Archiv der Kategorie: Bilderbuchtipps

„Nein, tein Heia“ von Stephanie Blake

Simon und sein  kleiner Bruder Franz bauen im Wald eine Hütte. Dummerweise vergisst Franz dort sein Schmusetuch, was ihm aber erst auffällt, als es ans Schlafen gehen kann. „Tein Musetuch? Dann tein Heia!“, brüllt Franz. Und als guter großer Bruder bleibt Simon nur eins: Er muss los und das Schmusetuch holen. Er schnappt sich seinen Umhang und geht in die Nacht hinaus – als Supertopmegahase hat man nämlich vor gar nichts Angst. Auch nicht vor Monstern, die in der Dunkelheit lauern. Aber wenn es die nicht gäbe, hätte Simon seinem kleinen Bruder auch gar nichts zu erzählen, als er zurückkommt.

Nach „Pipikack“, „Ich will Nudeln“, „Simon Superhase“ und „Babyfratz“ liefert Stephanie Blake mit „Nein, tein Heia“ eine neue lustige Simon-Geschichte ab. Diese lebt dieses Mal vor allem von den niedlichen Aussprüchen des „Babyfratz“ Franz – gelungen übersetzt von Tobias Scheffel. Wenn Franz seinem „Musetuch indähüttaä“ nachweint, finden das ältere Geschwisterkinder zum Brüllen komisch – und wollen natürlich genau so tapfer sein wie Simon. Eine schöne Geschichte für große Brüder und Schwestern und alle, die auch öfter mal „tein Heia“ machen wollen.

„Nein, tein Heia“ von Stephanie Blake ist im Moritz-Verlag erschienen.

 

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„Wo ist Nils der Eisbär?“ von Nicolas Piroux

In einem französischen Museum, dem Musée d’Orsay steht eine Skulptur mit dem Titel „Eisbär“ des Bildhauers Francois Pompon. Diesem Eisbär, der im Buch den Namen Nils hat, wird manchmal langweilig, und dann wandert er durch das Museum und versteckt sich in den anderen Kunstwerken. In diesem ungewöhnlichen Bilderbuch sollen die Leser Nils in berühmten Gemälden und Skulpturen suchen und finden: Einmal lugt er zum Beispiel in Vincent Van Goghs „Mittagsrast“ hinter einem Heuballen hervor, ein anderes Mal hat er sich in Edgar Degas „Tanzunterricht“ unter die Ballerinas geschlichen oder betrachtet sich Gustav Klimts „Rosen unter Bäumen“. Manchmal ist Nils ganz einfach zu entdecken, dann muss man ganz genau hinschauen, um den Eisbär zu sehen.

Kinder für Kunst zu begeistern ist gar nicht so schwer, wie es klingt. Man muss ihnen nur Zugang dazu geben. Das Such-Buch von Nicolas Piroux tut dies auf spielerische Weise: Indem die Kinder versuchen, den Eisbär in den Kunstwerken zu entdecken, beschäftigen sie sich außerdem mit den Gemälden und Skulpturen, stellen Fragen und forschen nach. Eine schöne Idee. Noch schöner wäre gewesen, wenn sich nicht nur zu Francois Pompon und seiner Arbeit sondern auch zu den „Verstecken“ von Nils ein paar Infos (mehr als Name, Künstler und Entstehungsjahr) im Buch finden ließen, um den kindlichen Wissensdurst direkt zu befriedigen.

„Wo ist Nils der Eisbär?“ von Nicolas Piroux ist im Verlag Belser erschienen.

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Klassik Hits zum Träumen – Murmels kleine Nachtmusik

Jeden Abend hören Paul, seine Schwester Paula, seine Eltern und Kuscheltier Murmel vor dem Einschlafen noch ein Musikstück und erfinden zur Musik eine Geschichte. So stellt Paul sich zur Mondscheinsonate eine nächtliche Landschaft vor, oder verwandelt sich zu Modest Mussorgskis „Das alte Schloss“ in einen König. Auch spielt Paul Musikdetektiv und versucht, Instrumente aus den Stücken herauszuhören und fliegt zu Mozarts „Andante“ im Heißluftballon in die Wolken. Auch der Klassiker „Guten Abend, gute Nacht“ darf nicht fehlen, wenn Paul und Murmel schlafen gehen.

Das Buch gehört zur Reihe „Klingende Bilderbücher“ von Marko Simsa und Silke Brix – bei diesen Büchern liegt auch eine CD bei, die Worte und Ilustrationen ergänzt. Passend zu jeder kurzen Textpassage gibt es ein klassisches Musikstück, was zu einem besonderen Hörerlebnis führt. Auch Kinder, die mit Klassik normalerweise nicht viel anfangen können, werden so an das Thema herangeführt. Weitere Teile der Reihe sind unter anderem „Mozart für Kinder“ und „Der Nussknacker“.

 

„Klassik Hits zum Träumen – Murmels kleine Nachtmusik“ von Marko Simsa und Silke Brix ist bei Jumbo erschienen.

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„Die Konferenz der Osterhasen“

 

Jedes Jahr treffen sich die Osterhasen zu einer Konferenz. Dort besprechen sie, in welchen Farben und Mustern die Ostereier angemalt werden sollen. Aber dieses Jahr gibt es eine Überraschung: Ein kleiner Osterhase malt nämlich die Eier nicht nach Vorgabe an, sondern so, wie es ihm gefällt. Und er bemalt sie auch nicht alleine, sondern zusammen mit seinen Freunden. Und die sind, zum großen Entsetzen der anderen Osterhasen, keine Hasen, sondern eine Katze, ein Hund, ein Huhn, ein Tausendfüßler und ein Schwein. Das geht so nicht, schimpfen die Hasen. Doch dann sehen sie, wie schön die Eier der ungewöhnlichen Oster-Künstler sind…

Klar, Ostern ist ein sehr traditionelles Fest mit vielen Bräuchen, die „schon immer“ so gemacht worden sind. Für Kinder ist das natürlich toll. Doch das Buch vermittelt die Botschaft, dass auch neue Ideen toll sein können. Und dass man alles werden kann, was man möchte – eben auch Osterkatze oder Osterhuhn. Besonders schön für die kleinen Leser ist, dass es ausgerechnet der kleinste Osterhase ist, der den alten Hasen etwas Neues beibringt. Das fördert das Selbstbewusstsein und macht Mut, auch mal etwas anderes auszuprobieren. Eine schöne, mal etwas andere Ostergeschichte.

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„Das Weihnachtszicklein“

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Arkam möchte für seine Familie ein leckeres Weihnachtsessen besorgen, hat die Familie doch kein Geld um etwas einzukaufen. Also geht er auf die Jagd. Im Schnee findet er ein kleines Zicklein, das jämmerlich friert. Er nimmt es mit nach hause – doch die Idee, aus dem Zicklein einen Festtagsbraten zu machen, finden die Kinder gar nicht gut. Die Familie beschließt: Das Zicklein soll leben. So gibt es an Heiligabend nur Kartoffeln und Bohnen, doch das stört keinen. Das Zicklein, auf den Namen Pashmina getauft, wird bald zahm und läuft den Kindern überallhin hinterher. Und dann kommt die Überraschung: Als es Frühling wird, verliert es sein Fell, aus dem die Mutter Wolle spinnt. Und es verliert immer mehr Fell, aus dem die Familie immer mehr Wolle produzieren und schließlich sogar einen Ziegenbock kaufen kann.

Die Geschichte um das Weihnachtszicklein ist nicht großartig und laut – sie ist fein und leise und gerade zur Weihnachtszeit etwas ganz Besonderes. Die Botschaft ist deutlich: Mitleid und Herzensgüte werden vergolten und können das Leben verändern.

 

„Das Weihnachtszicklein“ von Géraldine Elschner und Angela Kehlenbeck ist bei classic-minedition erschienen.

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CD-Tipp: „Hummelflug und Bärentanz“

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Im Jumbo-Verlag sind mehrere Bilderbücher und Audio-CDs mit Klassischer Musik für Kinder erschienen. Das klingt erst einmal trocken, doch Moderator Marko Simsa ist ein Experte darin, diese Inhalte kindgerecht zu vermitteln. Mit „Hummelflug und Bärentanz“ legt er eine musikalische Tierparade vor: Nicht nur die titelgebenden Hummeln und Bären haben mit Rimski-Korsakow und Bartók haben ihren Auftritt, auch andere Vierbeiner, Insekten und Geflügelte kommen zum Zug. Vertreten ist natürlich der berühmte Karneval der Tiere, aber auch Stücke wie Rossinis „Katzenduett“ (das für erwachsene Ohren zumindest gewöhnungsbedürftig klingt, Kindern aber einen Heidenspaß macht) oder Franz Schuberts „Die Forelle“ sind enthalten. Insgesamt finden sich 25 Stücke auf der CD, jeweils anmoderiert und kommentiert von Marko Simsa. So erläutert er den Hintergrund von Tschikowskis „Tanz der kleinen Schwäne“ aus Schwanensee. Er gibt auch Tipps zum spielerischen Erleben der klassischen Werke: etwa, bei Robert Schuhmanns „Wildem Reiter“ durchs Kinderzimmer zu galoppieren.

Die CD ist geeignet, um Kindern Klassik näher zu bringen, ohne sie zu überfordern – und die lustigen Melodien machen auch Erwachsenen Spaß.

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„Liebe Prinzessin, ich bin’s Dein Prinz!“

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Prinz Balthasar ist aber auch schusselig – als er das letzte Mal bei der Prinzessin Primula war, hat er dort sein Schwert vergessen. Nun bittet er die Prinzessin per Brief, es ihm zu bringen. Die Prinzessin packt also die Dinge, die sie für eine solche Reise braucht und macht sich auf den Weg. Der führt sie unter anderem durch unheimliche Sümpfe, durch das Tal der Dinosaurier, durch das Gebirge, eine futuristische Stadt und durch das Meer. Und überall gibt es etwas zu entdecken.

Gemeinsam mit Prinzessin Primula geht der Leser auf eine abenteuerliche Reise. Auf jeder detailliert und liebevoll gestalteten Doppelseite gibt es zauberhafte Kreaturen zu entdecken – Monster, Zwerge, Roboter und Kraken gehören dazu. Auch das Zählen wird geübt, denn es gilt, immer eine bestimmte Anzahl der Gestalten zu finden. Eine nette Wimmelbuchvariante von Simak Büchel, die durch die bunten Illustrationen von Fides Friedeberg sehr schön anzuschauen ist.

 

„Liebe Prinzessin, ich bin’s Dein Prinz!“ von Simak Büchel und Fides Friedeberg ist bei Bohem Press erschienen.

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