Archiv der Kategorie: Projektarbeiten

Träume und Gedankenspiele

Kommen die Träume von den Sternen oder aus dem Meer? Was träumen Tiere, und träumen Fledermäuse verkehrt herum? Kann man sich im Traum begegnen oder sich Träume wünschen? Mit diesen und anderen fragen beschäftigt sich Miriam Zedelius in dem Buch „Träumst du?“ Eine durchgängige Geschichte gibt es nicht, nur jede Menge aneinander gereihter Gedanken und kleine Episoden – etwa von der Maus, die der Katze ein Elefantengesicht auf den Popo malt.

Das Bilderbuch besticht durch naiv-kindliche Zeichnungen und freundliche Gedankenspiele, die Kindern gefallen und dazu bringen, selbst über solche Fragen nachzudenken. Das sind nun natürlich keine essentiell wichtigen Fragen für das tägliche Leben, sondern eben Fragen für Träumer, ob groß oder klein.

„Träumst du?“ von Miriam Zedelius ist bei Hinstorff erschienen.

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Selbstständig denken

„Regeln sind da, um befolgt zu werden“ heißt es gleich auf der ersten Seite dieses ungewöhnlichen Bilderbuches. Auf den folgenden Seiten lernen die Leser, dass man Regeln aber durchaus interpretieren kann. Der alte Spruch: „Kinder soll man sehen, nicht hören“ zum Beispiel wird ergänzt: „Also sorge dafür, dass es etwas zu sehen gibt!“ Auf ausklappbaren Seiten zeigen lustige Bilder, wie das geschehen kann. Im Zentrum steht dabei immer eins: Die kindliche Lebensfreude. Alt hergebrachte Weisheiten („Mit dem Essen spielt man nicht“, „Ordnung ist das halbe Leben“) werden ad absurdum geführt. Und die Bilanz: „Zum Glück gibt es Ausnahmen“ trifft es auf den Punkt.Vorschau (Link öffnet in neuem Tab/Fenster)

Eigentlich geht es in diesem Buch nicht ums Ungezogen-sein, sondern darum, selbstständig zu denken und Regeln nicht einfach zu akzeptieren, sondern sie zu hinterfragen. Diese Botschaft zu transportieren gelingt vor allem durch die lustigen, fast karikaturhaften Bilder und wenig Worte. Für alle, die ihre Kinder zu denkden Wesen erziehen wollen.

„Anleitung zum Ungezogen-sein“ ist bei Coppenrath erschienen.

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Klassiker im neuen Kleid

Ein schönes Mädchen und ein schreckliches Biest: das sind die Protagonisten eines der bekanntesten französischen Märchen. Erst durch die Liebe des Mädchens werden der verwunschene Prinz und sein Hofstaat aus der Verzauberung erlöst. Bereits vor den Disney-Verfilmungen war die Geschichte, die Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve im 18. Jahrhundert schrieb, weltbekannt. Die Künstlergruppe MinaLima, die unter anderem für die graphisch-visuelle Gestaltung der Harry-Potter-Filme verantwortlich war, hat das Märchen neu illustriert. In einer besonders schön gestaltete Ausgabe des Coppenrath-Verlages wird die Märchenwelt greifbar. Ausklappbare Karten, Klappfenster, Drehscheiben und vieles mehr laden zum Entdecken ein.

Ein Klassiker in einem neuen Kleid – das ist hier hervorragend gelungen. Schon wenn man das Buch in die Hand nimmt hat man das Gefühl, etwas Besonderes zu erleben. Die märchenhafte Sprache eignet sich zum Vorlesen bereits für jüngere Kinder, Selbstleser sollten aber bereits geübt sein. Ein wunderschönes Geschenk für Liebhaber der Geschichte. In der gleichen Edition sind auch „Peter Pan“ und „Das Dschungelbuch“ erschienen.

„Die Schöne und das Biest“ ist bei Coppenrath erschienen.

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Ein Kleiner ganz groß

Im Donnerwald leben fünf wilde Räuber, so heißt es. Deswegen traut sich kaum jemand hinein. Doch der kleine Robin hat keine Angst und geht auf Räubersuche. Und tatsächlich findet er das Versteck von Moni Zitroni, Heino, Muliboy, Tscharli Bumm und dem gefährlichen Räuberhauptmann Donnerpups. Dummerweise lässt er sich dabei erwischen und soll als Abendessen enden. Doch Robin behauptet frech, er sei selbst ein Räuber. Das muss er allerdings erst einmal beweisen. Gar nicht so einfach, doch mit ein paar Tricks gelingt es ihm, die Räuber zu überzeugen und in die Bande aufgenommen zu werden.

donnerpups,jpgWalkos Geschichte über einen Kleinen, der sich durch Witz und gute Ideen gegen die vermeintlich stärkeren durchsetzt, ist sowohl optisch als auch inhaltlich gelungen. Die lustigen Zeichnungen machen Spaß und unterstreichen die verschiedenen Charaktere. Besonderer Gag: Zum Buch gibt es ein kleines Pupskissen, dass auch nach der Lektüre für Heiterkeit sorgt.

„Der wilde Räuber Donnerpups“ von Walko ist bei Coppenrath erschienen.

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Phase 2

Am 19. Oktober ist Projekt Mami Phase 2 gestartet. Eigentlich ja schon neun Monate vorher. Wenn man es ganz genau nimmt, wird es mit der Umsetzung von zwei Kindern und Arbeitsalltag in einer Redaktion auch noch eine Weile dauern – zumindest bis 2017…

Aber die Umstände haben sich seit Beginn von Projekt Mami schließlich etwas geändert. Eine Redakteurin kann Elternzeit nehmen. Als Autorin ist es schon mit dem Mutterschutz und dem damit einhergehenden Beschäftigungsverbot nicht ganz so einfach. Denn sag meinem Kopf mal, dass er bis Weihnachten Ruhe zu halten hat. Klar: Geht nicht. Gerade, wenn so schöne Phasen wie Stillen hinzukommen, in denen ich sehr viel Zeit zum Nachdenken habe.

Jaja, natürlich genieße ich es auch, mein Kätzchen dabei zu beobachten und mich an seiner natürlichen Niedlichkeit zu erfreuen. Aber das Kätzchen trinkt oft und gerne und lange. Da schweifen die Gedanken spätestens bei der dritten Stillsitzung des Tages auch gerne ab zu meinen geistigen Kindern. Mit der Muttermilch sprudeln sozusagen auch die Ideen.

Dazu kommt, dass das Kätzchen nicht nur ein Säugling, sondern auch ein Tragling ist. Will heißen: Schlafen am liebsten bei Mama auf dem Arm, der Brust oder dem Bauch. Noch mehr Zeit, in der man viel Kreativität ausleben kann.img_5484

Es ist ja auch nicht so, dass ich nichts zu schreiben hätte. Einerseits, weil ich immer wieder und wieder und WIEDER gefragt werde, wann denn Teil drei der Kinzigtaltrilogie erscheint. Andererseits gibt es noch weitere Projekte, die auf ihre Umsetzung warten und Expos, die mir in den Fingern kribbeln. Da kann ich nicht anders, als hin und wieder doch mal zum Laptop zu greifen. Und erstaunlicherweise sind Laptop und Kätzchen kompatibel. Noch…

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Liebe Supermuttis: Hört endlich auf!

Gerade ist eine Mutter mal wieder in einen Shitstorm geraten, die vor wenigen Wochen noch als „Sixpack-Mom“ fragwürdige Berühmtheit erlangte – weil sie während der Schwangerschaft unablässig weiter ihren Körper trainierte. Damals schon knüppelte man auf sie ein. Jetzt hat sie – Überraschung, Überraschung – ein gesundes Kind zur Welt gebracht und drei Wochen nach der Geburt ein Selfie mit Kind gepostet. Und prompt geht der Shitstorm weiter: Sie halte das Köpfchen nicht richtig fest, und außerdem suggeriere sie frisch gebackenen Müttern, dass man sofort nach der Geburt wieder so einen Körper haben müsse, überhaupt gehöre eine Mutter mit ihrem Kind auf die Couch und habe dort mit dem neuen Erdenbürger zu kuscheln und sich zu erholen…

Leute, mal ehrlich: Hört Ihr Euch überhaupt zu? Haben wir Frauen und Mütter nichts Besseres zu tun, als uns gegenseitig zu bewerten, zu beurteilen und niederzumachen? Wenn ich einige Kommentare im Internet lese (eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, mich darüber nicht mehr aufzuregen), dann bekomme ich Pickel.

Liebe Supermuttis da draußen: Ihr tut so, als gäbe es nur den einen korrekten Weg, ein Kind zu bekommen und aufzuziehen, nämlich Euren. Den, nach dem man sich brav ins Wochenbett zu legen hat, bis die gesellschaftlich akzeptierte Zeit vorbei ist, in der man sich ausschließlich um sein Neugeborenes kümmern darf. Natürlich gibt es einen medizinischen Grund für diese sechs bis acht Wochen, weil der Körper eben Erholung braucht (und ich war verdammt froh darüber, diese Zeit nutzen zu können).

Aber hallo, es hat auch einen Grund, warum es nicht heißt genau sechs oder genau acht Wochen – jeder Körper ist anders, jede Frau ist anders, jeder verdammte Mensch ist anders! Und wer sich damit wohl fühlt, kurz nach der Geburt wieder Fitnessübungen zu machen, der soll das doch von mir aus auch tun. Welches Recht haben diese Übermütter, es jemandem zu verbieten?

Liebe Mütter, tut mir doch einen Gefallen: Hört auf damit!

Hört auf damit, euch gegenseitig auf Fehler zu untersuchen.

Hört auf damit, voller Neid auf andere Frauen zu schauen, denen der liebe Gott oder Mutter Natur vielleicht nur zehn Schwangerschaftskilos statt wie euch 30 zugemutet hat.

Hört auf damit, arbeitende Mütter als Rabenmütter zu bezeichnen.

Hört auf damit, Mütter, die zu hause bleiben, als Glucken und faul abzuwerten.

Hört auf, den selben Fehler zu machen, den wir Frauen seit Jahrhunderten machen – uns gegenseitig nicht ernst zu nehmen.

Hört einfach auf!

Kapiert endlich, dass wir im 21. Jahrhundert leben und dass – zumindest in unserer ach so aufgeklärten westlichen Gesellschaft – jeder die Freiheit hat, sein Leben so zu gestalten, wie er es möchte.

Es reicht doch wohl, dass die Gesellschaft uns vorzuschreiben versucht, was wir zu tun und zu lassen haben, indem uns durch Werbung, Filme und Fernsehen suggeriert wird, wie die perfekte Mutter auszusehen hat. Wir Frauen sollten endlich lernen, uns gegenseitig das Leben nicht so schwer zu machen . Wir haben es doch alle schon schwer genug.

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Papptopp

Das war ein Uhu… aber tauscht ruhig die Vornamen aus und ihr wisst, um wen es geht :))

 

Die kleine Tiffany ist ein herziges Kind. Aber in den Augen ihrer Mutter verbringt sie viel zu viel Zeit vor dem Fernseher. Das Mädchen scheint regelrecht süchtig nach Zeichentrickserien zu sein. Seit Kurzem hat sie entdeckt, dass es an Mamas Laptop Spiele und Programme gibt, mit denen sie   ihre Lieblingsserien auch weiterverfolgen kann, wenn sie gerade nicht auf dem Sendeplan stehen. Und wenn weder Fernseher noch Laptop in Reichweite sind, dann fragt Tiffany nach dem Smartphone von Mama und Papa, um damit zu daddeln. Aber schließlich haben es die Eltern in der Hand, dem Problem Herr zu werden, beschließt Tiffanys Mama. Die Fernsehzeiten werden rigoros reduziert, an den Laptop darf das Kind höchstens einmal pro Woche, und das Handy wird nur in Extremsituationen herausgerückt. Tiffany mault, weint und bockt. „Du kannst dich auch mit anderen Sachen beschäftigen“, bleibt Mama hart. „Du kannst doch so schön malen!“ Das wirkt. Denn Tiffany malt und bastelt nicht nur schön, sondern auch gerne. Stundenlang beschäftigt sie sich mit einem ganz besonderen Projekt, das sie ihrer Mutter schließlich stolz präsentiert: „Guck mal, ich hab einen Laptop gebastelt!“ Wirklich, herzallerliebst. Das Pappteil lässt sich auf- und zuklappen, hat aufgemalte Tasten und einen Bildschirm, auf dem eine Prinzessin zu sehen ist. Tiffany beschäftigt sich den ganzen restlichen Tag mit  „ihrem Laptop“, denkt sich Spiele aus und „schreibt Nachrichten“. Auch am nächsten Morgen hat der „Papptop“ seinen Reiz noch nicht verloren. Tiffany will ihn unbedingt mit in den Kindergarten nehmen. Die Mutter willigt ein. Als sie Tiffany mittags abholt,   präsentiert diese ihr neben dem „Papptop“ stolz ihr neues Kunstwerk: ein Papp-Handy. Während Tiffanys Mutter noch denkt: „Zumindest hat sie gebastelt…“, meint die Erzieherin kopfschüttelnd: „Also, ich glaube, Sie müssen Ihrer Tochter dringend einen  Laptop besorgen.“

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