als ein Mal in die Hand nimmt; nicht nur, um die interessanten Rezepte selbst nachzukochen. Ein wahrer Augenschmaus!

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Kinderleben im Flüchtlingslager

„Manchmal male ich ein Haus für uns“ von Alesa Horst, mit Illustrationen von Mehrdad Zaeri, ist im Klett Kinderbuch Verlag erschienen.

Nicht alle Kinder auf der Welt haben ein eigenes Zimmer oder leben in einem Haus. Manche haben nicht einmal ein Dach über dem Kopf. Die Fotografin und Nothelferin Alea Horst hat im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos mit Kindern gesprochen, sie nach ihrem Alltag im Lager gefragt, nach ihren Erlebnissen, Ängsten und Träumen. Daraus entstand ein Buch mit Fotos, die ebenso bewegen wie die Berichte.

Da ist die zehnjährige Tajala, die es schwer findet, in einem Zelt zu leben. Häufig träumt sie davon, zu ertrinken. Am liebsten malt sie Häuser, Vögel und Bäume – und manchmal auch ein Haus für ihre Familie.

Da ist Elahe, die davon träumt, Astronautin oder Astronomin zu werden und nachts die Sterne ansieht. Oder Eben, der ein berühmter Fußballer sein möchte und dann mit seinem Geld allen Flüchtlingskindern helfen will. Da ist Amir, der gerne einmal warm duschen würde – im Camp gibt es nur kaltes Wasser.

Und da ist Fares, der Schwierigkeiten mit seinen Gedanken hat und sich nicht mehr an die Flucht aus Syrien erinnert. Er sagt: „Ich kann nicht mehr spielen. Ich weiß nicht mehr, wie es geht. Ich weiß gar nichts mehr.“

Das sind nur einige der Kinder, deren Portraits Alea Horst in diesem bewegenden Kindersachbuch verwewigt hat. Die Geschichten sind für Erwachsene nur schwer zu verkraften. Und für Kinder sicher oft schwer zu verstehen. Und doch ist es richtig und wichtig, dass diese Kinder eine Stimme bekommen. Eine dringende Leseempfehlung!

Ich habe für die GNZ ein Interview mit Alea Horst geführt.

In ihrem Buch „Manchmal male ich ein Haus für uns“ erzählen sie mit Fotos und Worten die Geschichten von Kindern in griechischen Flüchtlingslagern. Wie haben Sie die Kinder gefunden? Und wie lange haben sie mit ihnen geredet?

Alea Horst auf einer Müllhalde in Bangladesch bei einer Reprotage über Kinderarbeit. Foto: GMB Akash

Alea Horst: Ich bin im Jahr 2020 vier Mal nach Lesbos gereist, um die Menschen in den Lagern sowie Hilfsprojekte zu unterstützen. Mittlerweile kennen mich also einige Menschen vor Ort. Als ich dann im Februar 2021 die Interviews führte, war ich gut vernetzt und die Menschen wussten, dass sie mir vertrauen können. Die Gespräche mit den Kindern waren unterschiedlich lang. Die größeren Kinder haben sich manchmal zwei Stunden mit mir unterhalten. Waren die Kinder eher schüchtern, haben die Gespräche etwa eine Stunde gedauert.

Wie kam es überhaupt zu der Idee für das Buch?

Der Klett Kinderbuch Verlag ist direkt an mich herangetreten und hat mich gefragt, ob ich nicht ein Buch über Kinder in den Flüchtlingslagern machen kann. Da es zu dem Zeitpunkt schon immer schwieriger wurde, Zugang zum neuen Lager zu erhalten, war ich mir nicht sicher, ob es überhaupt möglich ist, Material dafür zu sammeln. Als ich dann die ersten Gespräche mit den Kindern geführt habe, wurde mir sehr schnell klar, dass ich kein Buch über die Kinder machen sollte, sondern für sie, um ihnen eine Stimme zu geben.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Kinderbuch und kein Buch für Erwachsene daraus zu machen?

Das Buch ist ab acht Jahre, aber es können genauso Erwachsene lesen. Ich glaube fest daran, dass die nächste Generation das größere Potential hat für dringend benötigte Veränderungen.

Die Geschichten sind sehr persönlich. Warum haben die Kinder Ihnen diese Geschichten erzählt, wie haben Sie ihr Vertrauen gewonnen?

Ich bin seit sechs Jahren vorwiegend für Hilfsorganisationen unterwegs, die sich viel um Familien und Kinder auf der ganzen Welt kümmern. Ich habe keine Hemmungen anderen Kulturen gegenüber, führe überall Gespräche und mache Fotos, und ich liebe Kinder von ganzem Herzen. Ich selbst öffne mich ebenfalls in Gesprächen. Ich teile meine Wünsche und Träume oder Ängste. Egal wo ich bin, ich nehme Kinder ernst und ich begegne ihnen auf Augenhöhe, egal wie elendig die Zustände sind, in denen sie leben müssen. Vielleicht spüren sie, dass ich auf ihrer Seite bin, dass ich sie ernst nehme, ich weiß es nicht genau.

Sie sind selbst Mutter: Wie reagiert man zum Beispiel, wenn einem ein kleiner Junge erzählt, dass er vergessen hat, wie man spielt?

Es ist mir sehr schwer gefallen bei den Gesprächen nicht selbst die Fassung zu verlieren. Ich erinnere mich, dass ich häufig immer gebückter wurde, wenn die Kinder mir erzählt haben wie sehr sie sich sorgen und sie über ihre physische Belastung klagten. Ich versuche aber immer positiv zu sein und den Kindern freundlich zu begegnen und die Hoffnung zu bestärken. Ich möchte deren Trauma nicht noch schlimmer machen.

Welche der Geschichten hat Sie am tiefsten berührt?

Ich kann sagen, dass all diese Interviews den Grund meiner Seele berührt haben. So viele tiefe, offene Gespräche habe ich bisher noch nicht gesammelt. Sie sind alle voller Sehnsucht, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung. Wenn ich die Geschichten lese, erinnere ich mich an die Kinder und wie sie es erzählt haben. Ich erinnere mich auch an Tränen, oder an die Momente, in denen wir Scherze gemacht haben und wie ich in ihrer Fantasie-Wunsch-Welt war. Die Interviews sind Schätze für mich.

Wer oder was hat Sie während der Arbeit am meisten beeindruckt?

Ich war zutiefst beeindruckt wie klar die Kinder beschreiben können, was sie belastet, dass sie Angst um ihre Zukunft haben und dass sie sogar die Auswirkungen auf ihre Psyche beschreiben können.

Ein Lieblingsfoto von Alea Horst, entstanden unmittelbar nach dem Feuer von Moria. Foto: Alea Horst aus „Manchmal male ich ein Haus für uns“, Klett Kinderbuch 2022

Haben Sie ein Lieblingsfoto?
Ich habe zwei Lieblingsfotos im Buch – einmal das Titelfoto und einmal das Kind, das auf dem Boden liegt, mit den Schatten.
Das Titelbild habe ich so gern, weil ich mir vorstelle, dass das Mädchen auf der Schaukel vielleicht gerade einen schönen Moment in ihrer Fantasie hat und vielleicht von einem besseren Zuhause träumt. Als ich es fotografiert habe, habe ich mir gewünscht, dass sie vielleicht wenigstens in ihrer Fantasie an einem besseren Ort ist.
Das Foto mit den Schatten ist unmittelbar nach dem Feuer von Moria entstanden. Über 10 000 Menschen waren obdachlos und schliefen auf der Straße, so auch der Junge. Alle waren fremdgesteuert, warteten darauf, dass Andere über ihr Leben und ihre Zukunft entscheiden. Es waren sehr hektische Tage, die Menschen auf der Straße waren völlig übermüdet und am Ende ihrer Kräfte. Müdigkeit, Hoffnungslosigkeit, die Schatten von Fremden auf dem Körper, das macht es für mich zu einem Symbolbild, das alles beschreibt.

Die Bilder und die Texte sind Momentaufnahmen und stammen aus dem Februar 2021. Hat sich mittlerweile etwas geändert?

Das Containerlager Kara Tepe wurde im März vergangenen Jahres geschlossen, alle Menschen mussten dann ins Zeltlager Moria 2 umziehen. Seitdem wird im Zeltlager viel gearbeitet, es ist eine große Baustelle. Erste Familien konnten endlich im Herbst 2021 aus den Zelten in neue Container umziehen. Das ist gut, viele Menschen leben aber noch in Zelten. Aber auch wenn es jetzt genügend Duschen gibt und erste Container, heißt es für viele Menschen immer noch: Warten bis der Tag vorbei ist. So wie das die Kinder auch im Buch beschrieben haben. Die psychische Belastung bleibt.

Sie waren früher Hochzeits- und Familienfotografin, haben also Menschen im Glück fotografiert. Ist das, was Sie jetzt tun, nicht das genaue Gegenteil?

Ich bin immer auf der Suche nach Menschlichkeit. Es geht mir darum, sich in andere hineinzuversetzen und ich wünsche mir, dass wir uns wieder erlauben, uns zu öffnen und Gefühle zu zeigen. Ich suche nach Emotionen, die uns verbinden, die wir alle kennen und uns daran erinnern, was wichtig ist. Das war damals in der Hochzeitsfotografie so und ist heute ebenfalls noch mein Wunsch.

Wie finden Ihre Kinder das Buch?
Meine Tochter Rhaja war 2020 selbst zwei Monate als freiwillige Helferin im alten Lager Moria. Wenn ich ihr meine Bilder zeige und sie die Geschichten liest, kann sie wie niemand anderes verstehen, warum dieses Buch so wichtig ist. Mein Sohn sagt zu dem Thema nicht so viel, aber immer, wenn er meine Texte liest oder meine Bilder schaut, kommt er und umarmt mich lange.

Haben Sie noch Kontakt zu den Kindern aus dem Buch und ihren Familien?

Ich habe nicht mit allen Kontakt, aber von ein paar Familien weiß ich, dass es für sie endlich weiterging. Ein paar Kinder sind jetzt in Deutschland, eine andere Familie ist in Italien, zwei Familien sind in einem anderen Lager in Griechenland. Mein Wunsch ist es, dass ich jedem Kind persönlich ein Exemplar bringen kann.

Sie haben im vergangenen Jahr den Verein Alea e.V. gegründet, der soziale und medizinische Projekte unterstützt und mit seinen Partnern Nothilfe im In- und Ausland leistet. Was für Erfolge haben Sie bereits erreicht?

In Lesbos konnte ich mit Spendengeldern helfen, ein Fahrzeug für Menschen mit Behinderung zu kaufen damit die Betroffenen zur Therapie können. Eine Rampe für Rollstühle konnte ebenfalls gekauft werden. Im Herbst war ich unmittelbar nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan, in Zusammenarbeit mit einem anderen Verein konnte ich Lebensmittel verteilen und möchte nun langfristig dort ebenfalls Familien unterstützten. Im März diesen Jahres werde ich wieder dorthin reisen um auch auf die Humanitäre Katastrophe hinzuweisen. Der Verein leistet neben der Nothilfe auch Bildungsarbeit. Es gibt mehrere Ausstellungen deutschlandweit, ich halte Vorträge und plane für dieses Jahr mehrere Projektarbeiten mit Schulen.


Die vollständigen Kinderberichte findet man auf www.klett-kinderbuch.de.

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1-2-3, Wut vorbei!

Den süßen Grolltroll kennt ihr mittlerweile schon. Wenn der sauer wird, dann wackelt die Erde! Dieses Mal nimmt sich das blaue Monsterchen allerdings vor, mal nicht zu grollen. Weil seine Freunde nämlich nicht glauben, dass er auch anders kann. Deswegen wird um Apfelmus gewettet. Aber leicht fällt das dem Grolltroll nicht, denn irgendwie ist heute nicht sein Tag. Erst essen ihm die anderen den Kuchen weg, dann landet sein Ball im Baum, und das ist noch lange nicht alles, was schief geht. „1-2-3, Wut vorbei“!, sagt er sich vor. Doch dann … lachen ihn die anderen schon wieder aus! Und was genug ist, ist genug – oder?

Gewohnt schnuffig und so liebenswert, dass man mit dem leidgeplagten Grolltroll am liebsten mitgrollen würde, so kommt der kleine Held dieses Mal daher. Er kennt gute Tipps, um gegen die Wut anzukämpfen. Und wenn es nicht klappt? Dann ist das auch kein Weltuntergang, denn Wut geht vorbei. Ein süßes Buch für kleine Grolltrolle!

„Der Grolltroll… grollt heut nicht!?“ von Aprilkind mit Texten von Barbara van den Speulhof und Illustrationen von Stephan Pricken ist bei Coppenrath erschienen.

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Briefeschreiber Felix feiert Feste

„Felix feiert Feste in aller Welt“ von Annette Langen, mit Bildern von Constanza Droop, ist bei Coppenrath erschienen.

Endlich ist der neue Felix da! Ich habe den reiselustigen Hasen und seine Briefe bereits vermisst. Dieses Mal geht er auf eine ganz besondere Entdeckungstour. Als seine liebe Freundin Sophie in der Schule nämlich von ihrem Mitschüler Liang erfährt, dass in China erst viel später Neujahr gefeiert wird, als bei uns, wird Felix neugierig. Das muss er sich unbedingt selbst ansehen. Deswegen besucht er Zhen Zhen in Peking und feiert dort das Chinesische Neujahrsfest. Mit dem Drachen Long fliegt er weiter zu anderen Festen. Er besucht den Karneval in Rio de Janeiro und feiert Purim in Tel Aviv. Natürlich schreibt er Sophie viele bunte Briefe, in denen er von seinen Abenteuern berichtet. Als Felix in Jordanien das Zuckerfest feiert, kann zu Hause auch Sophie mit ihrer Freundin Azra dieses Fest erleben. In Tokio erfährt Felix alles über den Kindertag; prompt bastelt Sophie mit ihren Freunden an ihrem Geburtstag ebenfalls lustige Karpfen, mit denen man sich Stärke und Gesundheit wünscht. Und in Finnland feiert Felix schließlich den Juhannustag, an dem die Sonne nicht untergeht. So langsam wünscht sich Sophie jedoch, dass Felix zurückkommt…

Felix-Bücher sind immer toll, schließlich lieben wir es doch alle, Briefe zu lesen, oder? Gerade, weil heutzutage kaum noch jemand Briefe schreibt. Vielleicht sollten wir das ändern und auch Briefe in alle Welt verschicken? Felix‘ interessante Briefe zumindest wecken dieses Mal nicht nur die Reise-, sondern auch die Feierlust. In einigen Umschlägen verbergen sich kleine Überraschungen: ein Foto von Felix und seinem Drachen und ein Karpfen zum selbst basteln. Auch andere Bastel-, Koch- und Back-Ideen regen zum Ausprobieren an. Eine gelungene Fortsetzung der Felix-Reihe!

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Die Insel der Kinder

„Post aus Paidonesien“ von Oriol Canosa, übersetzt von Kristin Lohmann, mit Illustrationen von Meike Töpperwien, ist bei Klett Kinderbuch erschienen.

Als sich Nicolas‘ Eltern während des Urlaubs in der Karibik wieder einmal ständig streiten, trifft er einen Entschluss: Er schnappt sich ein Boot und rudert zu einer kleinen Insel. Dort hat er Wasser und wird von Fischern mit Essen versorgt. Und weil die Insel so klein ist, gehört sie niemanden. Deswegen gibt es auch niemanden, der das Recht hat, ihn von dort wegzuholen – weder der Präsident der Karibik, noch die Generalsekretärin der Vereinten Nationen, an die sich Nicolas‘ Vater wendet.

Nicolas bleibt nicht lange allein: Immer mehr Kinder kommen zu ihm auf die winzige Insel, wenn sie ihre Eltern satt haben. Schließlich rufen sie die Insel zu einem eigenen Land aus und taufen es Paidonesien, was auf Griechisch „Insel der Kinder“ bedeutet. Nicolas wird Präsident und bringt die Großen der Welt dazu, nach seiner Pfeife zu tanzen: Paidionesien soll in die Vereinten Nationen aufgenommen werden, und der beste Architekt der Welt soll den Kindern, deren Zahl stetig wächst, das größte Hochhaus der Welt bauen, in dem alle Platz finden. Schließlich sind es bald schon über 1000 Kinder, und es werden immer mehr.

Die Eltern  wollen ihre Kinder wieder haben und versuchen es mit Drohungen, mit Soldaten, mit Bitten und mit umgekehrter Psychologie. Aber nichts davon hat Erfolg. Bis Nicolas‘ Oma die Idee hat, jemand Besonderen um Hilfe zu bitten…

Das Buch ist in der ungewöhnlichen Form eines Briefromans geschrieben, so dass man die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven erlebt. Oriol Canosa beschreibt auf amüsante Weise, wie das Land Pandonesien wächst und zu welchen Tricks die Kinder greifen, um ihren Willen durchzusetzen. Natürlich nicht besonders realistisch, aber sehr witzig!

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Faszination Krake

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„Faszination Krake. Wesen einer unbekannten Welt“ von Michael Stavarič, mit Illustrationen von Michèle Ganser, ist im Leykam-Verlag erschienen.

Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Sachbuch vorstellen: „Faszination Krake“ entführt euch in die Unterwasserwelt unseres Planeten, die, das erfahrt ihr neben vielen andere wissenswerten Details, nur zu 5 Prozent erforscht ist. Der Autor, Michael Stavarič, hat eine besondere Art, mit dem Leser zu sprechen. Er erzählt viel von sich selbst und fordert die Leser auf, weiterzudenken und nachzuforschen.Natürlich geht es in dem Buch, wie der Titel sagt, vor allem um Kraken, und wir erfahren jede Menge interessante Sachen. Zum Beispiel, dass es einen Unterschied zwischen Kraken mit ihren acht Armen und Kalmaren, Sepia und Koloss-Kalmaren gibt, die alle zehn Arme haben. Ihr lernt, wie intelligent Kraken sind: Sie können zum Beispiel Flaschen öffnen und bauen sich mit Dingen, die sie im Meer finden, wahre Burgen als Versteck. Ein Krake in Gefangenschaft soll mit einem gezielten Wasserstrahl (mit dem Kraken auch ihre Tinte verschießen) regelmäßig eine Lampe beschossen und so einen Kurzschluss ausgelöst haben, weil es ihm wohl zu hell war. Das ist nur eine der zahlreichen Anekdoten aus diesem tollen Buch, das euch noch viel, viel mehr über die faszinierenden Tiere erzählt.

Außerdem gibt es Infokästen „für Schlauköpfe“, witzige Listen und wunderbar detailreiche Illustrationen von Michèle Ganser. Bei „Fleißaufgaben“darf gemalt, gesucht und gerätselt werden.

Dieses Buch ist tatsächlich ein Sachbuchschatz, den man kaum aus der Hand legen kann und in den man immer wieder hineinliest. Das einzige was mich etwas gestört hat, war, dass dem Zeitgeist entsprechend mit Sternchen gegendert wird. Wie der Autor in anderem Zusammenhang schreibt: „Das muss jede*r für sich entscheiden.“ Mich hat es manchmal aus dem Lesefluss geworfen. Wahrscheinlich ist das Gewohnheitssache.

Insofern ist es ein tolles Buch, von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Rettungsmission für das Wackel-Ei


„Dodo“ ist im Kosmos-Verlag erschienen.

Der Dodo ist ein ziemlich trotteliger Vogel – wahrscheinlich ist seine Art deswegen auch ausgestorben. Nun nistet das letzte Exemplar auf einen Berg in der Südsee, und das Ei kullert prompt aus dem Nest. Das ist die große Stunde der Spieler, denn sie müssen den Inselbewohnern helfen, das Wackel-Ei zu retten. Während es sich ganz langsam den Berg hinunter bewegt, müssen Brücken gebaut werden, damit es nicht abstürzt, und für ganz unten wird ein Boot benötigt, um das Dodo-Ei aufzufangen. Gebaut wird mit Hilfe eines Memorie-Prinzips: Wer unter vielen runden Bau-Plättchen das richtige Werkzeug und Material entdeckt, kann seinen Teil zu den Brücken und zum Boot beisteuern.

Das klingt einfach, doch weil das Ei zwar langsam, aber hartnäckig ist, kann das ganz schön hektisch werden. Die Spieler müssen deswegen gut zusammenarbeiten, damit das letzte Dodo-Ei gerettet wird.

Das Spielprinzip ist einfach, der Aufbau dauert einen Moment; wenn man aber erst einmal weiß, wie der Berg zusammengesetzt wird, ist auch das kein Problem mehr. Das Wackel-Ei sorgt für viel Spaß, denn allein schon die Frage, warum das runde Ding so langsam kullert, beschäftigt für Stunden. Und das Tolle: jüngere Kinder spielen genau so eine wichtige Rolle bei der gemeinsamen „Rettungsmission“ wie Erwachsene.

Ein grandioser, Spielspaß für Groß und Klein!

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Lebe deinen Traum!

„Eine unglaublich sagenhafte Tortengeschichte“ von Kate Davies, übersetzt von Inka Overbeck, mit Illustrationen von Isabelle Follath, ist bei Bohem erschienen.

Der Küchenjunge Stefan arbeitet im sagenhaften Hotel von Delaunay. Dort hat er wichtige Aufgaben, -zum Beispiel, die Küchenchefin Zagat jeden Morgen mit frischem Kaffee zu wecken, Dinge zu holen und zu bringen, zu wischen und zu schnibbeln. Dabei wünscht er sich eigentlich etwas anderes: Er wäre gerne Konditor, würde gerne Kuchen und Torten backen. Als eines Tages der Hotelgeburtstag groß´gefeiert werden soll und für den Ehrengast, die Herzogin , die windbeuteligste Windbeuteltorte gebacken werden soll, versucht Stefan zu helfen. Aber Küchenchefin Zagat schickt ihn weg – keine gute Idee, denn plötzlich nimmt das Chaos seinen Lauf…

Dieses wundervoll illustrierte Bilderbuch besticht nicht nur durch seine vielen Details, sondern auch durch seine herzerwärmende Mutmach-Geschichte. Die Botschaft, ganz klar:Lebe deinen Traum! Wer an sich glaubt, wird sein Ziel erreichen – und in Stefans Fall ist das glückliche Ende zuckersüß!

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Urkomische Aufklärungsversuche

„Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte“ von Marc-Uwe Kling mit Illustrationen von Astrid Henn ist bei Carlsen erschienen.

Papa und Mama wollen am Wochenende wegfahren, aber auch Tochter Luisa plant, mit ihrem Freund zelten zu gehen. Zeit, um ein „heikles Gespräch“zu führen, meint Papa, und setzt sich mit Luisa und ihrem Freund Justin aufs Sofa. Blöd nur, dass plötzlich auch die sechsjährige Tiffany, der zwölfjährige Max, Mama, Oma, Opa und sogar der Nachbar im Wohnzimmer stehen und sich an dieser Unterhaltung beteiligen. Da kann Luisa nur mit den Augen rollen, denn schließlich hat sie so ein Gespräch längst nicht mehr nötig, meint sie. Tiffany allerdings findet die Sache durchaus spannend, vor allem, als Oma und Opa aus den wilden 60er Jahren berichten. Was dann eine Wohnzimmerlampe, Gummistiefel und ein Beulenkopfmaulbrüter mit der ganzen Sache zu tun haben, das erfahrt ihr, wenn ihr die Geschichte komplett lest.

Schon lange habe ich bei der Lektüre eines Kinderbuches nicht mehr so laut lachen müssen. Papas Aufklärungsversuche seiner 17-jährigen Tochter sind einfach urkomisch – zumal Luisa selbst das deutlich besser hinbekommt als er. Die Familienmitglieder – einige kennen sie vielleicht schon aus „Der Tag, an dem Oma das Internet kaputt gemacht hat“ oder „Der Tag,an dem Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“ – sind schrullig und zum Liebhaben, und ich warte schon gespannt auf neue, witzige Dialoge dieser Chaosfamilie. Ich hoffe, Marc-Uwe Kling (der auch Erfinder des „Neinhorns“ ist) hat da noch einiges in petto. Besonders schön sind auch wieder die Illustrationen von Astrid Henn – die beiden sind einfach ein tolles Team.

Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die vielleicht schon ein bißchen aufgeklärt sind, für Teenager, denen das alles zu peinlich ist und für Erwachsene, die solch heikle Gespräche besser vermeiden wollen.

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Wer an blaue Mandeln denkt

Total verrückte Sprichwörter und Redewendungen“ von Nicola Edwards, illustriert von Manu Montoya und übersetzt von Beatrix Rohrbacher, ist im 360Grad-Verlag erschienen.

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, das wisst ihr bestimmt. Schließlich ist das ein deutsches Sprichwort, und jedes Kind weiß, dass an diesem Ort nichts los ist. Aber wisst ihr auch, was es bedeutet „eine Katze auf dem Kopf zu tragen“? Ganz einfach: In Japan nennt man das so, wenn jemand ein freundliches Gesicht macht, aber etwas ganz anderes denkt. Dieses und noch viel mehr Sprichwörter aus aller Welt erklären Nicola Edwards und Manu Montoya in diesem feinen Büchlein. Von manchen Redensarten hat man schon einmal gehört – etwa , dass es in England „Katzen und Hunde regnet“. Andere sind fremd, poetisch und wunderschön. So sagt man in Polen zum Tagträumen „an die blauen Mandeln denken“, oder, wenn man in Griechenland jemanden überall gesucht hat: „Ich habe das Universum verspeist, nur um dich zu finden.“ Für einige Sprichwörter gibt es lustige Erklärungen: So sagt man in Frankreich, wenn man Zeit für etwas Sinnloses verschwendet, dass man „die Giraffe kämmt“. Und das hat tatsächlich mit der ersten Giraffe zu tun, die nach Frankreich gebracht wurde…

Humorvoll von Manu Montoya illustriert, präsentiert Nicola Edwards wissenswertes rund um Sprichwörter. Eine unterhaltsame Lektüre, die viel über andere Kulturen verrät. Eine warme Leseempfehlung.

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Toller Start für kleine Künstler

Hier kommt ein Buch für kleine Künstler und alle, die es werden wollen. De Grafiker Gecko Keck verrät euch hier, wie ihr richtig toll zeichnen lernen könnt. Zunächst gibt es auf einigen Seiten einen Einblick in die Grundlagen der Zeichentechniken, mit Formen, Strukturen und Tierfiguren zum Abpausen und experimentieren. Dann erklärt Gecko, wie ihr Grundformen so kombiniert, dass Figuren daraus entstehen. Schritt für Schritt geht es dann weiter, so dass ihre bald Tiere und Menschen zeichnen lernt. Ein Kapitel befasst sich nur mit Tieren, eines mit Menschen, beginnend mit den Details wie Augen, Nase, Mund, Ohren, Händen und Füßen. Die Übungen sind nach Schwierigkeitsgraden geordnet, von einem Stern für leicht bis drei Sterne für schwer. Einige Anleitungen gibt es außerdem als Übungsseiten zum Download.

Verständlich, kurz und einprägsam ist diese kleine Zeichenschule, mit deren Hilfe sich junge Künstler ausprobieren können. Mit vielen Tipps und hilfreichen Anleitungen kann sofort mit dem Zeichnen losgelegt werden. Macht Spaß!                                                    

„Die Kunst des Zeichnens für Kinder“ von Gecko keck ist im Frechverlag erschienen.

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Ein Schatz aus Geschichten

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„Wunderbare Kuschelzeit“ ist bei magellan erschienen.

Die Winterzeit ist genau richtig zum Kuscheln, Lesen und Vorlesen. „Wunderbare Kuschelzeit“ bietet dafür einen richtigen Schatz aus Geschichten, Liedern und Gedichten. Darin finden sich Märchen und Texte von bekannten Autoren wie Max Kruse, Otfried Preußler und Mascha Kaléko. Eingeteilt sind die Geschichten in verschiedene Kategorien. Da gibt es einiges zum Wünschen und Träumen, wie die Geschichte vom Mond, der in den Zirkus geht, oder von den Hasen, die nach Indien reisen. Andere Geschichten sind zum Schmunzeln, Kichern und Bauchhalten, wie von dem Froschkönig, der schon wieder eine zickige Prinzessin küssen muss. Auch zum Nachdenken und Diskutieren findet sich einiges. Zum Beispiel die Geschichte vom faulen Pinguin, die der großartige Erhard Dietl geschrieben hat – ihr wisst schon, der Erfinder der Olchis. Ein bißchen gruselig wird es dann mit Geschichten wie denen vom Ungeheuer von Penn-Schnarch, und außerdem gibt es jede Menge Geschichten zum Mutfassen – so lernt ihr von Lillu, wie man Monster besiegt und von Ida und Leo, wie man einem wütenden T-Rex entkommt – und natürlich zum Einkuscheln. Bestimmt lässt es sich toll schlafen, wenn man von Michael Endes Traumfresserchen gehört hat.

Eine tolle Fundgrube mit sehr schönen Ilustrationen von Barbara Scholz. Kuschelempfehlung!

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Warten auf das Seligkeitsding

Ihr kennt bestimmt die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, die uns so schöne Geschichten wie „Pippi Langstrumpf“ und „Michel aus Lönneberga“ beschert hat? Genau diese Astrid Lindgren war einmal ein kleines Kind, so wie ihr – und in diesem Buch, „Wie wir in Småland Weihnachten feierten“, erinnert sie sich an ein Weihnachtsfest ihrer Kindheit. Das ist schon über 100 Jahre her: 1913 spielt die Geschichte. Damals war einiges anders als heute – oder auch nicht. Denn auch für die kleine Astrid war Weihnachten eine bezaubernde, aber seltsame Zeit. Sie erzählt, wie sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder Gunnar einen Weihnachtsbaum holen geht, wie sie an Heiligabend auf den Abend warten und die Päckchen unter dem Baum bewundern. Sie fragen sich, ob da vielleicht ein „Seligkeitsding“ drin sein mag, also ein Geschenk, über das man ganz selig wird. Sie erinnert sich an den Kirchgang und an den Besuch bei der Großmutter und daran, wie schön es war, mit all den Cousins und Cousinen zu spielen – und an ein ganz wundervolles Fest mit Familie, Freude und Festessen.

Diese zeitlose Geschichte beschwört in uns den Zauber der Weihnachtstage herauf. Fast merkt man nicht, dass all diese Dinge bereits vor über 100 Jahren passiert sind, denn es geht vor allem um die Gefühle, die Weihnachten in uns auslöst: Spannung, Glück und Liebe. Das ideale Buch, um sich mit einem heißen Kakao auf die Couch zu kuscheln und sich in Weihnachtsvorfreude hineinzuschmökern. 

„Wie wir in Småland Weihnachten feierten“ von Astrid Lindgren ist bei Oetinger erschienen.

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Karten umdrehen, Welten entdecken

Als Kartograph ferne Länder entdecken – wer davon schon immer geträumt hat, für den ist „Der Kartograph“ genau das Richtige. Es geht darum, möglichst viele Siegpunkte zu sammeln, indem man seine Karte geschickt zusammenstellt. Jeder Spieler erhält einen kartierten Plan, den er während des Spieles mit Leben füllen muss. Das Spielprinzip nennt sich „Flip and Write“: Während jeder Spielrunde werden Karten aufgedeckt, die Landschaften symbolisieren, und diese werden dann nach und nach auf dem Plan eingetragen. Unterschieden werden Geländearten wie „Dorf“, „Acker“, „Wasser“ oder „Wald“, auf dem Plan vorgegeben sind bereits Gebirge, an denen es nichts zu rütteln gibt. Beim Eintragen gilt es, auf bestimmte Vorgaben zu achten, denn je nach gültigem „Dekret“ sind andere Landschaften oder Landschaftskombinationen wertvoll. So gibt es zum Beispiel bei „Metropole“ Punkte für besonders große Dörfer, bei „Schildwald“ hingegen zählen Wälder, die an den Rand grenzen besonders viel. Aber: In jeder Jahreszeit gilt ein anderes Dekret. Und in jedem Spiel können andere Dekrete ausliegen. Deswegen ist keine Partie wie die andere. Zudem kann es vorkommen, dass wilde Monster die Erkundung stören und dann auf der Karte markiert werden müssen – das kann Minuspunkte geben!

Am Ende siegt derjenige, der seine Karte am geschicktesten geplant und die meisten Siegpunkte eingeheimst hat.

Der Kartograph macht vor allem Planern und Punktezählern Spaß, denn bei diesem Spiel kommt es darauf an, genau zu überlegen, wohin man seine Bleistiftstriche setzt. Das Spielmaterial ist sehr schön gestaltet und die Karten fassen sich solide an. Zwar erscheinen die Regeln zunächst komplex, doch während des Spiels erschließt sich das Prinzip schnell und ist für ältere Grundschüler bereits zu meistern.

Eine Empfehlung für versierte Spieler mit Vorliebe für fantastische Spielhintergründe!

„Der Kartograph“ ist bei Pegasus Spiele erschienen.

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Das NEINhorn und die SchLANGEWEILE

Endlich ist das NEINhorn wieder da! Der freche Vierbeiner und seine Bande, bestehend aus der KönigsDOCHter, dem NAhund und dem WASbären, haben es sich im Herzwald gemütlich gemacht, und eigentlich könnte alles so schön sein. Wenn nur das NEINhorn und die KönigsDOCHter nicht ständig streiten würden. Das geht den anderen Beiden ziemlich auf die Nerven. Der NAhund meint, dass sich die beiden aus purer Langeweile streiten. Als ein Streit mal wieder böse endet, marschiert das NEINhorn einfach davon. Im Dschungel trifft es auf die SchLANGEWEILE. Die hat irgendwie auf gar nichts Lust. Egal. was das NEINhorn vorschlägt, nix mag die SchLANGEWEILE machen: keinen Wettlauf, keine Zungenbrecher reimen, keine Witze erzählen. So nach und nach wickelte die SchLANGEWEILE das NEINhorn ein – doch dem wird es irgendwann zu blöd, vor allem als das Schlangentier behauptet, dass es am liebsten Schlitten fährt – obwohl des das im Dschungel gar nicht kann. Da haut das NEINhorn ab und klettert auf den Vulkan, der Schnee statt Lava spuckt. Die Aussicht von da oben ist echt „heftig“, findet das NEINhorn – und hat prompt eine Idee. Die bringt sogar die SchLANGEWEILE zum Nachdenken.

Lange haben wir auf die Fortsetzung vom NEINhorn gewartet, und das Warten hat sich gelohnt. Frech und wortwitzig wie der erste Teil und ebenso pfiffig illustriert kommt das Bilderbuch daher und wartet mit einigen tollen Extras auf. Zum einen ist da die supergroße, ausklappbare Seite, die den „heftigen“ Ausblick auf das Königreich zeigt; auf der gibt es so viel zu entdecken, dass sich da noch ganz eigene Geschichten ergeben. Dann ist da die kleine Detektivgeschichte der Nebenhandlung: Wer hat wohl den armen Zwergvögeln ihre roten Mützen geklaut? Da muss man ganz genau hinschauen. Und wenn die Geschichte beendet ist, ist das Buch natürlich noch nicht vorbei, denn dann gibt es wieder weitere lustige Tiere zu entdecken, wie die GIERaffe oder das NERDmännchen – dieses Mal muss man aber selbst herausfinden, wie welches Tier heißt. Und zum Schluss gibt es noch das Spiel gegen die SchLANGEWEILE.

Eine warme Empfehlung, gerade zu Weihnachten! 

„Das NEINhorn und die SchLANGEWEILE“ von Marc-Uwe Kling mit Illustrationen von Astrid Henn ist bei Carlsen erschienen.

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Die Sehnsucht nach Antarktika

Eines Tages, als der kleine Polarfuchs Polaah mit seinen Freunden, dem Schneehasen Hops, der Schneeule Gru-Gru und dem Vielfraß Mampf am Ufer des Meeres spielt, treibt eine Eisscholle an Land. Darauf sitzt ein kleiner Pinguin. Sein Name ist Ping, und er ist furchtbar traurig. Er sehnt sich nach seinem Zuhause, Antarktika am Südpol. Denn dort gibt es Schnee und Eis und vor allem andere Pinguine. Aber wie soll er dorthin zurückkommen?

Polaah versucht, ihn aufzumuntern und abzulenken. Er ist sehr erstaunt, dass Ping nicht fliegen kann, obwohl er Flügel hat. „Wenn man das, was man kann, nicht kann, dann kann man gar nichts“, meint Gru-Gru. Aber dafür kann Ping andere Sachen: Nicht-Fliegen zum Beispiel, und Fische fangen. Und er ist bereit, Gru-Gru beizubringen, wie das geht. Aber ob eine Schneeeule wirklich nach Fischen tauchen kann ..?

Dieses zauberhafte Buch besticht sowohl durch die tollen Illustrationen der Hanauerin Joelle Tourlonias als auch durch die warmherzige Geschichte von Michael Engler. Es geht um Freundschaft und darum, was man kann oder nicht kann, was man sich traut und vielleicht gar nicht trauen muss – und darum, wo zuhause ist. Herzig!

„Polaah und der einsame Pinguin“ von Michael Engler mit Illustrationen von Joelle Tourlonias ist im 360-Grad-Verlag erschienen.

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Schmuckstück lässt feierliche Stimmung aufkommen

„Disney: Das große goldene Buch der Gute-Nacht-Geschichten“ ist bei Carlsen erschienen

Arielle, die die Sterne entdeckt, nächtliches Picknick mit Micky und Co. oder eine wilde Verfolgungsjagd mit den liebenswerten Charakteren aus „Vayana“: Das große goldene Buch der Gute-Nacht-Geschichten“ von Disney vereint alle liebgewordenen Figuren aus Filmen und Serien. Vertreten sind dabei Klassiker wie Dumbo oder Susi und Strolch, aber auch aktuelle Lieblinge wie die Eiskönigin oder Rapunzel fehlen nicht. Wenn Mushu, Mulans lustiger Drachenfreund, eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt, ist das genauso spannend wie eine Pyjama-Party mit Dornröschen und den drei Feen oder Pinocchios erster Tag als richtigter Junge. Natürlich geht es in den Geschichten auch ums Schlafen oder Müdesein. Ein besonderer Höhepunkt und idealer Begleiter am Abend ist die letzte Geschichte im Buch, in der Aschenputtel/Cinderella der kleinen Maus Karli erklärt, wie man richtig zu Bett geht – vom Schlafanzug übers Zähneputzen bis zum richtig Zudecken.

Schon optisch ist „Das große goldene Buch der Gute-Nacht-Geschichten“ etwas ganz Besonderes: Sehr groß und mit Goldschnitt lässt es eine fast feierliche Stimmung aufkommen, wenn es Zeit für das abendliche Ritual des Vorlesens ist. Die Geschichten haben genau die richtige Länge vor dem Schlafengehen und wecken das disneytypische Wohlgefühl, um zur Ruhe zu kommen. Ein richtiges Schmuckstück, wie alle Bücher dieser Reihe!                                                            

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Ein fieses Lesevergnügen

„Biest & Bethany: Nicht zu zähmen“ von Jack Meggitt-Phillips ist bei Loewe erschienen.

Skurill, verrückt und furchtbar böse: das ist die Geschichte von Biest und Bethany. Eigentlich ist es eher die Geschichte von Ebenezer Tweezer, und der ist nicht wirklich ein guter Mensch. Auf seinem Dachboden lebt ein schreckliches Biest, das ihm Wünsche erfüllt, solange Ebenezer es füttert. Die seltsamsten Dinge hat er dem Biest bereits gebracht: seine Lieblingskatze, die Überreste der Titanic, den letzten Dodo … Und für jede „Leckerei“ darf sich Ebenezer etwas wünschen. Daher kommt es, das sein 512. Geburtstag vor der Tür steht, denn das Biest gibt ihm jedes Jahr einen Zaubertrank, der ihn jung erhält. Dieses Mal aber will das Biest etwas ganz Besonderes: ein dickes, rundes Kind will es fressen. Das geht dann sogar Ebenezer zu weit. Doch das Biest droht, ihm keinen Zaubertrank mehr zu besorgen.

Also adoptiert Ebenezer kurzerhand das schrecklichste Kind, das er auftreiben kann: Bethany ist wild, ungezogen und steckt voller fieser Streiche. Allerdings ist sie dem Biest zu dürr. Deswegen muss Ebenezer sie mästen, und das möglichst schnell, denn die Zauberkraft des letzten Trankes lässt bereits nach. Ob es wirklich dazu kommt, dass Bethany an das Biest verfüttert wird? Oder kommt am Ende alles ganz anders? Das lest ihr am besten selbst – denn dieses wunderbar gemeine Buch ist wirklich das pure Lesevergnügen. Natürlich sind alle Hauptpersonen total böse, aber man muss den etwas vertrottelten Ebenezer und die freche Bethany trotzdem irgendwie liebhaben. Ein bißchen gruselig, an vielen Stellen echt fies, aber vor allem urkomisch: ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite Spaß macht!          

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Knuffige Helden und witzige Geschichte

Ein Panda, der in einem Bambuswald in China lebt und nicht Peter heißt, erfindet eines Tages zufällig, als er Bambus frisst, eine Pflöte. Nicht-Peter ist völlig fasziniert davon, dass Töne aus dem Rohr kommen, wenn er hinbeinbläst. Und so musiziert er vor sich hin, weil er ein Einzelgänger ist, eine Weile ganz alleine. Dann trifft er auf Nicht-Gerhard, der zuerst mit ihm raufen will, dann aber von der Pflöte fasziniert ist. Er zeigt das Instrument Nicht-Olivia, die es kurzerhand verspeist. Als Nicht-Gerhard und Nicht-Olivia sehen, wie traurig Nicht-Peter darüber ist, basteln sie neue Pflöten – und musizieren mit ihm zusammen. Schon bald sind sie der Hit im Bambuswald – bis Watte, die Bambusratte, auftaucht und meint, dass sie einen Dirigenten brauchen. Aber Wattes Musik ist eher schläfrig als rockig …

Diese süße Buch von Saša Stanišić muss man einfach lieben. Dier Geschichte der knuffigen, musikalischen Pandas ist mit so viel Wärme und Herzblut geschrieben, dass einfach jeder, wie der Autor, Panda-Fan wird. Die witzigen Illustrationen von Günther Jakobs runden das Lesevergnügen ab. Dazu kommt, dass sich Stanišić häufig an seine Leser wendet, sie etwas fragt, etwas erklärt, sie auffordert, mitzumachen.

Ein tolles Buch zum Vorlesen oder Selbstlesen!

„Pandapand. Wie die Pandas mal Musik zum Frühstück hatten“ von Saša Stanišić mit Illustrationen von Günther Jakobs ist bei Carlsen erschienen.

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Ein Spaß für echte Fußball-Liebhaber

Hier kommt ein tolles Spiel für echte Fußballfans: Mit „Fanzone“ könnt ihr euer Wissen rund um den Ball testen. Moderiert wird das Spiel von der Stimme von Frank „Buschi“ Buschmann, der die Fragen stellt, die Spieler anspornt aber auch gnadenlos auslacht.

Einstellbar sind zwei Spielmodi: ab sieben Jahre und ab 14 Jahre. Eigentlich sind es keine Fragen, sondern Behauptungen, bei denen die Spieler, die sich farbige Butttons zum Drücken aussuchen dürfen, entscheiden müssen, ob sie wahr oder falsch sind. Etwa, ob Real Madrid den Spitznamen „Die Weißen“ hat oder ob Wolfgang Wolf tatsächlich den VfL Wolfsburg trainiert hat. Es gibt 500 Fragen zu Fußballregeln, zu Weltmeisterschaften und Bundesligavereinen, zu Rekorden und witzigen Fakten. Nur echte Fans wissen, ob Luis Suarez Fan vom Weißen Hai ist, oder?

Die Krönung sind die frechen Sprüche von Frank Buschmann, mit dessen Stimme das Spiel jeden „Spielzug“ kommentiert; mal bewundernd („Mein lieber Scholli, was ein Ding“), mal frotzelnd („Du weißt schon, wo das Tor steht, oder?“). Auch wenn man zum Beispiel zu schnell auf den Buzzer drückt, folgt ein Kommentar: „Du schießt ja schneller als du denkst!“ – und wer das zu oft macht, riskiert eine rote Karte und darf bei der nächsten Fragerunde nicht mitdrücken. Wer zuerst 20 Punkte hat, hat gewonnen – aber so einfach ist das nicht, denn das Spiel wartet mit Sonderregeln und Extra-Punkten auf. So erzielt man bei drei richtigen Antworten hintereinander einen Hattrick und bekommt einen Sonderpunkt, und manchmal dürfen diejenigen mit den wenigsten Punkten gegen den Tabellenführer allein antreten und bekommen so eine Extra-Chance.

Für kleine und große Fußballfans bietet „Fanzone“ einen riesigen Spielspaß. Ganz ehrlich: Auch die Fragen ab sieben Jahre sind schon richtig schwer. Allerdings nicht für fachkundige Siebenjährige…  Dass man die richtigen Antworten nicht erfährt, ist ein kleines Manko, reizt aber natürlich zum Selbst-Nachforschen an, was ja im Internetzeitalter kein Problem mehr darstellt. Und Achtung: Die Buzzer reagieren manchmal etwas schwergängig, so dass man sehr fest drücken muss. Drückt man aber zu oft, löst man die „Wiederholen“-Funktion aus, so dass die Frage nochmal gestellt wird. Hat man aber erst mal den Bogen ‚raus, steht einem unterhaltsamen Fußball-Spieleabend nichts im Weg.

„Fanzone“ ist im Spieleverlag Asmodee erschienen.

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Der unsichtbare Freund

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Claras kleine Schwester Luze ist irgendwie seltsam. Nachdem ihr Freund Silas weggezogen ist, spricht sie nicht mehr, lacht nicht mehr, singt nicht mehr. Bis sie eines Tages nach Hause kommt und ein Geschenk bekommen hat: einen unsichtbaren Hund, den nur sie sehen kann. Und weil Luze nun wieder fröhlich ist, spielt die Familie mit – auch Clara, obwohl ihr das sehr merkwürdig vorkommt. Luze tauft den Hund „Das Pferd“. Als ob diese Situation nicht seltsam genug ist, wird es in diesem Winter so kalt, dass alle Kinder Kältefrei bekommen und zu Hause bleiben müssen. Das ist am Anfang noch ganz lustig, wird aber schnell schwierig. Vor allem, weil Clara sich mit ihrer besten Freundin Lisa gestritten hat und mit ihr nicht einmal telefonieren kann. Dann ist da noch Vincent, der schönste Junge der Welt. Er wohnt direkt über Clara und Luze, und plötzlich verbringen sie viel Zeit miteinander. Das hat sich Clara eigentlich gewünscht, aber irgendwie ist Vincent auch seltsam.

Und dann passieren häufig eigenartige Dinge. Luze weiß Sachen, die sie eigentlich nicht wissen kann, und meint, das Pferd habe ihr davon erzählt. Außerdem beginnen Luze. Vinzent und Clara auch noch ein Videoprojekt, für das sie mit allen Nachbarn reden müssen. Wenn das malgut geht.

Die Geschichte von Clara, Luze und dem unsichtbaren Hund Das Pferd ist berührend, fantastisch und gleichzeitig so nah an der Realität, dass es beinahe erschreckt. Dass man plötzlich das Haus nicht mehr verlassen darf, nur noch per Videokonferenz Schule hat und die Eltern sich streiten, weil alles so kompliziert wird, das kennen wir doch leider alle, oder? Luze hat ihre eigenen Wege, damit umzugehen, und Clara ist eine tolle Hauptfigur, mit der sich die meisten älteren Geschwister leicht identifizieren können. Und ganz ehrlich: Wir hätten alle gerne einen unsichtbaren Hund wie Das Pferd. Ein echter Geheimtipp für Lesemäuse. (tmb)

„Das Pferd ist ein Hund“ von Tamara Bach ist bei Carlsen erschienen.

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Eine bezaubernde Reise

Das kleine Lale namens Lu möchte so gerne schlafen. Aber irgendwie ist ihm sein Schlaf abhanden gekommen. Deswegen packt es etwas Proviant ein, schnappt sich sein Kuscheltier und macht sich auf die Suche. Es kommt zu einem Mann, der die Sterne zählt, findet drei Engel, die Wache halten und kommt durch einen dunklen, schweigenden Wald. Aber keiner hat seinen Schlaf gesehen. Das freundliche Lale Lu teilt seinen Proviant und sucht weiter. Doch auch der nette Mann, der Schafe hütet und die Frau, die einen Baum schüttelt, haben seinen Schlaf nicht gesehen. Aber endlich stehen da zwei Schuhe! Und dann kommt auch der Sandmann …

Na, kommt euch an der Geschichte einiges bekannt vor? Richtig, denn das Lale Lu ist eigentlich auf einer Reise durch die schönsten Schlaflieder. Die Idee von Jens Daum ist bereits bezaubernd genug, doch dazu kommen noch die wunderschönen Illustrationen von Sophie Lucie Herken, wegen denen man das kleine Lale Lu einfach liebhaben muss. Und natürlich gibt’s am Schluss noch alle Liedertexte – auch die unbekannten Strophen – zum selbst singen oder besser: zum In-den-Schlaf-Singen-lassen. (tmb)

„Lale Lu sucht seinen Schlaf“ von Jens Daum und Sophie Lucie Herken ist im 360 Grad-Verlag erschienen.

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Von Rubinen, Flüchen und verschwundenen Magiern

Krimifans aufgepasst: Ihr bekommt die einmalige Gelegenheit, dem berühmten Detektiv Sherlock Holmes zu assistieren. Holmes ist nämlich in einer misslichen Lage: Sein treuer Freund Dr. Watson muss sich um einen familären Notfall kümmern, und so muss er seine Fälle alleine lösen. Und jetzt kommt ihr zum Zug: Könnt ihr dem berühmtesten Detektiv der Literaturgeschichte dabei helfen, herauszufinden, wie ein riesiger Rubin in einem Kirschkuchen landete, der vor seiner Tür platziert wurde? Oder im nächsten Fall herausfinden, ob der Earl von Monthaven und sein Hund tatsächlich vom Fluch eines Pharaos getroffen wurden. Im dritten Fall des Buches geht es dann um das Haus Traymar, in dem es spuken soll, und im vierten Fall um den Magier Lord Fitzgibbons, der nach seinem letzten Zaubetrick einfach verschwand. Alles sehr knifflig, aber für echte Detektive kein Problem, oder?

Nicht nur Freunde von Sherlock Holmes kommen in diesem Rätselkrimibuch auf ihre Kosten: Nachdem Holmes seinen Lesern und Unterstützern den Fall geschildert hat, gilt es jeweils, Spuren zu sichten und Schlüsse zu ziehen.Dafür müssen liebevoll illustrierte Zeitungsschnipsel, Eintrittskarten, Stadtpläne oder Fotos ganz genau betrachtet werden. Am Ende wartet die Auflösung in Spiegelschrift. Ein wirklich großartiger Spaß: allein, zu mehreren, zu Hause oder unterwegs.

„Sherlock Holmes mysteriöse Fälle: Der Kirschkuchen mit Kern“ von Sally Morgan ist im Frechverlag erschienen.

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Glühende Ohren und viel Tempo

Nein! Doch! Was? Hä? Meinetwegen … Wer einer Spielrunde beim NEINhorn-Kartenspiel zuhört, dem glühen bald die Ohren. Denn dank einer witzigen Spielidee nach dem Kinderbuch von Marc-Uwe Kling geht es turbulent an so einem Tisch zu. Die Karten zeigen die beliebten Figuren aus dem Buch – und je nachdem, welche Karte aufgedeckt wird, müssen die Spieler das typische Wort von Königsdochter, Warummel, Wasbär und Co. sagen.

Klingt einfach? Das täuscht! Denn je schneller das Spiel und je höher das Tempo wird, um so kräftiger muss man sich konzentrieren. Denn wer das falsche Wort sagt, muss alle ausgespielten Karten nehmen – und am Ende gewinnt, wer die wenigsten Karten hat. Wenn dann auch noch die fiesen Gegenwürmer mitmischen und das NEINhorn plötzlich nicht mehr „Nein!“ sondern „Doch!“ sagt, wird es richtig knifflig. Dazu gibt es noch Vorschläge, um sich zusätzliche Spielvarianten und Hausregeln auszudenken. Denn auf einigen Karten gibt es kleine Illustrationen, die dazu einladen. Wenn Petersilie auftaucht, könnte man „Bäh!“ sagen, bei Glücksklee „Lecker“, beim Känguruhe gar nix, oder, oder, oder ….

Schon das Grundspiel bietet großen Spielspaß. Besonders schön sind aber die Spielvarianten, die man ganz frei selbst gestalten und kinderfreundlich den eigenen Schwierigkeitsgrad festlegen kann. Deswegen ist es, leicht modifiziert, auch schon unterhalb der empfohlenen Altersschwelle von 6 Jahren spielbar. Die relativ kurze Spieldauer von etwa 15 Minuten und die praktische Größe machen das NEINhorn-Kartenspiel zu einem Hit für unterwegs.

Als kleiner Gag sind dem Spiel noch zwei kleine Überraschungspakete für fortgeschrittene Spieler beigelegt – zusätzliche Karten und Regeln für noch mehr Spielspaß.

Eine klare Spielempfehlung, nicht nur für NEINhorn-Fans!

„Das NEINhorn Kartenspiel“ ist im KOSMOS-Verlag erschienen.

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Etwas ganz Besonderes

Irgendwo im Universum schwebt ein kleiner blauer Punkt – das ist die Erde. Sie ist ein bisschen unglücklich, denn alle anderen sieben Planeten, die wie sie um die Sonne kreisen, sind viel toller als sie, meint die kleine, blaue Kugel. Merkur etwa ist der Sonne am nächsten, die Venus funkelt und leuchtet so schön, zum Mars schicken die Menschen ständig Sonden, um ihn zu erforschen. Jupiter ist der größte Planet, und Saturn ist wegen seiner tollen Ringe am berühmtesten. Uranus ist der verrückteste Planet, denn er liegt auf der Seite, und Neptun ist tiefblau und geheimnisvoll.

Pluto hingegen gehörte früher einmal zu den Planeten, gilt jetzt jedoch nur noch als Zwergplanet – er ist der „Planet der Herzen“, meint die Erde. Eigentlich kein Wunder, dass sie sich in dieser Gesellschaft ziemlich langweilig findet.

Die anderen Planeten sagen, das ist Quatsch. Aber ganz überzeugt ist die Erde nicht – bis ein Kind von der Erde sich zu Wort meldet. Das Kind findet: Die Erde ist etwas ganz Besonderes! Und dafür gibt es einen wichtigen Grund…

Dieses süße Bilderbuch erklärt kleinen Leser auf eine bezauberne Art und Weise unser Sonnensystem. Es macht richtig Spaß, mit den wunderschönen Illustrationen von Maren Hasenjäger die Planeten kennenzulernen. Vorne und hinten im Buch gibt es eine Übersicht über die Reihenfolge der Planeten. Lehrreich, spannend und berührend – und wie die Erde etweas ganz Besonderes!   (tmb)

„Ein kleiner blauer Punkt“ von  Maren Hasenjäger ist bei Magellan erschienen.

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Sieben Rätsel führen zum Vermächtnis

„Das Glashaus-Geheimnis“ von Marie Braner ist bei Magellan erschienen.

Lust auf ein Geheimnis? Dann habe ich hier eine besonders spannende Lektüre für euch! Geht mit Rosa und Sami auf die Suche nach der Lösung zu sieben Rätseln!

Rosa trauert um ihre gerade verstorbene Großtante Adele. Ihre Lieblingstante hat ihrer Familie nicht nur ihr Haus und ihren Antiquitätenladen vermacht, sondern auch Äffchen Uma. Während ihre Mutter Haus und Laden gnadenlos entrümpelt, versucht Rosa wenigstens einige der ihr lieben Erinnerungsstücke zu retten. Dabei entdeckt sie dank Uma eine geheimnisvolle Nachricht von  Großtante Adele, die sie auffordert, ein Rätsel zu lösen. Das war bei Rosas Besuchen immer ein Spiel zwischen ihnen. Jetzt wird aus dem Spiel jedoch ernst, denn nicht nur Rosa und ihr Freund Sami hoffen, auf diesem Weg Großtante Adeles geheimes Vermächtnis zu finden…

Die Geschichte vom Glashaus-Geheimnis schleicht sich langsam an und wird immer spannender. Das Miträtseln macht richtig Spaß – ebenso wie die absurden Details über die liebevoll ausgeschmückten Antiquitäten. Ein mysteriöses und superschön gestaltetes Lesevergnügen.  

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Abenteuer eines Stadthundes

„Diva allein im Wald“ von Martin Baltscheit, mit Bildern von Barbara Jung, ist bei Beltz & Gelberg erschienen.

Die Stadthündin Diva genieß ihr luxuriöses Leben. „Diva jagt nicht, Diva lässt servieren“ meint sie. Doch dann landet sie eines Tages im Wald. Sie hat den Weg zum Parkplatz vergessen, wo Herrchen und Frauchen warten. Stattdessen irrt sie umher und trifft auf viele Tiere. Manche sind freundlich, andere nicht so. Die Eichhörnchen bewerfen sie mit Nüssen. Marder, Luchs und Wolf schließen sogar eine Wette darauf ab, ob Diva im Wald überlebt. Die Füchsin sagt nicht einmal Danke, als Diva sie aus der Schlinge befreit. Die Biberin wirft sie sogar in den Fluss. Dann hat Diva auch noch Hunger und frisst ein paar lustig aussehende Pilze …

Ein Luxushund im Wald, kann das gutgehen? Zumindest ist es ziemlich lustig, Diva bei ihren Abenteuern im Wald zuzusehen – und ihren Gedanken zuzuhören. Denn wenn der Autor Martin Baltscheit heißt, wird es natürlich hin und wieder etwas philosophisch. Und natürlich spannend, wenn sich Marder, Luchs und Wolf schließlich doch noch zum Angriff entscheiden … Aber keine Angst, am Ende geht es natürlich gut für Diva aus! Und sie lernt: Nicht die Stärksten gewinnen, sondern diejenigen, die zusammenhalten. 

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Ein  Abenteuer mit Krake

„Uli und Knud – Die Geschichte einer abenteuerlichen Freundschaft“ von Yvonne Semken ist bei Coppenrath erschienen.

Der Lieblingsort von Knud ist das Aquarium. Dort lebt sein bester Freund Uli, der Kraken. Aber Uli ist unglücklich, weil er lieber wieder frei und im Meer wäre. Da fasst Knud einen gewagten Plan, der ihm im Traum kommt: Mit einem Satz ist Uli aus dem Becken und haut mit Knud ab. Der nimmt ihn mit nach Hause, wo Uli Freundschaft mit Knuds Katze schließt. Am nächsten Tag darf Uli sogar mit zur Schule. Kein Wunder, dass sich kaum ein Kind auf den Unterricht konzentrieren kann.

Dann aber gibt es ein Problem: Uli braucht dringend Wasser. Und den Löschteich der Feuerwehr gibt es nicht mehr. Kurzerhand fährt Knud mit Uli ins Freibad. Was für ein Spaß! Aber dann kommt die Bademeisterin…

Die phantastische Geschichte von Uli und Knud bekommt am Ende eine neue Wendung. Denn natürlich kann es nicht sein, dass ein Junge einen Kraken hat. Aber wenn der Junge den Kraken liebt und ihm helfen will, gibt es vielleicht doch ein happy End..?

Ein tolles Buch über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und darüber, dass man manchmal das, was man lieb hat, auch loslassen muss. Zuckersüß!

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„Pssst. Eine Räubergeschichte“

„Pssst. Eine Räubergeschichte“ von Tini Malitius ist bei Beltz & Gelberg erschienen.

Dieses Bilderbuch braucht nicht viele Worte. „Pssst“ macht der Dieb, als er auf das Haus zuschleicht. „Pssst“ sagt er, als er durch das Fenster einsteigt und eine Vase in seinen großen Sack steckt. „Pssst“ macht er, als er die Pflanze klaut. Und „Pssst“ sagt er, nachdem er den Teddy aus dem Kinderzimmer gestohlen hat. Aber: Da ist der Wachhhund. Und der sagt auch erst mal „Pssst“, als er dem Dieb auf die Schulter tippt … Am Ende ist alles wieder da, wo es hingehört. Außer der Wurst aus dem Kühlschrank. Wo ist die wohl geblieben?

Eine kleine, ganz stille Bildergeschichte, bei der die kleinen Leser mitfiebern: Wann wird er wohl erwischt, der Dieb? Geeignet für leise Lesestunden.  

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Vom Mistral und von Segelschiffen

„Wind“ von Olga Fadejewa, übersetzt von  Thomas Weiler, ist bei Magellan erschienen.

Dieses tolle Sachbilderbuch befasst sich mit einem Thema, das ganz alltäglich ist, über das trotzdem nicht viele Menschen gut Bescheid wissen. Das kann sich bei euch ändern, denn nach der Lektüre von „Wind“ könnt ihr mit den Experten mitreden.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass es ganz viele unterschiedliche Winde gibt? Passatwinde, Westwinde und Polare Ostwinde zum Beispiel; aber auch ganz spezielle Winde – zum Beispiel den Mistral in Frankreich oder den Wisperwind im Taunus. In dem Buch erklärt euch die Autorin Olga Fadejewa, welche Windstärken es gibt und was eine Beaufortskala ist, mit der sie gemessen werden. Ihr seht verschiedene Wetterfahnen und erfahrt, wozu der Wind gebraucht wird, von Tieren und Menschen.

Ein großer Teil des Buches dreht sich auch um Schiffe und ums Segeln, und noch viele weitere interessante Dinge rund um den Wind gibt es zu entdecken.

Ein sehr feines Bilderbuch mit tollen Zeichnungen und viel Wissen legt Olga Fadejewa hier vor, toll übersetzt von Thomas Weiler. So spannend kann Wind sein – wer hätte das gedacht? 

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Gewitzt durch die Geschichte rätseln

Habt ihr Lust, ein bißchen zu knobeln? Dann sind die Büchlein aus der Reihe „Geheimnisvolle Rätselgeschichten“ des Christophorus-Verlags genau das Richtige für euch! Ich stelle euch heute zwei davon vor!

„Geheimnisvolle Rätselgeschichten“ erscheinen im Christophorus-Verlag.

In „Ein Tag im Vergnügungspark“ müsst ihr eure kleine Schwester wiederfinden, die sich verlaufen hat. Dafür rätselt ihr euch von Seite zu Seite, und ihr allein entscheidet, welchen Weg ihr nehmt. Ihr erkundet alle möglichen Orte, die zu einem Vergnügungspark gehören. Beim Entenangeln müsst ihr eine Ente ohne Doppelgänger entdecken, im Spiegelkabinett durch das Labyrinth finden und im Bällebad den richtigen Bällen folgen. Immer wieder gibt es etwas zu rechnen, zu zählen oder Bilderrätsel zu lösen – dieser Ausflug in den Vergnügungsparkt wird bestimmt nicht langweilig.

„Im Schloss des Grafen“ geht es hingegen gruselig zu. Dabei wollt ihr doch eigentlich nur den alten Knochen auf den Friedhof zurückbringen, den euer Hund angeschleppt hat. Doch ratz-fatz findet ihr euch an den seltsamsten Orten wieder, flüchtet vor Werwölfen oder sucht in der Ahnengalerie nach dem Portrait des Grafen von Mufffensausen. Hier gibt es Hexenbesen zu zählen und knifflige Rätsel über Vampire zu lösen, und vielleicht begegnet ihr sogar Gespenstern, deren Doppelgänger ihr finden sollt, oder müsst durch einen Sumpf waten, den ihr nur durchqueren könnt, wenn ihr bis 100 rechnen könnt….

Die Rätselbücher des Christophorus-Verlags sind bunt, vergnüglich und machen gute Laune. Weitere Themen sind Piraten und eine fantastische Expedition. Ein toller Langeweilevertreiber für Kinder im Grundschulalter! 

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